Syphilis (Lues): Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Zwischen sekundärem und tertiärem Stadium der Syphilis befindet sich ein Jahre, manchmal lebenslang anhaltendes Erkrankungsstadium ohne äußere Krankheitszeichen. Im ersten Jahr dieser latenten Syphilis sind die Betroffenen ansteckend. Im Lauf der Zeit nimmt diese Infektiosität aber ab. Diese Phase geht schließlich in das Stadium der tertiären Syphilis oder auch Spätsyphilis über.

Die tertiäre Syphilis umfasst zahlreiche Symptome. Die Erreger befallen die Organe, zerstören Muskeln und Haut. Sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Knochen und das Nervensystem können betroffen sein, zahlreiche neurologische und psychische Ausfälle (z.B. Gefühlsstörungen, Demenz) sind möglich. Je nachdem, welche Körperregion oder Funktion betroffen ist, unterteilen Mediziner die Spätsyphilis und ihre Symptome weiter.

Kardiovaskuläre Syphilis

Kleinere Blutgefäße versorgen die Wände von großen Gefäßen (z.B. Hauptschlagader, Aorta) mit Blut und damit mit Sauerstoff. Bei Syphilis können sich diese kleinen Gefäße entzünden und ihre Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen. Das hat Schäden an den großen Blutgefäßen zur Folge. Besonders im Bereich des in der Brust gelegenen Aortenbogens kann es so zu Aussackungen der Gefäßwand kommen, die unter Umständen aufbrechen können. In diesem Fall können Erkrankte verbluten. Eine ausgesackte Aorta kann auch die Herzklappenfunktion beeinträchtigen. Spätfolgen können dann eine Angina pectoris oder ein Herzinfarkt sein. Weil man die Syphilis heutzutage meist rechtzeitig und wirksam behandelt, sind solche Komplikationen mittlerweile selten.

Gummatöse Syphilis

Sehr seltene Symptome der Syphilis sind sogenannte Gummen – also Geschwulste, die eine gummiartige Konsistenz aufweisen. Gummen können sowohl äußerlich auf der Haut auftreten, als auch folgende Organe befallen:

Die Hautgummen sind Knötchen, die bis zu mehreren Zentimetern groß werden können. Sie treten vorwiegend im Gesicht, an Armen und Beinen und am Körperstamm auf und vergrößern sich nur langsam. Die Gummen der Knochen befallen vorwiegend den harten Gaumen, den Nasenknochen und die Nasenscheidewand. Man nimmt an, dass Gummen eine allergische Spätreaktion auf den Erreger darstellen.

Skelettsyphilis

Neben den Knochengummen kommt vorwiegend an den langen Röhrenknochen eine Entzündung der Knochenhaut vor. Der betroffene Bereich schwillt schmerzhaft an und die entzündete Knochenhaut verknöchert schalenartig um den Knochen. Außerdem kommt es zu Schäden im Innern des Knochens (sog. Markhöhle).

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