Hypophysentumor

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Ein Hypophysentumor ist eine meist gutartige Neubildung der Hypophyse (Hirnanhangdrüse). Am häufigsten tritt dieser Tumor bei 35- bis 45-Jährigen auf.

Die Hypophyse ist über einen dünnen Stiel mit dem Gehirn verbunden und setzt wichtige Hormone mit unterschiedlicher Wirkung frei. Demnach hat die Hypophyse eine wichtige Funktion bei der hormonellen Regulation des Körpers. Entspringt ein Hypophysentumor dem Vorderlappen der Hypophyse (sog. Adenohypophyse), handelt es sich um ein Hypophysenadenom. Hypophysenadenome machen den größten Anteil unter den Hypophysentumoren aus.

Ein Hypophysentumor kann hormonaktiv sein und zu einem Hormonüberschuss führen oder hormoninaktiv sein. Der häufigste Hypophysentumor, ein als Prolaktinom bezeichnetes Hypophysenadenom, bildet das Hormon Prolaktin.

Die durch ein Hypophysenadenom oder einen anderen Hypophysentumor verursachten Symptome sind unter anderem von den jeweiligen Hormontypen abhängig. Außerdem kann ein wachsender Hypophysentumor wichtige Strukturen im Gehirn, zum Beispiel Sehnerven oder Blutgefäße, einengen und entsprechende Anzeichen auslösen. Ein sich in der Hirnanhangdrüse bildender Tumor kann aber auch ganz ohne Symptome verlaufen: Bei etwa einer von zehn Autopsien findet sich ein kleiner Hypophysentumor, der sich zu Lebzeiten nicht bemerkbar gemacht hat.

Neben einer ärztlichen Untersuchung und Hormonbestimmung im Blut besteht bei einem Hypophysentumor die Diagnostik vor allem in bildgebenden Verfahren – wie Röntgen, CT und MRT. Außer beim Prolaktinom kommt bei einem Hypophysenadenom oder anderen Hypophysentumor zur Therapie eine Operation zum Einsatz, um den Tumor zu entfernen. Manchmal erfolgt auch eine Bestrahlung. Gegen das Prolaktinom helfen in der Regel Medikamente.

Die Behandlung von Hypophysentumoren löst manchmal eine Hypophysenunterfunktion aus, die man jedoch mit einem Hormonersatz ausgleichen kann. Die Prognose ist beim behandelten Hypophysentumor in der Regel gut; sie hängt jedoch stark von der Art des Tumors und dem Zeitpunkt der Diagnosestellung ab.

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