Materialschädlinge

Veröffentlicht von: Astrid Clasen

Jupiterimages/iStockphoto
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Materialschädlinge sind Schädlinge, die an verschiedenen Materialien Schäden anrichten – meistens, weil diese ihnen als Nahrung dienen. In der Regel sind mit Schädlingen Tierarten aus der Gruppe der Gliederfüßler (Arthropoden) gemeint – wie die Insekten und Spinnentiere.

Die Materialschädlinge bilden eine von vier Schädlingskategorien: Neben den Materialschädlingen unterscheidet man noch die Lästlinge, die Vorratsschädlinge und die Gesundheitsschädlinge. Allerdings kann es zwischen den vier Gruppen zu Überschneidungen kommen: So wirken beispielsweise manche Materialschädlinge auch als Vorratsschädlinge – und umgekehrt.

Als Materialschädlinge treten in erster Linie ausgewachsene Insekten und/oder deren Larven auf – vor allem diejenigen, die dank entsprechender Mundwerkzeuge über ein starkes Nagevermögen verfügen. Andere Tiere können zwar ebenfalls erhebliche Materialschäden verursachen. Üblicherweise zählen sie jedoch nicht zur Kategorie der Materialschädlinge (so sind z.B. Mäuse und Ratten sog. Schadnager).

Materialschädlinge zerstören beispielsweise Stoffe, Kleidung, Teppiche, Polster, Leder, Holz und Papier, indem sie sich in diesen Materialien festsetzen und sich von ihnen ernähren. Oft fällt die Zerstörung erst auf, wenn der Schädlingsbefall sehr stark ist. Manche Materialschädlinge können allerdings auch schon bei geringem Befall (d.h. mit nur wenigen Tieren) starke Schäden verursachen.

Der wirtschaftliche Schaden durch Materialschädlinge kann immens sein. Zwei bekannte Beispiele hierfür sind der Pelzkäfer und der Museumskäfer: Die Larven des Museumskäfers treten besonders in zoologischen Tiersammlungen als Materialschädlinge auf, indem sie (z.B. an Insektenpräparaten, Vogelbälgen und Säugetierfellen) massive Fraßschäden verursachen. Die Larven des Pelzkäfers hingegen richten eher in Wohnungen Schaden an, wo sie beispielsweise Teppiche, Pelze, Stoffe, Polster, Decken und so weiter anfressen und so unbrauchbar machen.

Weitere bekannte Beispiele für Materialschädlinge, die im Haus auftreten, sind Kleidermotten und Teppichkäfer, deren Larven ebenfalls Wollstoffe, Pelze und Wollteppiche schädigen. Der Nagekäfer – dessen Larve man auch Holzwurm oder Bücherwurm nennt – und der größere Hausbockkäfer hingegen können sich als Holzschädlinge jahrelang unbemerkt durch Holz fressen, Dachstühle aushöhlen und sogar Gebäude zum Einstürzen bringen.

Wenn ein Befall durch Materialschädlinge eine Schädlingsbekämpfung nötig macht, ist es wichtig, sich hierzu an einen staatlich geprüften Schädlingsbekämpfer zu wenden, denn: Mittel, die für Insekten tödlich sind, gefährden in der Regel auch die Gesundheit des Menschen.

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