Tumor: Was ist ein bösartiger Tumor?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Im Vergleich zum gutartigen Tumor wächst ein bösartiger Tumor häufig sehr rasch und verändert sich schnell. Oft dringen seine Zellen in gesundes Gewebe ein und zerstören es. In diesem Fall sprechen Mediziner auch von einem invasiven (= eindringenden) beziehungsweise infiltrativen Tumor.

Im weiteren Verlauf können Zellen des Tumors in den Blutstrom oder in das Lymphgefäßsystem gelangen und "streuen" – das heißt, sie geraten an andere Körperstellen, vermehren sich dort und bilden Tochtergeschwülste, die Metastasen.

© Okapia
Beispiel für einen bösartigen Tumor: schwarzer Hautkrebs (© Neufried/OKAPIA)

Ein bösartiger Tumor neigt dazu, nach dem Entfernen wieder aufzutreten. Dies nennt man auch Rezidiv. Anders als beim gutartigen Tumor unterscheidet sich die Zellstruktur eines bösartigen Tumors stark von den eigentlichen Ursprungszellen, aus denen er entstanden ist. Es gilt: Je größer der Unterschied, desto aggressiver ist der Tumor. Man spricht dann auch von einem schlecht differenzierten oder undifferenzierten Tumor.

Je weniger sich ein bösartiger Tumor ausgebreitet hat, desto besser sind die Chancen auf Heilung.

Zudem gibt es sogenannte halb-bösartige (semimaligne) Tumoren. Dabei handelt es sich um Geschwülste, die keine oder nur selten Metastasen bilden, jedoch in umliegendes Gewebe einwachsen und dieses zerstören. Ein Beispiel für einen semimalignen Tumor ist das Basaliom der Haut (Basalzellkarzinom).

© Okapia
Das Basaliom ist ein halb-bösartiger Tumor. Es entwickelt keine Metastasen, kann aber von der Haut in benachbartes Gewebe wachsen und dort Knochen und Knorpelgewebe zerstören. (© Dr.med.J.P.Müller/OKAPIA)

Eigenschaften gut- und bösartiger Tumoren

Tumor-MerkmalGutartiger TumorBösartiger Tumor
Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet keine Tochtergeschwülste bildet häufig Tochtergeschwulste
Wachstum wächst meist langsam

grenzt sich von umliegendem Gewebe ab und verdrängt es
wächst häufig schnell

wächst in umliegendes Gewebe ein (Infiltration)
erneutes Auftreten (sog. Rezidiv) tritt nach OP nicht mehr auf tritt nach OP häufig erneut auf
Differenzierung (Je niedriger, desto aggressiver der Tumor) hoch niedrig
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