Homocystein

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel

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Ein erhöhter Homocystein-Wert geht mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Thrombose einher – beziehungsweise Erkrankungen, bei denen Gefäßablagerungen eine Rolle spielen.

Was ist Homocystein?

Homocystein ist eine Aminosäure, die natürlicherweise im Körper vorkommt. Sie entsteht im Rahmen von Stoffwechselprozessen aus der Aminosäure Methionin, die man vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln findet. In höheren Konzentrationen wirkt Homocystein zellschädigend, weshalb der Körper Mechanismen besitzt, um die Aminosäure abzubauen.

Wenn der Homocystein-Wert erhöht ist

Zu viel Homocystein scheint die Entstehung von Arteriosklerose zu fördern. Bei dieser Erkrankung kommt es zu Ablagerungen und dadurch zu Verengungen in den Blutgefäßen. Eine Arteriosklerose wiederum kann zum Beispiel zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Aus diesem Grund gilt Homocystein als Risikofaktor.

Man nimmt an, dass ein Zuviel an Homocystein die inneren Gefäßwände der Arterien schädigt und dadurch zur Entstehung von Blutgerinnseln und Thrombosen beiträgt. Die genauen Mechanismen, die dahinterstecken, sind noch nicht vollends geklärt.

Ob der Homocystein-Wert erhöht ist, lässt sich mit einer Blutprobe feststellen. Als normal gelten Werte zwischen 4,5 und 12,4 Mikromol pro Liter (µmol/l). Bei erhöhten Werten spricht man von einer Homocysteinämie (Hyperhomocysteinämie).

Ein erhöhter Homocystein-Wert gilt nicht nur als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern kann auch auftreten bei:

B-Vitamine helfen beim Abbau und senken Homocystein-Werte

Der Homocystein-Spiegel im Blut wird durch die individuelle Ernährung beeinflusst. Vor allem die B-Vitamine Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 können den Homocystein-Wert senken. Denn sie helfen dem Körper dabei, Homocystein abzubauen.

Ob es generell sinnvoll ist, diese Vitamine bei einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich einzunehmen (z.B. in Form von Nahrungsergänzungsmitteln), lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Es gibt zwar vereinzelte, aber bislang nicht genug aussagekräftige Studien darüber, ob eine Einnahme künstlicher Vitamine sich hier günstig auswirkt.

Betroffene mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko sollten stattdessen eher darauf achten, sich gesund und ausgewogen zu ernähren und Vitamine in Form natürlicher Nahrungsmittel zu sich zu nehmen.

Beispiele für Nahrungsmittel mit Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12

Folsäure Vitamin B6 Vitamin B12
Leber Rinderleber Rinderleber
Weichkäse Sardinen Austern
Weizenkeime, Weizenkleie Makrelen Kaninchen
Haferflocken Avocado Hering
Wildreis Bananen Rindfleisch
Spinat Paprika Camembert
Brokkoli Zucchini Hühner-Ei(gelb)
Kichererbsen Weizenkleie Hackfleisch, gemischt
Sauerkirschen   Gorgonzola
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