Hodenkrebs: Behandlung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Zur Hodenkrebs-Behandlung stehen grundsätzlich verschiedene Maßnahmen zur Verfügung:

Welche Therapieverfahren bei einem Hodentumor notwendig und sinnvoll sind, hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium sich der Krebs befindet und um welchen Tumortyp es sich handelt: Hodenkrebs vom Typ "Seminom" wird anders behandelt als Hodenkrebs vom Typ "Nichtseminom". 

Ein Beispiel: Nichtseminome sind nicht beziehungsweise kaum strahlenempfindlich, daher wird bei diesem Turmortyp normalerweise keine Strahlentherapie eingesetzt – Seminome hingegen lassen sich auch mittels Bestrahlung behandeln.

Egal ob Seminome oder Nichtseminome: Der erste Schritt einer Hodenkrebs-Behandlung ist jedoch so gut wie immer, den betroffenen Hoden operativ zu entfernen (sog. Orchiektomie).

Diese Operation ist relativ einfach und gefahrlos. Sie erfolgt über einen Zugang von der Leiste: Dort legt der Arzt den Hoden mit einem Schnitt frei und unterlegt ihn anschließend mit einem Tuch, um zu verhindern, dass während der Operation Tumorzellen in das umliegende Gewebe verstreut werden. Dann entfernt der Operateur den vom Hodenkrebs betroffenen Hoden vollständig mitsamt Nebenhoden und Samenstrang.

Außerdem entnimmt er über einen kurzen Schnitt in der Haut des Hodensacks eine kleine Gewebeprobe aus dem Hoden der Gegenseite, um einen beidseitigen Krebsbefall auszuschließen.

Anhand des entnommenen Gewebes ist es möglich, den Zelltyp zu bestimmen, von dem der Hodenkrebs ausgegangen ist: Je nach Ursprung des Tumors unterscheidet man bei Hodenkrebs Seminome und Nichtseminome. Zu wissen, um welchen Tumortyp es sich handelt, ist für die weitere Behandlung und die Prognose von entscheidender Bedeutung.

Bevor im Anschluss an die Hodenkrebs-Operation eine zusätzliche Behandlung (sog. adjuvante Therapie) beginnt, muss außerdem feststehen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Denn welche weiteren Schritte notwendig und sinnvoll sind, hängt auch davon ab, ob sich der Hodenkrebs bereits im Körper ausgebreitet und Lymphknoten- oder Fernmetastasen gebildet hat.

Damit der Genitalienbereich nach der Operation wieder so aussieht und sich so anfühlt wie vorher, können sich betroffene Männer Hodenprothesen aus Silikon in den Hodensack einfügen lassen. Auswirkungen auf die Sexualität oder Zeugungsfähigkeit sind durch die Entfernung eines einzelnen Hodens in der Regel nicht zu erwarten: Der andere Hoden funktioniert auch nach der Operation und bildet das Geschlechtshormon Testosteron weiterhin in ausreichender Menge. Allerdings ist nach etwa der Hälfte aller einseitigen Orchiektomien die Samenbildung auch bei dem gesunden Hoden eingeschränkt.

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