Syphilis (Lues): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Die Syphilis (Lues) ist eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit, die unbehandelt chronisch verläuft und schwere Spätschäden hervorrufen kann. Seit der Entdeckung des Penicillins hat die Syphilis aber erheblich an Bedrohlichkeit verloren.

Laut Infektionsschutzgesetz, das in Deutschland am 1. Januar 2001 in Kraft getreten ist, besteht eine nicht namentliche Meldepflicht bei einem direkten oder indirekten Nachweis des Erregers.

Historisches

Der Begriff Syphilis entstammt einer Art Lehrgedicht eines Arztes aus Verona in Italien aus dem Jahr 1530. In diesem Werk erkrankte ein Hirte namens Syphilis als Strafe für sein gotteslästerliches Leben. Der ebenfalls gebräuchliche Name Lues ist das lateinische Wort für "ansteckende Krankheit".

Die Syphilis kam nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492 mit den Seefahrern nach Europa. In relativ kurzer Zeit breitete sie sich über ganz Europa unter dem Namen "Plattern" aus. 1495 kam es in Neapel zu einer ersten Epidemie unter Soldaten und Seefahrern mit zahlreichen Toten. Nur wenige Krankheiten haben das soziale, religiöse und sexuelle Verhalten der Menschen über Jahrhunderte so sehr geprägt wie die Syphilis, die bis zur Entdeckung des Penicillins kaum heilbar war.

Zwar gab es vorher schon Versuche, die Krankheit zu therapieren – diese endeten aber oft mit verheerenden Wirkungen für die Betroffenen. So wurde beispielsweise das extrem giftige Quecksilber als Medikament verwendet und die Erkrankten stundenlang den Quecksilberdämpfen ausgesetzt. Erste halbwegs erfolgreiche Therapien der Syphilis ergaben sich vor dem Penicillin durch die Gabe des Wirkstoffs Salvarsan, einer Arsenverbindung, welche 1910 entwickelt wurde. Aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen wird Salvarsan heutzutage nicht mehr eingesetzt.

Häufigkeit

Seit dem Jahr 2001 müssen Labore dem Robert Koch-Institut jede nachgewiesene Syphilis melden. Seit ein paar Jahren steigt die Zahl der Syphilis-Meldungen in Deutschland an: Wurden dem RKI im Jahr 2011 3.691 Fälle gemeldet, waren es 2013 bereits 5.015 Meldungen. Männer sind dabei rund 14 Mal häufiger betroffen als Frauen – homosexuelle Männer sind besonders gefährdet. Sehr selten ist die angeborene Syphilis: Im Jahr 2013 gab es in Deutschland nur zwei gemeldete Fälle. Männer stecken sich am häufigsten im Alter zwischen 30 und 39 Jahren an, Frauen zwischen 25 und 29 Jahren.

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