Leukozyten (weiße Blutkörperchen) im Urin

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel

Jupiterimages/iStockphoto
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Findet man eine hohe Zahl an Leukozyten (weißen Blutkörperchen) in der Urinprobe, ist meist eine bakterielle Infektion der Nieren und / oder der Harnwege schuld. Aber auch andere entzündliche Vorgänge können die Leukozyten-Zahl im Urin erhöhen.

Leukozyten gehören zur körpereigenen Abwehr. Sie haben verschiedene Aufgaben und Fähigkeiten. Leukozyten sind zum Beispiel in der Lage, körperfremde Strukturen zu erkennen und zu zerstören – dazu zählen auch "Eindringlinge" wie Bakterien oder Viren. Im Falle einer Infektion oder Entzündung produziert der Körper vermehrt weiße Blutkörperchen und transportiert sie mit dem Blut zu den benötigten Stellen.

Leukozyten werden ständig gefordert und überleben nur für eine begrenzte Zeit. Abgestorbene oder beschädigte Leukozyten scheidet der Körper über die Nieren und schließlich über den Urin aus. Das passiert fortwährend – eine geringe Menge an weißen Blutkörperchen im Urin ist deshalb normal.

Als Normalwerte gelten:

  • bis zu 10 Leukozyten pro Mikroliter (µl) Urin beziehungsweise
  • bei einer Untersuchung des Urins mit dem Mikroskop 2 bis 3 Leukozyten pro Gesichtsfeld (= im sichtbaren Bereich des Objektträgers unter dem Okular).

Ist die Zahl der weißen Blutkörperchen erhöht, sprechen Mediziner von einer Leukozyturie.

Ursachen für erhöhte Werte

Mit zu den häufigsten Ursachen für erhöhte Werte zählen bakterielle Infektionen

Auch sogenannte sterile Entzündungen – also Entzündungen, bei denen sich zwar Leukozyten, aber keine Bakterien im Urin nachweisen lassen (sog. sterile Leukozyturie) – können die Zahl der weißen Blutkörperchen im Urin erhöhen, so etwa:

Bei Frauen können falsch positive Leukozyten-Werte kurzfristig als Folge einer Untersuchung beim Frauenarzt oder durch Scheidenausfluss auftreten.

Diagnose

Eine Urinprobe gibt Aufschluss darüber, ob die Leukozyten-Zahl erhöht ist. Um festzustellen, ob zu viele Leukozyten enthalten sind, verwenden Arztpraxen meist spezielle Teststreifen, die man in den Urin taucht. Verfärbt sich der Streifen, weist das auf eine erhöhte Zahl hin.

Aber auch eine Untersuchung des Urins mithilfe des Mikroskops ist möglich. Sind Leukozyten vorhanden, kann man diese optisch erkennen und zählen. Eine mikroskopische Untersuchung folgt oft, wenn der Teststreifen positiv auf Leukozyten reagiert. Je nach Ergebnis können weitere Untersuchungen notwendig werden.

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