Zika-Virus

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel

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Eine Infektion mit dem Zika-Virus kann Symptome wie Fieber, Ausschlag und Gelenkschmerzen hervorrufen. Dass das Zika-Virus bei Kindern im Mutterleib zu Fehlbildungen des Gehirns beziehungsweise zu einem zu kleinen Kopf (Mikrozephalie) führen kann, gilt inzwischen als sicher. Schwangere sollte vorsichtshalber auf Reisen in Risikoländer verzichten.

Das Zika-Virus zählt zur Gattung der Flaviviridae und wird durch infizierte Stechmücken (wahrscheinlich vor allem von Aedes-Arten) übertragen. Auch eine Übertragung des Virus durch Geschlechtsverkehr kann möglich sein.

Erstmals beschrieben wurde das Zika-Virus 1947, damals wurde es bei Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda festgestellt. 1952 fand man das Virus dann auch bei Menschen in Uganda und Tansania. Seitdem gab es immer wieder Ausbrüche von Zika-Virus-Infektionen in Afrika, Mittel- und Südamerika, Asien sowie im pazifischen Raum. In diesen Regionen kommt das Virus natürlicherweise vor. Aktuell breitet sich das Zika-Virus in mehr als 20 Ländern Mittel- und Südamerikas vermehrt aus.

Mikrozephalie durch Zika-Virus-Infektion?

In Brasilien treten Zika-Virus-Infektionen zurzeit deutlich häufiger auf. Gleichzeitig steigt im Nordosten von Brasilien die Zahl an Neugeborenen mit einer Hirnfehlbildung beziehungsweise einem zu kleinen Kopf (sog. Mikrozephalie). Erste Untersuchungen deuteten darauf hin, dass das vermehrte Auftreten an Fehlbildungen mit der Zunahme an Zika-Virus-Infektionen in Zusammenhang stehen könnte. Inzwischen gilt ein Zusammenhang als eindeutig nachgewiesen.

Risiko für Schwangere?

Schwangeren wird zurzeit empfohlen, einige Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, wenn Sie in Zika-Risikoländer reisen:

Eine einmal durchgemachte Infektion mit dem Zika-Virus bedeutet jedoch wahrscheinlich kein Risiko für zukünftige Schwangerschaften.

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Wer schwanger ist, sollte Reisen in Zika-Risikoländer momentan besser aufschieben.

Da sich das Zika-Virus in Mittel- und Südamerika zurzeit massiv verbreitet und insbesondere in Brasilien vermehrt Kinder mit zu kleinem Kopf geboren werden, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 1. Februar 2016 den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das bedeutet, dass Mediziner weltweit Maßnahmen treffen sollen, die eine weitere Ausbreitung des Virus möglichst verhindern. In einigen Ländern versucht man etwa, mögliche Brutstätten der Mücken auszuräuchern.

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