Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Zu viele Schilddrüsenhormone

Veröffentlicht von: Astrid Clasen

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Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) beschleunigt den Stoffwechsel und die Herzfrequenz – und das hat weitreichende Folgen: zum Beispiel Gewichtsverlust, Haarausfall, Bluthochdruck, Nervosität, Schlafstörungen oder Durchfall. Frauen sind deutlich öfter betroffen als Männer.

Der Begriff Hyperthyreose für die Schilddrüsenüberfunktion setzt sich zusammen aus

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Die Schilddrüsenüberfunktion ist eine Funktionsstörung der Schilddrüse: Infolge der Überfunktion bildet die Schilddrüse zu viele Hormone. Diese Schilddrüsenhormone – Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) – greifen in alle Stoffwechselvorgänge des Körpers ein. Darum kurbelt die Überversorgung des Körpers mit den Hormonen den Stoffwechsel allgemein an.

Streng genommen ist die Schilddrüsenüberfunktion keine eigenständige Schilddrüsenerkrankung. Vielmehr ist die Hyperthyreose ein Symptom für verschiedene andere Erkrankungen.

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Die Schilddrüse befindet sich unterhalb des Kehlkopfs. Ihre Form ähnelt einem Schmetterling.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Symptome

Die mit einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) verbundenen Symptome sind äußerst vielfältig. Denn durch die Überversorgung mit den Hormonen ist der Stoffwechsel allgemein beschleunigt. Typische allgemeine Symptome der Schilddrüsenüberfunktion sind zum Beispiel:

Die Hyperthyreose wirkt sich aber auch spürbar auf einzelne Organsysteme aus. So arbeitet etwa das Herz-Kreislauf-System beschleunigt, weil die Schilddrüsenhormone den Körper empfindlicher gegenüber den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin machen. Diese Auswirkung der Schilddrüsenüberfunktion kann folgende Symptome auslösen:

Durch ihre Wirkung auf das Zentralnervensystem (ZNS = Gehirn und Rückenmark) verursacht die Schilddrüsenüberfunktion Symptome wie:

Auch Durchfall kann bei einer Schilddrüsenüberfunktion Teil der Symptome sein. Eine Frau kann zusätzlich Zyklusstörungen entwickeln. Außerdem ist bei einer Hyperthyreose oft die Schilddrüse vergrößert. Eine Überfunktion der Schilddrüse bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sich eine solche Struma bildet.

Je nach Ursache der Schilddrüsenüberfunktion können weitere Symptome hinzukommen. So erkrankt zum Beispiel beim Morbus Basedow oft die Augenhöhle. Diese sogenannte endokrine Orbitopathie führt dazu, dass der Augapfel hervortritt. Mediziner bezeichnen dieses Symptom als Exophthalmus, umgangssprachlich nennt man es auch Glupschauge, Glotzauge oder Glanzauge. Wie stark es ausgeprägt ist, sagt allerdings nichts über den Grad der Hyperthyreose aus.

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Die Schauspielerin Maggie Smith (bekannt u.a. aus den Harry-Potter-Filmen und der Serie Downton Abbey) erhielt 1988 die Diagnose Morbus Basedow. Wegen ihrer vorgewölbten Augen unterzog sie sich einer Augen-OP.

In etwa jedem zweiten Fall kommen bei einer durch Morbus Basedow bedingten Schilddrüsenüberfunktion zwei Symptome zum Exophthalmus hinzu: eine vergrößerte Schilddrüse (Struma) und Herzrasen. Treten diese drei für Morbus Basedow klassischen Symptome gleichzeitig auf, sprechen Mediziner von der Merseburger Trias.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Ursachen

Hinter einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) können viele verschiedene Erkrankungen stecken. Häufigste Ursachen sind der Morbus Basedow und die Schilddrüsenautonomie.

Morbus Basedow (basedowsche Krankheit)

Die Schilddrüsenüberfunktion ist häufig ein Symptom für die Autoimmunerkrankung namens Morbus Basedow (basedowsche Krankheit). Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe – die Ursache hierfür ist unbekannt. Mögliche Auslöser neben einer erblich bedingten Veranlagung sind:

Beim Morbus Basedow aktivieren Antikörper fälschlicherweise die Hormonproduktion im Schilddrüsengewebe: Ein gegen körpereigene Antigene gerichteter Antikörper (sog. Autoantikörper) ahmt die Wirkung des schilddrüsenstimulierenden Hormons (Thyreoidea-stimulierendes Hormon, TSH) nach. Die Autoantikörper heißen TRAK (TSH-Rezeptorautoantikörper). Als Folge bildet die Schilddrüse eine unkontrolliert große Menge an Schilddrüsenhormonen – es kommt zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Da die Ursachen hierfür autoimmune Vorgänge sind, heißt der Morbus Basedow fachsprachlich auch:

Schilddrüsenautonomie

Oft entsteht die Schilddrüsenüberfunktion auch infolge einer sogenannten Schilddrüsenautonomie. "Autonomie" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Schilddrüse unabhängig von äußeren Einflüssen nach ihren eigenen Gesetzen funktioniert: Bei der Schilddrüsenautonomie entkoppelt sich die Hormonbildung von der Kontrolle durch die übergeordneten Zentren im Gehirn – Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).

Ursache für die Schilddrüsenautonomie – und die damit verbundene Schilddrüsenüberfunktion – ist typischerweise ein Jodmangel. Die Autonomie kann die gesamte Schilddrüse oder aber nur bestimmte Bereiche betreffen. Einen solchen Bereich bezeichnet man als autonomes Adenom. Abhängig von der Menge des autonomen Schilddrüsengewebes kann die Schilddrüsenautonomie mit einer normalen Schilddrüsenfunktion oder einer nur leichten Überfunktion der Schilddrüse verbunden sein; es kann aber auch eine ausgeprägte Hyperthyreose entstehen.

Seltene Ursachen

Nur selten sind für eine Schilddrüsenüberfunktion weder ein Morbus Basedow noch eine Schilddrüsenautonomie verantwortlich, sondern eine andere Erkrankung oder sonstige Einflüsse. Seltene Ursachen für eine Hyperthyreose sind zum Beispiel:

Zu den seltenen Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion gehört auch die Anwendung von Substanzen, die Jod enthalten (z.B. Medikamente oder Röntgenkontrastmittel). Zudem kann sich eine sogenannte Hyperthyreosis factitia entwickelt, wenn ein Mensch zu viele Schilddrüsenhormone einnimmt. Diese Form der Überfunktion der Schilddrüse ist in dem Sinne selbst gemacht.

Häufigkeit

Die Schilddrüsenüberfunktion kommt recht häufig vor. Dabei sind Frauen deutlich öfter betroffen als Männer: Insgesamt haben etwa 2 von 1000 Männern und 20 von 1000 Frauen eine Hyperthyreose.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Diagnose

Um eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu diagnostizieren, ermittelt der Arzt die Schilddrüsenwerte im Blut. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse

Wenn die Blutuntersuchung einen durchschnittlichen TSH-Wert ergibt, gilt eine Schilddrüsenüberfunktion als ausgeschlossen.

Ein Überangebot an Schilddrüsenhormonen allein sagt jedoch nichts darüber aus, warum es zu der Schilddrüsenüberfunktion kam. Darum sind eine gründliche Befragung (z.B. zu eingenommenen Medikamenten und vorausgegangenen Untersuchungen) und gegebenenfalls weitere Untersuchungen nötig, um die Ursache der Hyperthyreose einzugrenzen.

Ob ein Morbus Basedow hinter der Schilddrüsenüberfunktion steckt, kann der Arzt anhand der sogenannten Merseburger Trias feststellen (= hervortretender Augapfel, vergrößerte Schilddrüse, Herzrasen). Im Zweifelsfall kann ein Nachweis bestimmter Autoantikörper (sog. TRAK, TSH-Rezeptorautoantikörper) oder eine Gewebeuntersuchung mithilfe einer Feinnadelbiopsie die Diagnose bekräftigen. In der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sieht die Struktur der Schilddrüse beim Morbus Basedow meist verändert aus (sie ist echoarm).

Hat eine Schilddrüsenautonomie die Schilddrüsenüberfunktion verursacht, ist eine Szintigraphie hilfreich: Hierbei bekommt man eine radioaktiv markierte Substanz in die Vene gespritzt. Nach etwa 20 Minuten lässt sich die Substanz im Schilddrüsengewebe durch eine spezielle Kamera nachweisen. Da gesundes und krankes Schilddrüsengewebe die Substanz unterschiedlich stark aufnehmen, kann der Arzt Gebiete mit gesteigerter Hormonbildung (sog. heiße Knoten) von solchen mit normaler, niedriger oder fehlender Bildung (sog. kalte Knoten) unterscheiden.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Behandlung

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zielt die Behandlung in erster Linie darauf ab, die Symptome zu verbessern. Dies kann geschehen durch

Ernährung

Eine spezielle Diät gegen die Schilddrüsenüberfunktion steht zur Behandlung nicht zur Verfügung. Dennoch spielt die richtige Ernährung bei Hyperthyreose eine große Rolle:

Erwachsene haben einen durchschnittlichen Tagesbedarf von rund 150 bis 200 Mikrogramm Jod (in der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Jodbedarf höher). Wenn Sie solche Jodmengen über die tägliche Ernährung (mit Jodsalz usw.) aufnehmen, hat dies keine negativen Auswirkungen auf Ihre Schilddrüsenüberfunktion.

Gute Jodquellen sind Meeresfische wie Schellfisch, Seelachs, Scholle, Kabeljau: 100 Gramm dieser Fische können bis zu 140 Mikrogramm Jod enthalten. Auch Milch und Milchprodukte sind bedeutende Jodlieferanten. Mit jodiertem Speisesalz hergestellte Lebensmittel (wie Brot) tragen ebenfalls zur Jodversorgung bei.

Mit einer ausgewogenen Ernährung brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, dass Sie zu viel Jod aufnehmen könnten. Aber Achtung: Mehr als 500 Mikrogramm Jod am Tag sollten es bei einer Schilddrüsenüberfunktion nie sein! Darum sind eine größere Jodzufuhr sowie äußerlicher Kontakt mit Jod bei Hyperthyreose zu vermeiden – dazu gehören:

Medikamente

Ob bei einer Schilddrüsenüberfunktion Medikamente zur Behandlung geeignet sind und welche Mittel der Arzt verschreibt, hängt vor allem von der Ursache der Hyperthyreose ab.

Steckt ein Morbus Basedow hinter Ihrer Schilddrüsenüberfunktion, erhalten Sie zur Behandlung vor allem sogenannte Thyreostatika (Thiamazol und Carbimazol). Diese Medikamente hemmen die Bildung der Schilddrüsenhormone und lindern so die Symptome der Hyperthyreose.

Häufig ist es bei Morbus Basedow ratsam, die Thyreostatika etwa ein Jahr lang einzunehmen, da innerhalb der ersten Monate Rückfälle häufig sind. Tritt nach mehreren Jahren ein Rückfall auf, kommt eine Operation oder eine Radiojodtherapie infrage, um die Schilddrüsenüberfunktion zu beheben.

Wenn Sie jedoch aufgrund einer Schilddrüsenautonomie eine Schilddrüsenüberfunktion haben, sind Thyreostatika für Ihre Behandlung nicht geeignet: Zwar hemmen Thyreostatika auch in dem Fall die Hormonproduktion der Schilddrüse. Nach Absetzten der Medikamente besteht die Autonomie aber unverändert fort. Damit die Therapie dauerhaft wirkt, müssten Sie die Mittel also immer weiter einnehmen. Das Problem dabei sind die möglichen Nebenwirkungen – wie:

Eine lebenslange Einnahme der Medikamente ist also nicht ratsam. Daher fällt bei einer Schilddrüsenüberfunktion durch Schilddrüsenautonomie die Wahl oft von vornherein auf eine Operation oder Radiojodtherapie.

Wenn die Empfindlichkeit Ihres Organismus gegenüber den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin durch die Schilddrüsenüberfunktion gesteigert ist, bieten sich zur Behandlung weitere Medikamente an: In dem Fall helfen Beta-Blocker wie zum Beispiel der Wirkstoff Propranolol.

Operation

Unter Umständen kommt bei einer Schilddrüsenüberfunktion eine operative Behandlung infrage. Die Operation ist bei einer Überfunktion der Schilddrüse zum Beispiel dann sinnvoll, wenn

Um die Schilddrüsenüberfunktion operativ zu beheben, muss der Operateur genau so viel von dem funktionsfähigen Schilddrüsengewebe entfernen, dass der verbleibende Rest nicht mehr ausreicht, um den Körper mit Schilddrüsenhormonen zu überschwemmen. Das heißt:

Bleibt nach der Operation nicht mehr genügend Schilddrüsengewebe übrig, um den Körper ausreichend mit Hormonen zu versorgen, kommt es anstelle der Schilddrüsenüberfunktion zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Diese kann man jedoch ohne Probleme mit einer Hormonersatztherapie mit dem Wirkstoff L-Thyroxin behandeln.

Meist hat eine Schilddrüsenoperation keine bleibenden Folgen. Nur in zwei bis drei von hundert Fällen treten dauerhafte und schwerwiegende Komplikationen auf. Beispiele:

Die operative Therapie der Hyperthyreose birgt zudem – wie jede Operation – das Risiko, dass es im Anschluss zu Nachblutungen kommen kann. In jedem Fall ist sorgfältig abzuwägen, ob die Schilddrüsenüberfunktion zur Behandlung eine Operation erfordert. Außerdem ist es empfehlenswert, sich einen erfahrenen Operateur zu suchen.

Radiojodtherapie

Unter bestimmten Umständen ist bei einer Schilddrüsenüberfunktion eine operative Behandlung sinnvoll, aber zu riskant. Manche Menschen lehnen es auch strikt ab, sich wegen einer Hyperthyreose operieren zu lassen. In solchen Fällen kann eine Radiojodtherapie weiterhelfen.

Bei der gegen Hyperthyreose eingesetzten Radiojodtherapie handelt es sich um eine Strahlenbehandlung der Schilddrüse. Hierzu nehmen Sie ein radioaktives Jodisotop – Jod 131 – ein, das gezielt auf das Schilddrüsengewebe wirkt und so die Schilddrüsenüberfunktion mindert. Für andere Organe bedeutet die Behandlung nur eine verschwindend geringe Strahlenbelastung. Auch ein Zusammenhang zwischen dieser Therapieform und Krebserkrankungen ist bisher nicht bekannt.

In der Schwangerschaft und Stillzeit ist allerdings davon abzuraten, mit einer Radiojodtherapie gegen eine Schilddrüsenüberfunktion vorzugehen. Nach der Behandlung ist es zudem empfehlenswert, mindestens sechs Monate lang einen eventuellen Kinderwunsch zurückzustellen.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Verlauf

Prognose

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion hängen Verlauf und Prognose vor allem davon ab, wodurch die Funktionsstörung der Schilddrüse bedingt ist:

Komplikationen

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann in ihrem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein.

Eine mögliche Komplikation jeder Schilddrüsenüberfunktion (unabhängig von deren Ursache) ist die sogenannte thyreotoxische Krise. Hierbei verschlimmert sich die Hyperthyreose lebensbedrohlich. Zu den Symptomen gehören:

Bleibt die Schilddrüsenüberfunktion in einem solchen Zustand unbehandelt, kommt es im weiteren Verlauf der Krise zu Bewusstseinsstörungen und Verwirrtheit und letztendlich zu Koma und Kreislaufversagen. Die thyreotoxische Krise ist eine lebensbedrohliche Notfallsituation, die eine schnelle intensivmedizinische Hilfe notwendig macht.

Eine thyreotoxische Krise bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann verschiedene Gründe haben. Oft entsteht sie bei einer unerkannten Überfunktion der Schilddrüse durch die Zufuhr von zu viel Jod (z.B. in Röntgenkontrastmitteln). Auch eine unzureichend behandelte Hyperthyreose sowie zusätzliche Belastungen (z.B. Zweiterkrankungen, schwere Infektionen, Unfälle oder Narkosen) können eine thyreotoxische Krise auslösen.

Weitere mögliche Komplikationen der Schilddrüsenüberfunktion sind eine plötzliche Minderdurchblutung (Ischämie) des Gehirns und dadurch bedingte Schlaganfälle. Schon junge Erwachsene mit einer Hyperthyreose haben ein um fast 50 Prozent höheres Risiko für einen Schlaganfall als Menschen, deren Schilddrüse normal funktioniert.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Vorbeugen

Einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) können Sie nur begrenzt vorbeugen. Denn sie ist oft durch Erkrankungen bedingt, deren Entstehung Sie nicht beeinflussen können.

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann aber auch andere – äußere – Ursachen haben, die Sie durchaus vermeiden können. So kann eine Hyperthyreose zum Beispiel durch Überdosierung von Schilddrüsenhormonen oder Anwendung jodhaltiger Substanzen (wie z.B. Medikamente oder Röntgenkontrastmittel) entstehen. Einer solchen Schilddrüsenüberfunktion vorbeugen heißt: die jeweiligen Substanzen nur in der vorgeschriebenen Dosis einnehmen beziehungsweise nur sorgfältig verabreichen!

Daher ist es ratsam, vor der Verordnung jodhaltiger Substanzen oder vor einer Operation immer die Schilddrüsenfunktion zu untersuchen.

Bei der Ernährung ist es aber trotz Schilddrüsenüberfunktion wichtig, auf eine ausreichende Zufuhr von Jod zu achten (z.B. indem Sie jodiertes Speisesalz verwenden). Die mit der Nahrung aufgenommenen Jodmengen haben – bei ausgewogener und bedarfsgerechter Ernährungsweise – normalerweise keine negativen Auswirkungen auf eine schon bestehende Hyperthyreose.

Achtung, Ausnahme: Meeresalgen (z.B. in Sushi) sollten Sie bei bestehender Schilddrüsenüberfunktion nicht in größeren Mengen verzehren, weil der Jodgehalt von Algen stark schwankt und extrem hoch sein kann!

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu Schilddrüsenüberfunktion
Morbus Basedow

Linktipps:

www.morbusbasedow.de
Diese Seiten bieten Informationen und Hilfestellung für Betroffene und Ärzte. Es gibt neben dem umfangreichen Informationsangebot auch ein gut besuchtes Diskussionsforum.

www.schilddruesenzentrum-koeln.de
Das unabhängige Schilddrüsenzentrum Köln bietet umfangreiche, von Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammengetragene Informationen zu allen Themen rund um die Schilddrüse.

Quellen:

Schilddrüsenüberfunktion. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abrufdatum: 22.8.2017)

Hyperthyreose. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 3.7.2017)

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Wehling, M. (Hrsg.): Klinische Pharmakologie. Thieme, Stuttgart 2011

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Aktualisiert am: 22. August 2017

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