Können auch Männer an Brustkrebs erkranken?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Alljährlich erkranken in Deutschland zwischen 55.000 und 60.000 Frauen neu an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die häufigste Form der Krebserkrankung unter Frauen. Auch in der Gesamtbetrachtung aller Krebserkrankungen nimmt sie eine traurige Spitzenposition ein: Sie zählt deutschlandweit zu den drei häufigsten Krebserkrankungen. Und das obwohl Brustkrebs eine typische Frauenkrankheit ist, die männliche Hälfte der Bevölkerung also gänzlich verschont zu bleiben scheint. Oder können auch Männer an Brustkrebs erkranken?

Die eindeutige Antwort lautet: Männer können – wenn auch sehr selten – an Brustkrebs erkranken. Zwischen einem halben und einem Prozent aller Brustkrebsdiagnosen werden bei Männern gestellt. In Zahlen ausgedrückt, erkranken in Deutschland jedes Jahr bis zu 500 Männer an Brustkrebs.

Das tückische an dieser sehr seltenen Form von Brustkrebs: Da viele Männer gar nicht wissen, dass sie überhaupt erkranken können, werden auftretende Symptome oder Anzeichen fehlgedeutet oder nicht ernst genommen. Die Folge: Wird Brustkrebs bei einem Mann diagnostiziert, dann ist die Erkrankung in der Regel bereits fortgeschritten. Wahrscheinlich auch ein Grund, weshalb Männer bei der Diagnosestellung circa 10 Jahre älter sind als Frauen. Gemäß den Ergebnissen verschiedener Studien sind Männer etwa 70 Jahre alt, wenn die Erkrankung festgestellt wird, Frauen erkranken dagegen durchschnittlich mit knapp über 60 Jahren.

Dabei haben sich die Zukunftsperspektiven nicht zuletzt dank eines dicht gesponnenen Netzes aus Vorsorgeangeboten, verfeinerten Diagnoseverfahren und einer breiten Palette an Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert. Egal ob Mann oder Frau, Brustkrebspatienten können heute hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Wie für jede andere Form der Krebserkrankung gilt aber auch bei Brustkrebs: Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Chance auf Heilung. Hier sind männliche Brustkrebspatienten im Nachteil, da ihre Erkrankung wegen des seltenen Auftretens und des mangelnden Wissens in der Bevölkerung meist spät entdeckt wird. Brustkrebs bei Männern ist ein Randphänomen und bleibt eine, wenn auch gut behandelbare, typische Frauenkrankheit.

Thomas Kresser (ehem. Chefredakteur)
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