Rinderbandwurm-Infektion

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Zu einer Rinderbandwurm-Infektion kommt es, wenn man rohes oder ungenügend erhitztes Rindfleisch isst, das eingekapselte Wurmvorstufen (Finnen) enthält. Meist verursacht ein Bandwurmbefall keine Beschwerden.

Als erstes Anzeichen der Rinderbandwurm-Infektion entdecken Betroffene oft zufällig Wurmglieder oder Eier im Stuhl. Der Arzt stellt deshalb bei einer Rinderbandwurm-Infektion die Diagnose vor allem über eine Stuhlprobe. Die Glieder des Rinderbandwurms lassen sich mit bloßem Auge erkennen und können mit dem Mikroskop noch genauer untersucht werden. Ansonsten ruft die Rinderbandwurm-Infektion häufig keinerlei Symptome hervor. Manchmal verspüren Betroffene aber unter anderem:

Um den Rinderbandwurm zu entfernen, verordnet der Arzt Niclosamid-Tabletten oder alternative Präparate wie Praziquantel. In der Regel reicht es aus, das Medikament einmal einzunehmen, um den Rinderbandwurm im Darm abzutöten.

Bandwürmer wie der Rinderbandwurm sind Parasiten. Beim Menschen ist der Rinderbandwurm vor allem in Regionen verbreitet, in denen die Bevölkerung viel Rindfleisch verzehrt.

Parasiten leben auf Kosten eines sogenannten Wirtes, an den sie angepasst sind. Viele Bandwürmer wechseln ihren Wirt im Laufe ihres Entwicklungszyklus. Sie haben einen End- und meistens einen oder zwei Zwischenwirte. Während der Entwicklung nutzen sie verschiedene Zwischenwirte, die erwachsenen Parasiten leben auf dem sogenannten Endwirt – es finden dann keine weiteren Wirtswechsel mehr statt.

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Der Mensch ist der Endwirt des Rinderbandwurms.

Beim Rinderbandwurm (Taenia saginata: Zwischenwirt Rind) ist der Mensch der Endwirt, ebenso beim Schweinebandwurm (Taenia solium: Zwischenwirt Schwein), Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum: Zwischenwirt Fisch) und Zwergbandwurm (Hymenolepis nana: keine Zwischenwirte).

Der adulte (erwachsene) Rinderbandwurm ist circa 1,5 bis 2 Zentimeter breit und maximal 10 Meter lang. Im Darm kann der geschlechtsreife Wurm bis zu 40 Jahre lang überleben.

Die Finnen des Rinderbandwurms überleben nicht, wenn Rindfleisch gekocht oder eingefroren wird.

Deshalb ist es wichtig, nur ausreichend erhitztes (ein paar Minuten bei mindestens 70 Grad) oder für mindestens 10 Tage bei minus 18 Grad eingefrorenes Rindfleisch zu verzehren, um einer Rinderbandwurm-Infektion vorzubeugen.

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