Hodenkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Die Ursachen für Hodenkrebs sind noch unklar. Da jedoch vor allem jüngere Männer daran erkranken, gehen Experten davon aus, dass die Grundlage für einen späteren Hodenkrebs bereits während der embryonalen Entwicklung im Mutterleib gelegt wird. In dieser Phase können im Hoden eines ungeborenen Jungen schadhafte Keimzellen entstehen, sogenannte Vorläuferzellen. Durch den Hormonschub in der Pubertät werden diese dann aktiviert und entwickeln sich zu echten Krebszellen weiter. Bisher noch nicht bekannte äußere Auslöser sorgen dann später dafür, dass sich die Krebszellen vermehren und ein bösartiger Tumor ensteht.

Warum sich die Keimzellen eines Ungeborenen zu Vorläuferzellen von Hodenkrebs entwickeln, ist noch nicht geklärt. Möglicherweise spielen dabei erbliche Faktoren oder geringe Verschiebungen des Hormongleichgewichts der Schwangeren oder des ungeborenen Kindes eine Rolle: Ein erhöhter Anteil weiblicher Hormone (Östrogene) kann in die Entwicklung von Hoden und Keimzellen des Embryos eingreifen und diese verändern.

Das Hormongleichgewicht von Schwangeren kann sich unter anderem verschieben


Risikofaktoren

Vorläuferzellen von Hodenkrebs entwickeln sich im späteren Leben nicht zwangsläufig zu einem bösartigen Tumor. Es sind jedoch einige Faktoren bekannt, die das Risiko dafür nachweislich erhöhen.

Diese Risikofaktoren für den Ausbruch von Hodenkrebs sind:

Der Hauptrisikofaktor für Hodenkrebs ist ein Hodenhochstand. Es handelt sich dabei um eine körperliche Entwicklungsstörung: Normalerweise wandern die Hoden ab dem zweiten Embryonalmonat aus der Bauchhöhle in den Hodensack. Diese Hodenwanderung ist meist mit dem ersten Lebensjahr abgeschlossen. Ist der Prozess gestört und verbleibt ein Hoden in einer Fehllage im Bauch oder in der Leistengegend, spricht man von einem Hodenhochstand.

Männer mit Hodenhochstand haben ein 10-fach erhöhtes Risiko, an einem bösartigen Hodentumor zu erkranken.

Ein Hodenhochstand sollte innerhalb der ersten beiden Lebensjahre durch eine Operation korrigiert werden – auch, um die spätere Zeugungsfähigkeit eines Jungen nicht zu gefährden. Solch ein frühzeitiger Eingriff senkt zudem das Risiko, später an Hodenkrebs zu erkranken. Gegenüber der Normalbevölkerung bleibt es jedoch erhöht.

Erbliche Faktoren sind ebenfalls eine Ursache für ein erhöhtes Hodenkrebs-Risiko. In manchen Familien tritt diese Erkrankung gehäuft auf: Erkrankt ein Mann an Hodenkrebs, so ist das Risiko seiner Brüder, ebenfalls einen bösartigen Hodentumor zu entwickeln, um ein 12-Faches erhöht; ist ein Vater an Hodenkrebs erkrankt, erhöht sich das Hodenkrebsrisiko für seine Söhne ebenfalls.

Zudem haben Männer, die in einem Hoden bereits einen bösartigen Tumor hatten, ein höheres Risiko, auch in dem anderen Hoden einen Tumor zu entwickeln. Ganz allgemein sind außerdem hellhäutige Europäer häufiger von Hodenkrebs betroffen als afrikanisch-stämmige Männer.

Vor allem, wenn Ihr Hodenkrebs-Risiko aufgrund von Hodenhochstand oder erblichen Faktoren erhöht ist, sollten Sie Ihre Hoden regelmäßig untersuchen und auffällige Veränderungen wie Verhärtungen oder Schwellungen von einem Urologen untersuchen lassen. Denn je früher ein bösartiger Hodentumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

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