Zwangsstörung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Eine Zwangsstörung (früher auch Zwangsneurose genannt) liegt vor, wenn sich einem unangenehme Gedanken und Handlungen wiederholt aufdrängen, ohne sich dagegen wehren zu können – obwohl man sie als unsinnig erkennt. Die Grenze zwischen "normalem" und krankhaftem Zwangsverhalten ist jedoch fließend.

Wer hat sich zum Beispiel nach dem Verlassen der Wohnung nicht schon einmal gefragt, ob der Herd oder das Licht ausgeschaltet ist – und ist wie unter Zwang zurückgekehrt, um den Schalter zu kontrollieren? Solche Zwänge kennt praktisch jeder. Bei einer echten Zwangsstörung beeinträchtigen die Zwangserscheinungen jedoch typischerweise den gesamten Alltag. Geben die Betroffenen dem Zwang nicht nach, empfinden sie meist eine unerträgliche Anspannung.

Zwangsstörungen können schon bei Kindern auftreten, beginnen aber meist erst nach Abschluss der Pubertät. Die Symptome einer Zwangsstörung können vielfältig sein. Dabei lassen sich die Zwangssymptome in drei Gruppen unterteilen:

Ihre Ursachen hat eine Zwangsstörung vermutlich in einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: So scheint zum einen der Stoffwechsel bestimmter Botenstoffe des Gehirns gestört zu sein. Zum anderen kann man Zwänge als eine Form der Angstbewältigung ansehen: Beispielsweise kann eine starke Angst, sich mit einer Infektionskrankheit anzustecken, zu einem extremen Waschverhalten führen. Erbliche Faktoren können ebenfalls an der Entstehung von Zwangserkrankungen beteiligt sein. Als Auslöser einer Zwangsstörung kommen außerdem belastende Lebensereignisse (z.B. Tod eines Angehörigen) oder Stressfaktoren infrage.

Bei einer Zwangsstörung kommen zur Therapie Psychopharmaka und psychotherapeutische Methoden zum Einsatz. Durch die Kombination beider Behandlungsverfahren gelingt es meist, erfolgreich gegen Zwangsstörungen vorzugehen.

Allgemein gilt: Je früher bei einer Zwangsstörung die Behandlung beginnt, desto günstiger ist die Prognose.

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