Vulvaveränderungen: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Bei Vulvaveränderungen nutzt der Frauenarzt verschiedene Untersuchungsmethoden zur Diagnose. Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Anamnese. Im Rahmen dieses Arzt-Patientinnen-Gesprächs fragt der Frauenarzt unter anderem nach der Dauer der Erkrankung, nach den Beschwerden (z.B. Juckreiz) und nach möglichen Begleiterkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Schuppenflechte etc.).

Körperliche Untersuchung

Bei vielen Vulvaveränderungen kann der Arzt die Diagnose anhand des typischen Erscheinungsbilds stellen (z.B. Vulvitis, Zysten, Geschwüre). Deshalb erfolgt im Anschluss an die Anamnese eine körperliche, gynäkologische Untersuchung, bei welcher der Frauenarzt die Veränderungen zunächst anschaut. Bei anderen Vulvaveränderungen ist die Diagnose schwieriger, da die Symptome schwerer zu deuten sind und zudem unterschiedlich aussehen können (z.B. chronische Entzündungen, Tumoren). Wichtige Hinweise können die Färbung der Haut, fleckige Veränderungen, sichtbare Knötchen oder Geschwüre, Verdickungen, Risse oder Krusten geben.

Mit einer Tastuntersuchung (Palpation) kann der Frauenarzt bei Vulvaveränderungen wie Knötchen oder Verdickungen ebenfalls die Diagnose eingrenzen.

Kolposkopie

Bei Vulvaveränderungen bietet die Kolposkopie eine weitere Diagnose-Möglichkeit. Mithilfe der Lupenvergrößerung kann der Frauenarzt Farbe, Ausdehnung und Ausmaß von Vulvaveränderungen besser beurteilen als mit bloßem Auge. Viele Veränderungen treten deutlicher hervor, nachdem der Arzt sie mit verdünnter Essigsäure bepinselt hat. Das Auftragen von Essigsäure gehört bei Vulvaveränderungen daher zu den gängigen Diagnose-Methoden.

Infektionsdiagnostik

Bei durch Viren verursachten Vulvaveränderungen ist eine sogenannte Infektionsdiagnostik (Abstrichuntersuchung) sinnvoll, um die Diagnose zu stellen. Liegt zum Beispiel eine Entzündung der Vulva durch humane Papillomaviren (HPV) vor, kann der Arzt die Erreger in den meisten Fällen mit einer Abstrichuntersuchung nachweisen. Bei Vulvaveränderungen entnimmt er die Abstriche zur Diagnose sowohl vom Scheideneingang, als auch aus der Vagina, der Harnröhre und dem Bereich von Muttermund und Gebärmutterhals.

Biopsie

Bei unklaren Vulvaveränderungen – insbesondere bei Verdacht auf Vulvakrebs – entnimmt der Frauenarzt zur Diagnose mithilfe einer Stanznadel eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem entsprechenden Bereich und lässt diese anschließend mikroskopisch nach bösartig veränderten Zellen untersuchen (histologische Untersuchung).

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