Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit): Definition

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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Der Begriff Morbus Scheuermann (d.h. Scheuermann-Krankheit) bezeichnet eine vorwiegend bei Jugendlichen vorkommende Wachstumsstörung der Wirbelsäule. Diese Wachstumsstörung führt zur

Die Brustwirbelsäule zeigt eine normalerweise nur gering ausgeprägte, nach hinten gerichtete Krümmung: eine sogenannte Kyphose (griech. kyphos = gekrümmt, gebückt). Die nach vorne gerichtete Krümmung der Hals- und Lendenwirbelsäule bezeichnet man als Lordose (griech. lordos = vorwärts gekrümmt).

Typisch für Morbus Scheuermann ist eine krankhaft verstärkte Kyphose im Bereich der Brustwirbelsäule beziehungsweise ein Rundrücken. Sehr viel seltener ist bei der Scheuermann-Krankheit eine Abflachung der Lordose – also eine Kyphose im Lendenbereich – zu finden, die zu einem ausgeprägten Flachrücken führen kann.

Da sich die Folgen der Wachstumsstörung der Wirbelsäule in der Regel zwischen Pubertät und Erwachsenenalter zeigen, bezeichnet man den Morbus Scheuermann auch als

  • Adoleszentenkyphose (Adolenszenz = späterer Abschnitt des Jugendalters) 
  • oder juvenile Kyphose (juvenil = jugendlich, für junge Menschen typisch).

Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr. Jungen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Die Bezeichnung Morbus Scheuermann geht auf den dänischen Röntgenologen H. W. Scheuermann (1877-1960) zurück. 

Morbus Scheuermann weist in der Gesamtbevölkerung eine Häufigkeit von schätzungsweise bis zu acht Prozent auf – damit ist die Scheuermann-Krankheit die häufigste Wirbelsäulenveränderung bei Jugendlichen. Allerdings schwanken die Angaben zur Häufigkeit der Wirbelsäulenerkrankung stark, da es schwierig ist, die normale (physiologische) Krümmung der Brustwirbelsäule nach hinten (Kyphose) von der krankhaften (pathologischen) Kyphose zu unterscheiden und der Morbus Scheuermann häufig unentdeckt bleibt. 

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