Hodenkrebs: Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Bei einem behandelten Hodenkrebs ist der Verlauf in der Regel günstig – vor allem dann, wenn es gelungen ist, den Hodenkrebs rechtzeitig zu erkennen: Kaum eine andere Krebserkrankung hat eine bessere Prognose als Hodenkrebs. Im Frühstadium, wenn der bösartige Hodentumor noch auf den Hoden begrenzt ist, gelingt fast immer eine dauerhafte Heilung.

Selbst wenn sich bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet haben, hat der Hodenkrebs gute Heilungschancen: Die deutliche Mehrzahl der betroffenen Männer wird wieder gesund und kann normal weiterleben.

Eine gängige "Maßeinheit" für die Prognose von Krebserkrankungen ist die sogenannte Fünfjahresüberlebensrate. Bei Hodenkrebs überleben nach Abschluss der Behandlung insgesamt mehr als 95 von 100 Betroffenen den Verlauf der nächsten fünf Jahre oder länger. In den meisten Fällen ist das gleichbedeutend mit einer dauerhaften Heilung, sodass sich ein frühzeitig behandelter Hodenkrebs meist nicht auf die Lebenserwartung auswirkt. Tödlich sind Hodentumoren nur in sehr seltenen Fällen: In Deutschland ist die Erkrankung nur für jeden 500. krebsbedingten Todesfall bei Männern verantwortlich.

Allerdings macht ein fortgeschrittener Hodenkrebs eine massivere Behandlung notwendig, in deren Verlauf entsprechend mehr Nebenwirkungen auftreten können. Zu den möglichen Folgen einer Hodenkrebs-Behandlung gehören eine beeinträchtigte Samenproduktion und ein gestörter Samenausstoß (Ejakulation), was zu einer Unfruchtbarkeit führen kann beziehungsweise dazu, dass der Betroffene nicht mehr auf natürlichem Wege Kinder zeugen kann.

Eine dauerhafte Beeinträchtigung ihrer Sexualität und Potenz müssen Männer mit Hodenkrebs in der Regel aber nicht befürchten – weder durch Chemotherapie und Strahlentherapie noch durch die operative Lymphknotenentfernung. Dies gilt selbst für den seltenen Fall, dass sich beim Hodenkrebs im weiteren Verlauf auch auf der Gegenseite ein Hodentumor bildet.

In der Gewebeprobe, die man routinemäßig bei der Entfernung eines von Hodenkrebs betroffenen Hodens aus dem anderen Hoden entnimmt, findet sich in etwa 5 von 100 Fällen eine Hodenkrebs-Vorstufe (sog. testikuläre intraepitheliale Neoplasie, TIN). In diesen Fällen erfolgt eine Bestrahlung des verbliebenen Hodens, in deren Verlauf allerdings die Keimzellen verschwinden – es bilden sich also keine Samenzellen mehr und der Mann ist unfruchtbar.

Da die für die Bildung des Geschlechtshormons Testosteron verantwortlichen Zellen widerstandsfähiger als die Samenzellen sind, ist eine Hormonersatztherapie in der Regel nicht notwendig. Auch das Sexualleben ist nicht beeinträchtigt.

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