Magenkrebs: Früh erkannt heilbar

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Magenkrebs (Magenkarzinom) bereitet zu Beginn oft keine oder nur unspezifische Symptome. Beschwerden wie Übelkeit, Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit können viele Ursachen haben und sind eher selten auf Magenkrebs zurückzuführen. Dennoch sollte man länger anhaltende Beschwerden abklären lassen – denn je eher Magenkrebs entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

Was ist Magenkrebs?

Magenkrebs (Magenkarzinom) entsteht, wenn Zellen des Magens "entarten" und sich unkontrolliert vermehren, sodass sich ein bösartiger Tumor  entwickelt.

Meist bildet sich ein Magenkarzinom aus Drüsengewebe in der Magenschleimhaut. Ärzte bezeichnen Tumoren aus Drüsengewebe als Adenokarzinom. Nur selten entsteht ein Magenkarzinom aus Zellen der Magenmuskulatur oder aus Gewebe des Lymphsystems im Magen.

Wie häufig ist Magenkrebs?

Seit mehr als 30 Jahren erkranken in Deutschland immer weniger Menschen an einem Magenkarzinom. 2013 erhielten rund 15.600 Menschen die Diagnose Magenkrebs, davon waren etwa 9.300 Männer und 6.300 Frauen. Aktuell erkranken circa 15.000 Personen pro Jahr. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass diese Zahlen in den nächsten Jahren weiter sinken werden.

Wissenschaftler vermuten, dass die sinkenden Erkrankungszahlen unter anderem auf veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen sind – denn die Ernährung spielt bei der Entstehung von Magenkrebs eine große Rolle. Auch ist das Bakterium Helicobacter pylori, das als Hauptrisikofaktor für Magenkrebs gilt, mittlerweile etwas weniger verbreitet.

Trotz des Erkrankungsrückgangs zählt Magenkrebs zu den häufigsten Todesursachen, die durch einen bösartigen Tumor ausgelöst werden. Dies liegt vor allem daran, dass die Symptome bei Magenkrebs oft uncharakteristisch sind. Dadurch bleibt ein Magenkarzinom häufig lange unentdeckt.

Im Durchschnitt sind Menschen, die die Diagnose Magenkrebs bekommen, älter als 70 Jahre. Menschen mittleren Alters erkranken deutlich seltener, und bei Kindern und jungen Erwachsenen ist ein Magenkarzinom eine Rarität.

Magenkrebs (Magenkarzinom): Symptome

Magenkrebs (Magenkarzinom) bereitet oft lange Zeit keine Symptome, oder aber die Beschwerden sind so uncharakteristisch, dass sie als harmlos eingestuft werden. Häufig treten lange Zeit keine Beschwerden auf oder Betroffene stufen die Symptome als harmlos ein.

Mögliche Magenkrebs-Symptome sind zum Beispiel:

Beachten Sie: Solche Symptome können auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten und oft sind sie harmlos. Zur Sicherheit sollten Sie länger anhaltende und/oder starke Beschwerden aber immer vom Arzt abklären lassen.

Symptome im weiteren Verlauf

Ist der Tumor bereits größer, können weitere Symptome hinzutreten:

Im fortgeschrittenen Stadium kann Magenkrebs "streuen". Das heißt: Krebszellen lösen sich vom Tumor und gelangen über die Blutbahn in andere Körperregionen, wo sie Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Dies kann zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Zwei Beispiele:

Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik

Einige Erkrankungen können gleiche oder ähnliche Symptome wie Magenkrebs verursachen. Zu solchen Erkrankungen gehören zum Beispiel:

Magenkrebs (Magenkarzinom): Was sind die Ursachen?

Die genauen Ursachen von Magenkrebs (Magenkarzinom) sind bislang nicht eindeutig geklärt. Jedoch kennt man einige Risikofaktoren, welche die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen. Hierzu zählen insbesondere

Magenschleimhautentzündung durch Helicobacter pylori

Fast alle Patienten mit Magenkrebs haben/hatten schon einmal eine Magenschleimhautentzündung, die durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen wurde. Auch das Risiko, an einem Lymphdrüsen-Tumor des Magens (Magenlymphom) zu erkranken, erhöht sich bei einer Helicobacter-Infektion deutlich.

Eine Magenschleimhautentzündung durch Helicobacter pylori gilt als wichtigster Risikofaktor für Magenkrebs. Jedoch: Obwohl Helicobacter pylori bei fast jedem Patienten mit Magenkrebs zu finden ist, bedeutet das nicht, dass jeder, der das Bakterium in sich trägt, auch an Magenkrebs erkranken wird. Helicobacter-pylori-Infektionen sind sehr häufig – aber nur ein Bruchteil der infizierten Personen erkrankt im Laufe seines Lebens an Magenkrebs.

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Erhöht das Magenkrebs-Risiko: das Bakterium Helicobacter pylori (© Dr.Gary Gaugler/OKAPIA)

Ernährungs- und Lebensgewohnheiten

Individuelle Ernährungsgewohnheiten spielen bei der Entstehung von Magenkrebs eine große Rolle.

Das Risiko, Magenkrebs zu bekommen, erhöht sich durch:

Rauchen stellt ebenfalls einen Risikofaktor für ein Magenkarzinom dar, da sich krebserregende Bestandteile des Tabakrauchs mit dem Speichel lösen und so in den Magen gelangen. Nicht zuletzt erhöht Übergewicht das Risiko für Magenkrebs.

Eine bakterielle Infektion des Magens mit Helicobacter pylori ist der Hauptrisikofaktor für Magenkrebs. Zu wenig frisches Obst und Gemüse, zu viel Fleisch sowie stark gesalzene, gegrillte, gepökelte oder geräucherte Speisen begünstigen die Tumorentstehung ebenfalls. Und auch Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum erhöhen das Magenkrebsrisiko.

Magenerkrankungen

Neben einer Magenschleimhautentzündung durch Helicobacter pylori können weitere Magenerkrankungen und -operationen das Krebsrisiko erhöhen. Hierzu zählen etwa:

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Immer wiederkehrende Magengeschwüre erhöhen das Magenkrebs-Risiko.

Nur selten entwickelt sich Magenkrebs auf einer vollkommen gesunden Magenschleimhaut.

Genetische Risikofaktoren

Das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, steigt bei erblicher Veranlagung. So treten in manchen Familien vermehrt Fälle von Magenkrebs auf. Sind Familienmitglieder ersten Grades – also Eltern, Kinder oder Geschwister – an Magenkrebs erkrankt, ist das eigene Risiko im Vergleich zu anderen Menschen um das Zwei-bis Dreifache erhöht.

Magenkrebs (Magenkarzinom): Diagnose

Bei möglichen Anzeichen von Magenkrebs (Magenkarzinom) ist der Hausarzt in der Regel der erste Ansprechpartner. Zunächst wird er im Gespräch einige Fragen zur Krankengeschichte stellen. So wird er zum Beispiel wissen wollen, welche Beschwerden sein Patient hat und wie lange diese schon anhalten. Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung.

Die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von Magenkrebs ist die Magenspiegelung. Wenn Magenbeschwerden länger als drei Wochen anhalten, sollte immer eine Magenspiegelung durchgeführt werden. Eine frühe Diagnose von Magenkrebs ist besonders wichtig – denn je weiter fortgeschritten das Karzinom ist, desto schlechter die Prognose.

Wenn Magenkrebs zu Blutungen führt, lässt sich dieses Blut im Stuhl mit einem Test (Hämoccult-Test) nachweisen. Ein eindeutiger Beweis für Magenkrebs ist dies jedoch nicht. Zudem kann eine längere Blutung des Tumors zu einer Eisenmangelanämie führen, was im Blutbild sichtbar ist.

Magenspiegelung

Mithilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) kann der Arzt direkt in den Magen hineinsehen und bei Bedarf eine Gewebeprobe nehmen.

Der Arzt schiebt ein flexibles, schlauchförmiges Instrument, das Endoskop, über die Speiseröhre in den Magen vor. Mit dem Endoskop kann er den Magen von innen betrachten und so Veränderungen der Magenschleimhaut feststellen.

An der Spitze des Endoskops befindet sich eine winzige Kamera, die das erzeugte Bild auf einen Monitor überträgt. In einem Endoskop befindet sich außerdem eine kleine Röhre, durch die der Arzt spezielle Instrumente in den Magen bringen kann. Mit diesen Instrumenten kann er eine Probe aus verdächtigen Stellen der Magenwand entnehmen (Biopsie), die dann im Labor unter dem Mikroskop untersucht wird.

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Die Magenspiegelung ist die beste Methode, um Magenkrebs zu diagnostizieren.

Die Magenspiegelung ist am besten geeignet, um ein Magenkarzinom in einem frühen – und damit möglicherweise noch heilbaren – Stadium sicher zu diagnostizieren.

In der Regel kann man eine Magenspiegelung ambulant durchführen, das heißt, Sie können danach wieder nach Hause gehen. Sie dauert nur wenige Minuten. Das Gefühl beim Schlucken des Schlauchs empfinden Betroffene häufig als unangenehm. Auf Wunsch können Sie sich daher vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel verabreichen lassen. Die eigentliche Spiegelung nehmen Sie dann nicht bewusst wahr.

Weitere Untersuchungen

Handelt es sich tatsächlich um Magenkrebs, schließen sich weitere Untersuchungen an. Der Arzt muss unter anderem herausfinden, ob sich Tochtergeschwulste in anderen Körperbereichen gebildet haben und wie groß der Tumor bereits ist.

Laborwerte

Anhand der Blutwerte des Patienten kann der Arzt unter anderem erkennen, wie gut einzelne Organe funktionieren und in welchem körperlichen Zustand sich der Patient befindet.

Röntgen, Ultraschall und Computertomographie

Nach der Diagnose Magenkrebs kommen weitere Untersuchungen zum Einsatz:

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung von innen (Endosonographie) kann der Arzt insbesondere die Ausdehnung des Magenkrebses in der Magenwand gut beurteilen. Auch der mögliche Befall von Lymphknoten lässt sich mithilfe dieser Methode nachweisen.

Bei Magenkrebs kann man die Tumormarker CA 72-4, CA 19-9 und CEA im Blut bestimmen lassen. Tumormarker sind Substanzen, die bei bestimmten Tumorerkrankungen im Blut vermehrt vorkommen können. Wenn sich eine erhöhte Konzentration nachweisen lässt, können diese Marker im Verlauf der Therapiekontrolle dienen. Als Suchtest für einen ersten Hinweis auf Magenkrebs sind die Tumormarker allerdings weniger geeignet.

Bauchspiegelung

In bestimmten Fällen von fortgeschrittenem Magenkrebs kann es nötig sein, den Tumor und seine Ausbreitung direkt in Augenschein zu nehmen. Dazu ist eine Bauchspiegelung geeignet, auch Laparoskopie genannt. Dabei setzt der Arzt zunächst kleine Schnitte in die Bauchdecke und führt eine Kamera ein, um den Bauch von innen zu betrachten. Eine Bauchspiegelung wird in der Regel im Krankenhaus durchgeführt.

Magnetresonanztomographie

Weisen die vorangegangenen Untersuchungen darauf hin, dass der Krebs in die Leber gestreut haben könnte, kann eine Magnetresonanztomographie der Leber hilfreich sein. Mithilfe eines Magnetfelds kann der Arzt den betroffenen Körperbereich Schicht für Schicht betrachten.

Skelettszintigraphie

Die Skelettszintigraphie kann dem Arzt bei der Suche nach Tochtergeschwulsten im Knochen (Knochenmetastasen) helfen. Bei dieser Methode erhält der Untersuchte ein schwach radioaktives Präparat in die Vene. Von dort aus verteilt es sich im Körper und gelangt somit auch in die Knochen. An Stellen mit gesteigerter Knochen-Neubildung, etwa durch Reparaturprozesse an Knochenmetastasen, reichert sich die Substanz an. Da das Präparat leicht radioaktiv ist, kann man mithilfe einer Gammakamera messen, wie es sich im Körper verteilt. Die Skelettszintigraphie sollte nur zum Einsatz kommen, wenn es Hinweise darauf gibt, dass die Kochen von Krebszellen befallen sein könnten.

Staging

Bei Magenkrebs ist es wichtig, das Tumorstadium (Staging) zu ermitteln (sog. Staging). Nach dem Stadium richten sich die Therapie und die Prognose. In welchem Stadium sich der Krebs befindet, hängt von drei Faktoren ab:

Aus diesen drei Kriterien ergibt sich die sogenannte TNM-Klassifikation.

TNM-Klassifikation

Nach der internationalen TNM-Klassifikation ergibt sich folgende Einteilung für das Tumorstadium:

T: Primärtumor (zuerst aufgetretene Krebsgeschwulst)

Stadium Befund
T is Carcinoma in situ, d.h. der Krebs ist auf die Schleimhautoberfläche beschränkt. In diesem Stadium haben sich noch keine Metastasen gebildet.
T1 Frühkarzinom: Als "early cancer" (Frühkarzinom) bezeichnet man ein Magenkarzinom, welches nur oberflächennah in Schleimhaut (Mukosa) und die Bindegewebsschicht unter der Schleimhaut (Submukosa) einwächst und die tieferen Schichten noch nicht erreicht hat. Wächst der Tumor bereits in die tieferen Wandschichten ein, spricht man von einem "advanced cancer" (fortgeschrittenes Karzinom).
T2 Tumorinvasion bis in die Muskularis, d.h., der Tumor wächst in die Muskelschicht des Magens ein.
T3 Tumorinvasion bis in das Bauchfell (Serosa) ohne benachbarte Organe und Strukturen
T4 Der Tumor wächst in angrenzende Strukturen (z.B. Milz, Dickdarm, Leber, Zwerchfell, Bauchspeicheldrüse, Bauchwand, Niere, Nebenniere, Dünndarm) hinein.

N: Lymphknotenbefall

Stadium Befund
N0 Keine Lymphknoten befallen
N1 Befall von 1 bis 2 benachbarten (regionären) Lymphknoten
N2 Befall von 3 bis 6 benachbarten (regionären) Lymphknoten
N3 Befall von 7 bis 15 benachbarten (regionären) Lymphknoten (N3a) oder mehr als 15 benachbarten Lymphknoten (N3b)

M: Fernmetastasen

Stadium Befund
M0 Keine Fernmetastasen
M1 Fernmetastasen vorhanden

Ein Beispiel: Die Angabe T1 NO MO bedeutet, dass der Tumor noch klein ist (T1) und dass weder benachbarte Lymphknoten (N0) noch Fernmetasten (M0) vorhanden sind.

Laurén-Klassifikation

Die sogenannte Laurén-Klassifikation hat besondere Bedeutung für das Ausmaß einer Operation. Anhand der Laurén-Klassifikation unterscheiden Ärzte verschiedene Wachstumsformen von Magenkrebs:

Grading (Differenzierungsgrad)

Durch das sogenannte Grading (engl. to grade = einstufen, einteilen) bekommt der Arzt Hinweise darauf, wie aggressiv der Magenkrebs ist. Dabei untersucht der Mediziner anhand einer Probe, wie das Krebsgewebe beschaffen ist. Man unterscheidet zwischen den Stufen:

Es gilt: Je niedriger die Grading-Stufe, desto langsamer und weniger aggressiv ist das Wachstum des Tumors.

Metastasierung

Metastasen sind Absiedelungen (Tochtergeschwulste) von bösartigen Tumoren, so etwa in Form von:

MALT-Lymphom

Eine Sonderstellung bei Magenkrebs nehmen die sogenannten malignen Lymphome ein, die Mediziner auch als MALT-Lymphome bezeichnen. Dabei handelt es sich um bösartig entartetes Lymphgewebe und nicht, wie bei den meisten anderen Tumoren, um bösartige Drüsenzellen der Magenschleimhaut.

Magenkrebs (Magenkarzinom): Therapie

Bei Magenkrebs (Magenkarzinom) richtet sich die Therapie in erster Linie danach, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, ob Metastasen vorliegen und wie aggressiv der Tumor wächst.

Zu Behandlungsmethoden, die für die Therapie von Magenkrebs infrage kommen, zählen insbesondere

Ist es nicht möglich, den Krebs vollständig zu entfernen, ist es das Ziel, die Beschwerden des Patienten so gut es geht zu lindern und ihm eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen.

Operation

Eine Operation kommt bei Magenkrebs vor allem dann infrage, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann und noch keine Metastasen vorliegen (sog. R0-Resektion). Das Ausmaß der Operation hängt dabei von der Tumorgröße und dem Tumortyp ab. Mit einem Sicherheitsabstand von einigen Zentimetern schneidet der Operateur das Magenkarzinom heraus. Dabei entfernt er außerdem umgebendes Bindegewebe und Lymphknoten.

Wächst der Magenkrebs die Magenwand ein, ist oft eine erweiterte Magenentfernung notwendig. Bei Tumoren im Eingangsbereich des Magens muss der Arzt außerdem den unteren Speiseröhrenabschnitt und die Milz entfernen.

Wenn Teile des Magens entfernt wurden, wird der Restmagen mit dem Dünndarm unterhalb des Zwölffingerdarms verbunden (Gastrojejunostomie). War es notwendig, den Magen vollständig zu entfernen, verbindet der Operateur einen Teil des Magens mit dem Dünndarm unterhalb des Zwölffingerdarms oder er näht zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm eine Dünndarmschlinge ein. Der Arzt verbindet die Speiseröhre nicht direkt mit dem Zwölffingerdarm, denn hier münden Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang. Wäre die Speiseröhre direkt mit dem Zwölffingerdarm verbunden, könnte Gallen- und Bauchspeicheldrüsensekret in die Speiseröhre zurücklaufen. Um dies zu vermeiden, näht der Arzt die Speiseröhre also an einen Abschnitt des Dünndarms. Oft wird durch mehrere seitlich aneinander genähte Darmschlingen ein Reservoir im Sinne eines Ersatzmagens geschaffen.

Nach der Operation können bei einigen Patienten Beschwerden auftreten, so zum Beispiel NahrungsmittelunverträglichkeitenBauchschmerzenSodbrennen oder das sogenannte Dumping-Syndrom. Dabei entleert sich der Mageninhalt sehr rasch in den Dünndarm. Aufgrund der Beschwerden kann es nötig sein, eine Diät zu halten, Medikamente zu nehmen und sich an bestimmte Ernährungsvorgaben zu halten. In vielen Fällen vergehen die Beschwerden mit der Zeit wieder.

Wurde der Magen entfernt, spritzt der Arzt seinem Patienten in regelmäßigen Abständen Vitamin B12 – denn das lebenswichtige Vitamin kann der Körper nicht mehr aus der Nahrung aufnehmen.

Nicht immer ist es möglich, Magenkrebs durch eine Operation zu heilen, insbesondere, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist und sich Metastasen gebildet haben. In diesem Fall ist eine Chemotherapie sinnvoll. Eine Operation kann unter Umständen dennoch infrage kommen, wenn Komplikationen auftreten (palliativer Eingriff). Dabei entfernt der Operateur beispielsweise den durch Tumorwachstum eingeengten oder verschlossenen Anteil des Magens oder den gesamten Magen und stellt die Passage wieder her.

Chemotherapie

Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, nennt man Zytostatika. Zytostatika wirken auf Zellen wie ein Gift. Vor allem Zellen, die sich rasch teilen, gehen daran zugrunde – und dazu gehören Krebszellen. Aber auch gesunde Körperzellen werden in Mitleidenschaft gezogen, wenn auch weniger stark als Krebszellen. Daher ist jede Chemotherapie mit Nebenwirkungen verbunden.

Beim Magenkarzinom spielt die Operation die wichtigste Rolle in der Therapie, sofern der Tumor damit vollständig entfernt werden kann. Die Patienten erhalten aber oft unterstützend zusätzlich eine Chemotherapie. Wenn der Magenkrebs schon Tochtergeschwulste in anderen Organen gebildet hat, dient die Chemotherapie vorwiegend dazu, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Häufige unerwünschte Nebenwirkungen der Chemotherapie sind unter anderem die vorübergehende Schädigung der Darmschleimhaut mit Darmentzündungen und Durchfall sowie Übelkeit und Haarausfall.

Chemotherapie vor der Operation

Bei sehr großen Tumoren ohne Tochtergeschwulste kann man vor der Operation versuchen, den Krebs mit einer Chemotherapie zu verkleinern, um ihn dann leichter entfernen zu können. Dieses Vorgehen bezeichnen Mediziner als neoadjuvante Chemotherapie. Zum Vergleich: Eine adjuvante Chemotherapie, wie sie zum Beispiel bei Brustkrebs Teil des Behandlungsplans sein kann, erfolgt erst nach der Operation.

Beim Magenkarzinom ist auch die sogenannte perioperative Chemotherapie in manchen Fällen sinnvoll. Der Patient erhält dann vor und nach dem OP-Termin Zytostatika.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kommt bei der Magenkrebs-Therapie meist in Betracht, wenn der Tumor nicht operiert werden kann und/oder auf eine Chemotherapie nicht anspricht. Ziel ist dabei in der Regel, den Tumor oder Metastasen durch Strahlung zu verkleinern, um die Beschwerden zu lindern.

Antikörper

In Verbindung mit einer Chemotherapie können bei Magenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, welcher bereits Metastasen gebildet hat, Antikörper wie Trastuzumab oder Ramucirumab zum Einsatz kommen. Dies kann bei Patienten sinnvoll sein, welche über viele sogenannte HER2-Rezeptoren verfügen. Die Antikörper hemmen diese Rezeptoren.

HER2-Rezeptoren befinden sich auf der Zelloberfläche von Tumorzellen und beeinflussen deren Wachstum. Je mehr HER2-Rezeptoren vorhanden sind, desto schneller wachsen die Zellen in der Regel. Bei circa jedem fünften Magenkrebs sind vermehrt HER2-Rezeptoren zu finden. Ärzte sprechen von einem HER2-positivem Magenkrebs.

Unterstützende Therapieansätze

Die sogenannte supportive (= unterstützende) Therapie dient dazu, unangenehme Begleiterscheinungen bei Magenkrebs zu lindern, so etwa

Wenn Magenkrebs zum Beispiel die Nahrungswege verengt (Stenose), kann der Arzt ein Kunststoffröhrchen (Tubus) oder ein röhrenförmiges Drahtgeflecht (Stent) einsetzen, das den Weg für die Nahrung offen hält. Dies geschieht mithilfe eines Endoskops.

Gegen Schmerzen stehen eine Reihe verschiedener Schmerzmittel zur Verfügung. Bei chronischer Erschöpfung kann ein Bewegungstraining zum Einsatz kommen.

Magenkrebs (Magenkarzinom): Verlauf

Der Verlauf von Magenkrebs (Magenkarzinom) hängt wesentlich davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt und behandelt wird. Der Tumor breitet sich immer weiter aus und befällt die benachbarten Lymphknoten. Von dort aus können einzelne Krebszellen über die Lymphgefäße und die Blutbahn in andere Körperregionen vordringen und dort Tochtergeschwulste bilden, so zum Beispiel in der Leber, in der Lunge oder im Bauchfell.

Bei Magenkrebs bilden sich im Vergleich zu anderen Krebsarten relativ schnell Tochtergeschwulste. Daher ist es besonders wichtig, bei möglichen ersten Anzeichen den Arzt aufzusuchen.

Vorstufen von Magenkrebs (sog. Cacinoma in situ) sind in nahezu allen Fällen heilbar. Auch bei einem Magenkrebs im Frühstadium, dem Frühkarzinom, ist die Lebenserwartung vergleichsweise hoch. Die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate (ein Maß für die Prognose von Krebs) liegt nach der Operation bei 90 Prozent. Das bedeutet: Von 100 Personen, deren Magenkrebs im Frühstadium behandelt wird, leben nach fünf Jahren noch 90. Je weiter der Krebs bei Therapiebeginn fortgeschritten ist, desto geringer sind allerdings auch die Heilungschancen.

Nachsorge

Nach der Therapie sollte man regelmäßige Termine zur Nachsorge wahrnehmen

Mithilfe der Nachsorge kann der Arzt

Die Nachsorgetermine finden anfangs etwa alle drei Monate statt. Später kann der Zeitraum zwischen den Terminen ausgedehnt werden.

Rehabilitation

Nach einer erfolgreichen Therapie im Krankenhaus ist eine stationäre Anschlussheilbehandlung in einer spezialisierten Nachsorgeklinik (AHB-Klinik) möglich. Dort erhalten die Patienten unter anderem eine Ernährungsberatung. Außerdem haben sie die Möglichkeit, körperlich und psychisch wieder zu Kräften zu kommen.

Ernährung bei Magenkrebs

Nach einer Magenkrebs-OP ist eine spezielle Ernährung notwendig. Die Nahrung gelangt aufgrund der verkürzten Magenpassage zu schnell in den Darm, was Übelkeit, Schluckauf, Blässe und Erbrechen zur Folge haben kann (Dumping-Syndrom).

Bei Magenkrebs ist es wichtig, die Nahrung langsam aufzunehmen. Vorteilhaft sind viele kleine Portionen über den Tag verteilt. Wichtig ist auch, dass man die Nahrung nicht durch Getränke zusätzlich verdünnt. Hier empfiehlt es sich, besonders zwischen den Mahlzeiten viel zu trinken, um ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ruhe nach dem Essen kann die Verdauung unterstützen.

Magenkrebs-Patienten haben außerdem häufig Probleme mit der Fettverdauung, was sich in Blähungen und Durchfall äußern kann. Daher sollte die Ernährung zwar kalorienreich, jedoch möglichst fettarm sein. Oft sind Nahrungsergänzungsmittel (sog. Verdauungsenzyme) nötig.

Durch die verkürzte Magenpassage nach einer Operation kann es außerdem zu einem Vitamin-B12- sowie einem Vitamin-D-Mangel kommen. Wichtig ist, dass Betroffene diesen Mangel nur unter ärztlicher Aufsicht und nicht in Selbstmedikation ausgleichen. Vitamin D kann man mit der Nahrung zuführen. Vitamin B12 wird in regelmäßigen Abständen als Spritze verabreicht.

Magenkrebs (Magenkarzinom): Vorbeugen

Magenkrebs (Magenkarzinom) können Sie ein Stück weit vorbeugen, indem Sie mögliche Risikofaktoren gezielt ausschalten.

Insbesondere sollten Sie möglichst wenig geräucherte, gegrillte oder gepökelte Nahrung verzehren. Achten Sie stattdessen auf eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse. Verzichten Sie außerdem auf Rauchen und hochprozentigen Alkohol.

Je früher Magenkrebs erkannt und behandelt wird, desto höher sind die Chancen auf Heilung. Symptome wie zum Beispiel

sind zwar meist harmlos – sicherheitshalber sollten Sie jedoch Ihren Arzt aufsuchen! Halten die Beschwerden länger als drei Wochen an und/oder sind sie sehr stark, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten.

Bestimmte Erkrankungen können das Risiko für Magenkrebs erhöhen. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, regelmäßig eine Magenspiegelung durchführen zu lassen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

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Mit einer ausgewogenen Ernährung können Sie Ihr Magenkrebs-Risiko senken.

Magenkrebs (Magenkarzinom): Weitere Informationen


Onmeda-Lesetipps:

Linktipps:

Selbsthilfegruppe Magenkrebs Reutlingen

Quellen:

Magenkrebs. Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): www.krebsgesellschaft.de (Stand: 6.11.2017)

Pressemitteilung des Deutschen Ärzteblatts: Magenkrebs wird immer seltener (3. August 2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. Robert Koch-Institut, Berlin (November 2016)

Magenkrebs. Online-Informationen des Krebsinformationsdiensts des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 20.7.2016)

Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie: Magenkarzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/009 (Stand: 15.2.2012)

Aktualisiert am: 10. November 2017

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