Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsen­unterfunktion)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Beim Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) stellt die Nebenschilddrüse (Parathyroidea) das Nebenschilddrüsenhormon Parathormon in zu geringer Menge oder gar nicht mehr her. Die Folgen sind gesenkte Calciumwerte (= Hypokalzämie) und erhöhte Phosphatwerte (= Hyperphosphatämie) im Blut.

Meist sind medizinische Maßnahmen die Ursachen für einen Hypoparathyreoidismus: Am häufigsten entsteht eine Nebenschilddrüsenunterfunktion infolge einer Schilddrüsenoperation (sog. postoperativer Hypoparathyreoidismus). Der Grund hierfür ist die räumliche Nähe zwischen Schilddrüse und Nebenschilddrüse: Die Nebenschilddrüse kann schon durch eine geringe Störung ihrer Gefäßversorgung eine Unterfunktion entwickeln.

Seltener steckt beispielsweise eine Bestrahlung des Halses oder ein erblich bedingtes Fehlen (bzw. eine Unterentwicklung) der Nebenschilddrüse hinter dem Hypoparathyreoidismus.

Für die typischen Symptome des Hypoparathyreoidismus ist der (durch den Parathormonmangel bedingte) Calciummangel verantwortlich: Er verursacht Krämpfe (Tetanie) – vorwiegend an der Muskulatur von Gesicht, Armen und Beinen.

Je nachdem, welche Muskeln infolge des Hypoparathyreoidismus krampfen, können typische Hand- und Fußstellungen (sog. Pfötchenstellung und Spitzfußstellung), Durchfall, vermehrter Harndrang oder Atemnot entstehen. Bei einer länger bestehenden Nebenschilddrüsenunterfunktion können zusätzlich zum Beispiel epileptische Anfälle und ein grauer Star auftreten.

Eine sorgfältige Therapie kann jedoch all diese Auswirkungen eines Hypoparathyreoidismus erfolgreich beheben beziehungsweise verhindern. Die Behandlung der Nebenschilddrüsenunterfunktion besteht vor allem darin, Vitamin D und Calcium in einer sorgfältig eingestellten Menge einzunehmen, um den Calciummangel auszugleichen und gleichzeitig den erhöhten Phosphatspiegel auf normale Werte zu senken.

Wer diese Medikamente regelmäßig einnimmt, kann mit einer günstigen Prognose des Hypoparathyreoidismus rechnen.

Komplikationen infolge eines Hypoparathyreoidismus sind praktisch immer auf eine nicht optimale Behandlung zurückzuführen. Dabei ist es auch wichtig, eine Überdosierung der Medikamente zu vermeiden: Wenn dadurch der Calciumspiegel zu sehr steigt, erhöht sich das Risiko für ein sogenanntes Hyperkalzämie-Syndrom bis hin zu einem hyperkalzämischen Koma. Deswegen erhalten Menschen mit einer Nebenschilddrüsenunterfunktion immer einen Notfallausweis.

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