Entamoeba histolytica

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Die Amöben-Art Entamoeba histolytica gehört zu den Wurzelfüßern (Rhizopoden) und verbringt einen Teil ihres Lebenszyklus im Darm des Menschen. Entamoeba histolytica kommt weltweit vor, hat als Krankheitserreger jedoch hauptsächlich in warmen tropischen und subtropischen Ländern Bedeutung. Gelangt Entamoeba histolytica in den Körper, kann der Parasit zur sogenannten Amöbenruhr führen.

Insbesondere bei schlechten hygienischen Bedingungen kann Entamoeba histolytica über fäkale Verunreinigungen in Nahrung oder Trinkwasser vom Menschen aufgenommen werden. In selteneren Fällen wird Entamoeba histolytica auch durch Analverkehr übertragen. Jährlich sterben etwa 100.000 Menschen an der durch Entamoeba histolytica verursachten Amöbenruhr.

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In tropischen Gefilden sollte man zum Schutz vor Entamoeba histolytica nur gereinigtes Trinkwasser zu sich nehmen.

Wie andere Amöben besitzt Entamoeba histolytica keine feste Form. Entamoeba histolytica bildet zwei Formen: Zysten und Trophozoiten. Die Zysten sind widerstandsfähige Dauerformen des Erregers. Sie können sich nicht fortbewegen und haben eine kugelartige Form. Die Zysten werden mit dem Stuhl ausgeschieden und können in einer feuchten und kühlen Umgebung monatelang infektiös bleiben. In trockener Umgebung oder bei Temperaturen über 55 Grad Celsius sterben sie dagegen schnell ab. Die Zysten gelangen über das Essen oder Trinken in den Dickdarm und setzen dort Trophozoiten frei.

Als Trophozoit bezeichnet man die vermehrungsfähige vegetative und bewegliche Form von Entamoeba histolytica. Um sich fortzubewegen und um Nahrung aufzunehmen, bilden die Erreger Scheinfüßchen, sogenannte Pseudopodien, aus. Die Trophozoiten können in die Darmschleimhaut eindringen und Gewebe auflösen, wodurch Blutauflagerungen auf dem Stuhl entstehen. Die Trophozoiten sind in der Lage, sich zu vermehren und sich wiederum in Zysten umzuwandeln. Durch die mit dem Stuhl ausgeschiedenen Zysten wird Entamoeba histolytica von Mensch zu Mensch übertragen.

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