Vulvaveränderungen: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Unter dem Begriff Vulvaveränderungen fassen Mediziner alle krankhaften Veränderungen der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane zusammen. Die Vulva, auch weibliche Scham genannt, umfasst die äußeren Geschlechtsorgane der Frau. Sie besteht aus dem Schamhügel, den großen und kleinen Schamlippen, der Klitoris und dem Scheidenvorhof.

Unter Vulvaveränderungen versteht man verschiedene Veränderungen oder Erkrankungen, die die äußere Scham der Frau betreffen.

Die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane

Krankheitsformen

Vulvaveränderungen zeigen sich in verschiedenen Krankheitsbildern, zum Beispiel:

Vulvitis

Vulvitis bezeichnet eine Entzündung im Bereich der Vulva. Häufig tritt gleichzeitig eine Scheidenentzündung auf – Mediziner sprechen dann von einer Vulvovaginitis. Eine isolierte Scheidenentzündung bezeichnen Ärzte hingegen als Kolpitis. Die Vulvitis wird meist durch Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Parasiten verursacht. Weitere Auslöser können allergische Reaktionen auf Textilstoffe, Waschmittel oder auch Medikamente sein.

Geschwürbildung (Ulcus vulvae acutum Lipschütz)

Zu den entzündlichen Vulvaveränderungen zählt auch eine seltene Form der Geschwürbildung: Beim sogenannten Ulcus vulvae acutum Lipschütz bilden sich akut auftretende, schmerzhafte Geschwüre (Ulcera) im Bereich der Vulva, begleitet von Fieber und Lymphknotenschwellungen. Die Ursachen der Geschwüre sind bislang nicht geklärt. In den meisten Fällen sind Frauen vor dem 25. Lebensjahr von diesen Vulvaveränderungen betroffen.

Craurosis vulvae

Craurosis vulvae oder Vulvadystrophie ist eine seltene chronische (dauerhaft bestehende) Vulvaveränderung der Haut und Schleimhäute des weiblichen Genitalbereichs. Ihre Ursache ist nicht bekannt. Es gibt verschiedene Arten der Vulvadystrophie beziehungsweise Craurosis vulvae. Das häufigste Krankheitsbild ist das des Lichen sclerosus et atrophicus – auch Weißfleckenkrankheit genannt.

Von dieser Krankheit sind bevorzugt Frauen nach den Wechseljahren betroffen, gelegentlich zeigt sich die Erkrankung auch bei jungen Frauen oder im Kindesalter. Lichen sclerosus et atrophicus tritt vor allem im Nacken, am Rücken sowie in der Genitalregion auf. Sind die Genitalien betroffen, bezeichnen Mediziner die Erkrankung bei der Frau als Craurosis vulvae, beim Mann nennt sich die Erkrankung Craurosis penis.


Vulvaverletzungen

Zu den Vulvaveränderungen gehören auch Vulvaverletzungen. Solche Verletzungen können infolge von Unfällen, beim Geschlechtsverkehr oder beim Einführen von Fremdkörpern in die Scheide entstehen. Auch bei der Geburt eines Kindes kann es zu Verletzungen der Vulva im Dammbereich (Dammriss) kommen.

Zysten

Angeborene Zysten der Vulva sind sehr seltene Vulvaveränderungen. Bei einer Zyste handelt es sich um einen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum, ähnlich eines Bläschens, das sich innerhalb eines bestimmten Gewebes befindet. Die häufigste vulväre Zyste ist die sogenannte Bartholin-Zyste. Diese entsteht, wenn es in den Drüsengängen im Scheidenvorhof (Bartholindrüsen) zu einem Sekretstau und in der Folge zu einem Verschluss der Bartholindrüsen kommt. Solche Zysten sind prinzipiell harmlos, sollten jedoch chirurgisch entfernt werden, um die verstopften Drüsengänge wieder freizulegen.

Vulvatumoren

Gutartige Vulvatumoren sind gutartige Tumoren der Haut, die im Bereich der Vulva auftreten. Bedeutsame, relativ häufige gutartige Vulvaveränderungen sind die sogenannten Papillome.

Neben den gutartigen Vulvatumoren gibt es weitere Formen von Vulvaveränderungen, zum Beispiel bösartige Vulvatumoren. Der Vulvakrebs ist eine seltene Erkrankung, die insbesondere im höheren Lebensalter jenseits des 60. Lebensjahrs auftritt. Diese Krebserkrankung macht etwa 4 von 100 Fällen aller bösartigen Tumoren im Bereich der inneren und äußeren weiblichen Genitalien aus. Bei einem Teil der Vulvatumoren lassen sich auch Papillomaviren (HPV) nachweisen. Die meisten Vulvakarzinome sind sogenannte Plattenepithelkarzinome (etwa 90 Prozent), die von der obersten Schicht der Haut ausgehen. Betroffen sind meist die großen Schamlippen, weniger häufig die kleinen Schamlippen oder die Klitorisregion.

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