Albumin

Veröffentlicht von: Till von Bracht

Jupiterimages/iStockphoto
Anzeige

Albumin ist ein kugelförmiges Eiweiß, ohne das der Mensch nicht überleben könnte. Albumin sorgt dafür, dass keine Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe austritt. Befindet sich zu wenig Albumin im Blut, können sogenannte (Hunger-)Ödeme entstehen.

Darüber hinaus transportiert Albumin wasserunlösliche Substanzen (z.B. Vitamine und Fette) durch die Blutbahnen zu ihrem jeweiligen Bestimmungsort – ohne Albumin würden diese Stoffe verklumpen. 

Albumin (von lat. albus = weiß) wird ausschließlich in der Leber produziert und von da aus ins Blut abgegeben. Dafür benötigt die Leber eiweißhaltige Lebensmittel, zum Beispiel Eier, Milch oder Fleisch. Wer sich über einen längeren Zeitraum sehr eiweißarm ernährt, bei dem kann die Leber nicht ausreichend Albumin produzieren. Die Folge: Der Albuminspiegel im Blut sinkt.

Beim gesunden Erwachsenen befindet sich etwa 40 Prozent des gesamten Albumins im Blut – genauer gesagt im Blutplasma. Der Rest befindet sich hauptsächlich im Gewebe (z.B. Muskeln oder Haut) und im Liquor. Zudem lässt sich Albumin auch im Gallensaft, im Schweiß und im Speichel nachweisen – geringer Mengen Albumin kommen wahrscheinlich sogar in jeder Körperflüssigkeit vor. 

Albumin erfüllt im Körper verschiedene Aufgaben. Es

Wenn sich im Körper zu wenig Albumin befindet, kann das verschiedene Ursachen haben – nicht immer steckt eine Krankheit dahinter.


Albumin im Blut

Albumin macht mit etwa 80 Prozent den größten Teil der im Blut vorkommenden Proteine aus. Ein niedriger Albuminspiegel im Blut beruht darauf, dass entweder

Wer sich etwa über einen längeren Zeitraum sehr eiweißarm ernährt, bei dem kann die Leber nicht ausreichend Albumin produzieren. Die Folge: Der Albuminspiegel im Blut sinkt. Auch während einer Schwangerschaft kann ein niedriger Albuminwert vorliegen, ohne dass eine Krankheit dahinter steckt. Das liegt daran, dass in dieser Zeit das Blutvolumen um etwa einen Liter steigt – die Albuminkonzentration fällt demzufolge durch den Verdünnungseffekt.

Ein niedriger Albumingehalt kann jedoch auch Zeichen einer Erkrankung sein. Dazu zählen:

Zu hohe Albuminwerte im Blut kommen nur äußerst selten vor.


Albumin im Urin

Normalerweise scheidet der Körper über den Urin nur wenig Albumin aus (höchstens 20 Milligramm pro Tag). Steigt die Albuminkonzentration im Urin auf 30 bis 300 Milligramm pro Tag, spricht man von einer sogenannten Mikroalbuminurie. Die Mikroalbuminurie gilt bei Menschen mit Diabetes als das erste klinisch nachweisbare Zeichen einer Nierenschädigung.

Daher ist es vor allem für Diabetiker wichtig, regelmäßig den Albumingehalt im Urin überprüfen zu lassen.

Die Albuminmengen im Urin sind allerdings zu gering, um sie mit bloßem Auge zu erkennen oder mit einem "normalen" Urin-Teststreifen messen zu können. Daher benötigen Ärzte spezielle Teststreifen, um die Albuminmengen im Urin zu messen.

Je stärker die Niere geschädigt ist, desto mehr Albumin scheidet der Körper über den Urin aus – man spricht dann von einer Makroalbuminurie (eine Form der sog. Proteinurie). Eine Makroalbuminurie liegt vor, wenn jemand mehr als 300 Milligramm Albumin täglich über den Urin ausscheidet. Dies erkennen Betroffene oft daran, dass sich ihr Urin trübt.

Eine krankhafte Proteinurie tritt vor allem bei Nierenerkrankungen, bei Diabetes mellitus und bei Schwermetallvergiftungen auf.

Anzeige