Mücken und Mückenstiche

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Jupiterimages/iStockphoto
Anzeige

Kaum ist es draußen warm, kommen die Mücken. Die Sorge vor Mückenstichen kann die Freude am lauen Sommerabend auf dem Balkon schon mal trüben. Wie lassen sich Mückenstiche verhindern und was hilft, wenn es doch passiert?

Der Mückenstich

Der eigentliche Mückenstich dauert nur wenige Minuten und schmerzt gar nicht. Das liegt in erster Linie am Aufbau des Saug- und Stechapparats der Mücke. Der sogenannte Stechrüssel hat eine rundherum feingezackte Struktur und ritzt die Haut an vergleichsweise wenig Stellen ein. Dadurch werden beim Mückenstich nur wenige Nervenzellen getroffen, die einen Schmerzreiz weitergeben könnten.

Darum jucken Mückenstiche

Solange die Mücke Blut saugt, spritzt sie immer wieder ihren Speichel in die Wunde. Dieser hat eine gefäßerweiternde und gerinnungshemmende Wirkung, sodass die Stechmücke das Blut problemlos aufsaugen kann. Normalerweise würde das Blut zu gerinnen beginnen – und möglicherweise den Stechrüssel der Mücke verstopfen. Außerdem hat der Mückenspeichel eine leicht schmerzstillende Wirkung. Auch das Abwehrsystem des Körpers reagiert auf die Inhaltsstoffe des Speichels. Als Folge kommt es zu den typischen Beschwerden bei einem Mückenstich,

Von Mücken bevorzugt

Nicht alle Menschen werden gleichermaßen von Mücken gestochen. Manche trifft es gar nicht, andere wiederum sind im Sommer regelrechte übersät von Mückenstichen. Das liegt jedoch nicht am viel propagierten "süßen Blut". Stechmücken orientieren bei ihrer Suche nach einer Blutmahlzeit an verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel:

Bei den Mücken stechen übrigens nur die Weibchen – sie benötigen die Blutmahlzeit, um Eier legen zu können.

Wärmeres Klima begünstigt die Ausbreitung tropischer Mücken

Mücken, die in Deutschland und im übrigen Mitteleuropa vorkommen, übertragen in der Regel keine Krankheiten und gelten daher vor allem als lästige Zeitgenossen. Mückenarten, die Krankheiten übertragen, leben hauptsächlich in Afrika, Ostasien, Mittel- und Südamerika, wie beispielsweise die Anophelesmücke und die Gelbfiebermücke.

Aufgrund der Klimaerwärmung und dem international zunehmendem Reiseverkehr gelangen mittlerweile jedoch hin und wieder auch tropische Mücken nach Europa. Daneben bringen Reisende manchmal tropische Infektionskrankheiten wie Malaria mit nach Hause, sodass es inzwischen auch in wärmeren südeuropäischen Ländern wie Italien gelegentlich zu einer Übertragung von Malaria durch Mückenstiche kommen kann.

Mückenstiche: Symptome

Ein Mückenstich fällt in der Regel erst auf, wenn es bereits passiert ist. Meist beginnt es dann an der Einstichstelle zu jucken. Es bildet sich eine Quaddel und die Haut rötet sich. Eher selten bildet sich an der Einstichstelle ein flüssigkeitsgefülltes Bläschen. Diese Beschwerden können zwar unangenehm sein, sind aber in der Regel harmlos.

Manche Betroffene reagieren auf den Mückenstich auch mit einer allergischen Reaktion, die sich zum Beispiel in einer großflächigen Rötung und Schwellung bis hin zu deutlichen Quaddeln und leichtem Fieber zeigen kann.

Auch wenn der Juckreiz stark ist: Kratzen Sie Mückenstiche möglichst nicht auf. Sie riskieren sonst, dass Bakterien in die Wunde geraten und der Stich sich infiziert.


© Jupiterimages/iStockphoto
Ein Mückenstich juckt und wird deshalb häufig aufgekratzt. Das ist jedoch nicht zu empfehlen.

Mückenstiche behandeln

Um Mückenstiche zu behandeln gibt es verschiedene Möglichkeiten. Gegen Mückenstiche kann zum Beispiel das Kühlen mit Kühlpackungen, Essigwasser oder Heilerde helfen.

Freiverkäufliche Salben und Gels mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Antihistaminika können den lästigen Juckreiz lindern. Ähnliche Dienste leisten Salben und Gels mit Menthol-Lösung (1%) oder Hydrocortison. Bei starken Reaktionen können Sie Mückenstiche auch mit Salben behandeln, die stärker wirksame Glukokortikoide (wie z.B. Mometason) enthalten. Diese sind jedoch verschreibungspflichtig.

Liegen sehr viele Mückenstiche vor oder ist die Reaktion darauf sehr stark, lassen sich die Symptome auch durch Antihistaminika in Tablettenform lindern.

Im Handel erhältlich sind zudem Stifte, mit denen man am Mückenstich lokal Hitze erzeugt – je nach Produkt zwischen 45 und 60 Grad Celsius. Diese Temperaturen empfindet die Haut bereits deutlich als heiß. Ab einer lokalen Hitze von über 45 Grad Celsius sollen die Eiweiße, die mit dem Mückenspeichel unter die Haut gelangt sind und zu den allergischen Beschwerden führen, sich strukturell verändern und keinen Juckreiz mehr hervorrufen. Bei manchen Menschen führt diese Methode bereits nach etwa zehn Minuten zu Linderung. Teilweise tritt der Juckreiz jedoch nach kurzer Zeit erneut auf. In einzelnen Fällen kann es durch solch einen Hitzestift auch zu Hautverbrennungen kommen – insbesondere bei Kindern ist deshalb Vorsicht angesagt.

Heilt ein Mückenstich nicht von selbst ab oder infiziert sich, ist ein Besuch beim Arzt zu empfehlen. Er kann entscheiden, ob möglicherweise Antibiotika angebracht sind.

Tipps für den Mückenschutz

Verschiedene Maßnahmen können bei der Mückenabwehr beziehungsweise beim Mückenschutz helfen:

© Jupiterimages/iStockphoto
Ein Fliegengitter vor dem Fenster ermöglicht mückenfreie Nächte.

Mücken und Mückenstiche: Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Mosquito Bites. Online-informationen von MedlinePlus: medlineplus.gov (Stand: 28.6.2017)

Mosquito bites. Online-informationen der Mayo Clinic: www.mayoclinic.org (Stand: 22.10.2015)

Insektenschutz: Wie man das Stichrisiko senkt. Online-Informationen des Deutschen Ärzteblatts: www.aerzteblatt.de (Stand: 2013)

Plettenberg, A.: Infektionskrankheiten der Haut. Thieme, Stuttgart 2010

Heiße Mäuse. Online-Informationen der Stiftung Warentest: www.test.de (Stand: August 2008)

Goldstein, R.; Jelinek, T.: Reisemedizin. Kompendium für die reisemedizinische Beratung. ecomed Medizin, Landsberg 2007

Kuster, R.: Was kriecht und krabbelt in den Tropen? Schutz vor Plagegeistern und Gifttieren. Reise Know-How Verlag, Bielefeld 2006

Hiepe, T., et al.: Allgemeine Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2005

Altmeyer, P., et al: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2005

Bork, K., et al.: Hautkrankheiten in der Praxis. Schattauer Verlag, Stuttgart 2005

Diesfeld, H. J., Krause, G., Teichmann, D.: Praktische Tropen- und Reisemedizin. Thieme, Stuttgart 2003

Wenk, P., et al.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003

Achenbach, R. K.: Der große Trias-Ratgeber. Haut, Haare, Nägel. Thieme, Stuttgart 2001

Aktualisiert am: 28. Juli 2017

Anzeige