Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit): Ursachen

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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Worin genau der Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit) seine Ursachen hat, ist nicht restlos geklärt. Fest steht: Die für den Morbus Scheuermann typische Verkrümmung der Wirbelsäule ist die Folge von Wachstumsstörungen der knorpeligen Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper. 

Wie entsteht die Scheuermann-Krankheit genau?

Beim Morbus Scheuermann wächst die vordere Kante der Wirbelkörper langsamer als die hintere., sodass der Wirbelkörper eine Keilform entwickelt. Typischerweise findet die Keilwirbelbildung, die immer mehrere Wirbelkörper gleichzeitig betrifft, beim Morbus Scheuermann in der Brustwirbelsäule statt.Die Folge: Die in diesem Bereich natürliche Krümmung der Wirbelsäule nach hinten (sog. Kyphose) verstärkt sich zusätzlich – es entsteht ein Rundrücken.

Eine Scheuermann-Krankheit der Lendenwirbelsäule ist deutlich seltener: Hierbei ist die in dem Bereich natürlicherweise nach vorne gerichtete Wirbelsäulenkrümmung (sog. Lordose) abgeflacht, sodass sich ein Flachrücken ausbilden kann.

  • Der für Morbus Scheuermann typische Rundrücken hat seine Ursachen in Wachstumsstörungen im Bereich der Brustwirbelsäule,
  • während der seltenere Flachrücken aufgrund von Wachstumsstörungen im Bereich der Lendenwirbelsäule entsteht.

Typisch für Morbus Scheuermann sind sogenannte Schmorl-Knötchen im Röntgenbild. Dabei handelt es sich um kleine Eindellungen in den Wirbelkörpern, wodurch die Bandscheiben verschmälert werden. (Quelle: Wikimedia Commons, J. Lengerke, CC BY-SA 3.0)

Darüber hinaus kommt es beim Morbus Scheuermann vor, dass im Bereich der Grund- und Deckplatten Bandscheibengewebe in den Wirbelkörper einbricht. Die dadurch im Wirbelkörper entstehenden Regionen bezeichnet man als Schmorl-Knötchen. Die Zwischenwirbelräume verschmälern sich, da sich das Bandscheibengewebe verlagert.

Warum das Wachstum beim Morbus Scheuermann gestört ist, kann verschiedene Gründe haben. Es kommen vielfältige Ursachen infrage, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Dabei können sowohl innere als auch äußere Faktoren an der Entstehung der Scheuermann-Krankheit beteiligt sein – dazu gehören

Vermutlich spielt auch die alltägliche Körperhaltung der Kinder eine Rolle: Ein schlaffer Oberkörper mit herunterhängenden Schultern kann einen Morbus Scheuermann begünstigen. 

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