Spreizfuß: Abgeflaches Fußquergewölbe

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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Der Spreizfuß ist von allen Fußfehlstellungen am häufigsten und betrifft überwiegend Frauen. Von einem Spreizfuß spricht man, wenn das Quergewölbe des Fußes abgeflacht ist. Durch die auseinander gespreizten Mittelfußknochen verbreitert sich der Vorderfuß.

Die gute Nachricht: Probleme bereiten die im Lauf des Lebens entstehenden Spreizfüße nicht unbedingt: Wenn überhaupt, führen sie meist erst in der zweiten Lebenshälfte zu Beschwerden wie Fußschmerzen oder ein Hallux valgus.

Für einen Spreizfuß kommen verschiedene Ursachen infrage: So kann beispielsweise Übergewicht für einen Spreizfuß verantwortlich sein, aber auch

Auch rheumatische Erkrankungen können unter Umständen zu einem Spreizfuß führen.

Da beim Spreizfuß das Quergewölbe abgesenkt ist, liegt der gesamte Vorfuß auf dem Boden auf, was zwei Folgen hat:

  • Einerseits ist der Fuß insgesamt (mehr oder weniger) verbreitert,
  • andererseits ist die für gewöhnlich außen liegende Lastaufnahme nach innen verlagert.

Ein Spreizfuß führt demnach zu einer vermehrten Belastung des zweiten und dritten Mittelfußknochens. Da diese Knochen jedoch nicht für die hohen Belastungen ausgelegt sind, kann es nachfolgend zu Schwielenbildung mit Schmerzen kommen.

Im weiteren Verlauf können weiterere Fuß- oder Zehenfehlstellungen auftreten (wie Hammerzeh, Krallenzeh, Hallux valgus). Wenn es nicht möglich ist, das eingesunkene Fußquergewölbe passiv auszugleichen, liegt ein sogenannter kontrakter Spreizfuß vor.

Die Diagnose erfolgt beim Spreizfuß anhand des äußeren Erscheinungsbilds und der auftretenden Symptome. Zusätzlich ist in einigen Fällen eine Röntgenuntersuchung sinnvoll. Eine Therapie ist nur dann nötig, wenn der Spreizfuß Beschwerden hervorruft: Dann kommen sowohl konservative (d.h. nicht-operative) als auch operative Maßnahmen infrage.

Schematischer Querschnitt durch das Fußskelett

Um den Fuß zu entlasten, ist es ratsam, spezielle Einlagen in die Schuhe zu legen. Diese orthopädischen Einlagen werden individuell auf den jeweiligen Fuß und seine Problematik angepasst. Darüber hinaus empfiehlt es sich, mit Gymnastik-Übungen (z.B. Greifübungen mit den Zehen, Barfußlaufen) die Fußmuskulatur zu stärken – beseitigen lässt sich die Fehlstellung so allerdings nicht.

Gegen akute Reizzustände helfen eine vorübergehende Ruhigstellung, feuchte Umschläge und Schmerzmittel. Wenn dies alles nicht ausreicht, kommt beim Spreizfuß eine Operation infrage, um die Mittelfußknochen zu versetzen und zusätzlich zum Spreizfuß bestehende Fehlstellungen der Zehen zu beheben.

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