Clostridium botulinum

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Clostridium botulinum ist eine Bakterienart, die über verunreinigte Lebensmittel in den menschlichen Körper gelangen kann. Das Gefährliche an Clostridium botulinum: Es produziert das stärkste aller bisher bekannten Bakteriengifte – das auf das Nervensystem wirkende Botulinumtoxin. Schon kleinste Mengen Botulinumtoxin lösen eine Vergiftung aus, den sogenannten Botulismus.

Es war der Belgier Emile van Ermengem, welcher 1896 erstmals das giftbildende Bakterium isolierte und es Clostridium botulinum (lat. botulus = Wurst) nannte. Ermengem hatte einen Schinken untersucht, dessen Genuss für drei Menschen tödlich gewesen war. Bereits 1820 hatte Justinus Kerner eine Vergiftung durch Wurstwaren beschrieben, welcher er den Namen Botulismus gegeben hatte – erst 76 Jahre später konnte Clostridium botulinum als Auslöser ermittelt werden.

Clostridium botulinum ist weltweit zu finden und kommt natürlicherweise im Boden vor. Es ist ein anaerobes Bakterium, das heißt, es wächst nur dort, wo kein Sauerstoff vorhanden ist. Daher kann sich Clostridium botulinum zum Beispiel gut in vakuumverpackten Lebensmitteln vermehren und dort das Botulinumtoxin entwickeln. Nach dem Verzehr eines verunreinigten Nahrungsmittels treten Stunden bis Tage später Vergiftungserscheinungen auf. Dieser sogenannte Botulismus äußert sich unter anderem durch neurologische Ausfälle und kann im schlimmsten Fall zum Tod durch Atemlähmung führen. Die gute Nachricht: Botulismus tritt in Deutschland nur selten auf (unter zehn Fälle pro Jahr). Zudem können Sie vorbeugen, indem Sie zum Beispiel Gerichte lange genug erhitzen beziehungsweise kochen – denn das Nervengift ist hitzeempfindlich.

Das von Clostridium botulinum produzierte Botulinumtoxin kann – in sehr geringen Dosen – auch für medizinische Zwecke zum Einsatz kommen, so zum Beispiel zur Verringerung der Schweißbildung im Rahmen der sogenannten Hyperhidrose. Bekannt ist es außerdem in der kosmetischen Chirurgie als faltenglättendes Mittel. Botulinumtoxin ist so stark, dass es sogar als Biowaffe verwendet werden könnte.

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