Flöhe – was tun?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel

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Flöhe sind kleine, hell- bis dunkelbraune Insekten, die sich von menschlichem und tierischem Blut ernähren. Flohbisse verursachen stark juckende, rötliche Papeln und infizieren sich häufig durch Kratzen.

Flöhe findet man weltweit. Die flügellosen Parasiten sind seitlich abgeflacht, im Durchschnitt 2 bis 5 Millimeter lang und haben 6 Beine. Die hinteren beiden Beine sind etwas länger – sie dienen als Sprungbeine. Manche Floh-Arten können bis zu 30 Zentimeter hoch springen.

Es gibt verschiedene Floharten, von denen jede einen bestimmten Wirt bevorzugt. Gelegentlich verirren sie sich jedoch auch auf eine andere Spezies und holen sich ihre Blutmahlzeit dort. Flöhe kommen jedoch auch viele Monate ohne Blutmahlzeit aus.

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Menschenfloh (Pulex irritans)

Für den Menschen sind vor allem folgende Floh-Arten von Bedeutung:

Trotz seines Namens führt der Menschenfloh bei Menschen vergleichsweise selten zu Flohbissen. Am häufigsten kommt es vielmehr durch den Hunde- oder Katzenfloh zu Beschwerden.

Für den Flohbiss nutzen Flöhe ihre Beisswerkzeuge: einen kombinierten Stech- und Saugrüssel. Damit dringen sie leicht durch die Haut. Beim Biss gelangt Speichel in die Wunde – er enthält Stoffe, die die Blutgerinnung im Einstichbereich verlangsamen (sog. Antikoagulanzien) und dem Floh die Blutmahlzeit erleichtern. Ohne Blutmahlzeit können Flöhe keine Eier legen.

Flöhe legen ihre Eier in der Regel in den Schlafplätzen ihres Wirts oder in der Nähe davon. Aus den weißlichen, ovalen Floh-Eiern entwickeln sich innerhalb von 2 bis 14 Tagen gelbliche Larven, die sich nach mehreren Häutungen in einen Kokon verpuppen. Bereits nach ein bis drei Wochen entwickeln sie sich hierin zu voll ausgewachsenen, erwachsenen Flöhen – schlüpfen jedoch nicht sofort. Sie warten vielmehr auf Hinweise, dass sich auch ein Wirt in der Nähe befindet, von dem sie sich ernähren können. Sobald die schlüpfbereiten Flöhe Bodenvibrationen bemerken, wie sie zum Beispiel durch Schritte entstehen, verlassen sie ihren Kokon.

In leerstehenden, Floh-befallenen Häusern oder Wohnungen können noch nicht geschlüpfte Flöhe in ihren Kokons bis zu ein Jahr lang überleben. Ziehen nun neue Mieter ein, kann es passieren, dass viele Flöhe gleichzeitig aus ihren Kokons schlüpfen und Menschen (und Haustiere) belästigen.

Flöhe können auch Krankheitserreger übertragen, zum Beispiel (gelegentlich) Larven von Bandwürmern oder Bakterien, die Fleckfieber auslösen. Zu Fällen von durch Flöhe übertragenem Fleckfieber kommt es vor allem in Gebieten, in denen Menschen und Ratten auf engem Raum zusammenleben. In Deutschland sind jedoch schon seit Jahren keine Fälle von Fleckfieber mehr gemeldet worden.

Eine wichtige Rolle spielen Flöhe auch als Überträger des Pest-Erregers, der in Europa im Mittelalter große Epidemien auslöste. Heutzutage ist eine Pest-Erkrankung in Deutschland jedoch nicht zu befürchten. Örtlich begrenzt tritt die Pest allerdings auch heute immer noch auf – so etwa in einigen Regionen Afrikas (z.B. Kongo) und Asiens (z.B. China, Indien).

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