Heuschnupfen (Pollenallergie, Pollinosis): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Bei Heuschnupfen (Pollenallergie, Pollinosis) ist eine Therapie in jedem Fall empfehlenswert, denn: Unbehandelt verlagert sich die Allergie meist im Lauf der Zeit von Augen und Nase in die unteren Atemwege (sog. Etagenwechsel) und verursacht asthmatische Beschwerden.

Was kann ich selbst tun?

Grundsätzlich sollten Allergiker die allergieauslösenden Stoffe (sog. Allergene) möglichst vermeiden. Bei Heuschnupfen ist eine solche sogenannte Allergenkarenz oder Expositionsprophylaxe jedoch praktisch unmöglich, da die Pollen sich überall in der Luft befinden und teilweise kilometerweit fliegen können. Jedoch können Sie zumindest versuchen, die Pollenbelastung zu Hause so gering wie möglich zu halten, um die Beschwerden der Pollenallergie nicht zu verschlimmern. Das gelingt Ihnen, indem Sie während der Pollensaison:

Für Ihre Urlaubsplanung empfiehlt sich zudem: Machen Sie möglichst dann Urlaub, wenn bei Ihnen zu Hause der Pollenflug stattfindet! Als Reiseziele bieten sich pollenarme Regionen an: Eher wenig Pollen fliegen vor allem am Meer und im Hochgebirge (in 1.500 bis 1.800 Metern Höhe).

Die besten Reiseziele für Pollenallergiker sind natürlich solche, in denen es die Allergieauslöser kaum bis gar nicht gibt: So können zum Beispiel Birkenpollenallergiker auf den Kanarischen Inseln einen beschwerdefreien Frühling genießen. Und an Bord eines Schiffs auf hoher See ist die Luft praktisch völlig pollenfrei.

Medikamente

Während der Pollensaison ist es ratsam, den Heuschnupfen durch spezielle Medikamente (sog. Antiallergika) zu lindern. Viele verfügbare Wirkstoffe gehören zur Gruppe der sogenannten Antihistaminika (z.B. Cetirizin oder Loratadin). Sie unterdrücken die Pollenallergie, indem sie verhindern, dass das freigesetzte Histamin an andere Zellen binden kann. Auf diese Weise unterbrechen die Heuschnupfenmittel die allergische Reaktion und verringern die Beschwerden.

Auch Lösungen mit Glukokortikoiden kommen oft gegen eine Pollenallergie zum Einsatz, wie etwa die Wirkstoffe Betamethason oder Hydrocortison. Wer schon länger mit Heuschnupfen lebt, kennt seine Allergie meist so gut, dass er einschätzen kann, wann die Medikamente am besten helfen.

Vorbeugend – also am besten einige Wochen bevor sich der Heuschnupfen bemerkbar macht – können auch Medikamente mit sogenannten Mastzellstabilisatoren (wie z.B. mit Cromoglicinsäure) helfen. Diese Heuschnupfenmittel wendet man örtlich an, etwa in Form von Nasenspray oder Augentropfen.

Wenn Sie im Rahmen der Pollenallergie Begleitsymptome – wie Juckreiz oder Brennen der Haut – entwickeln, können Sie außerdem spezielle Hautpflegeprodukte mit Inhaltsstoffen wie DexpanthenolUrea oder Aloe vera verwenden, um diese Beschwerden zu lindern.

Hyposensibilisierung

Wenn Sie Ihren Heuschnupfen dauerhaft abschwächen oder ganz loswerden möchten, sollten Sie sich für eine Hyposensibilisierung entscheiden: Dieses Behandlungsverfahren, das man auch spezifische Immuntherapie (SIT) nennt, kann jedoch nur gelingen, wenn bekannt ist, welche Pollen genau Ihre Pollenallergie auslösen.

Die Hyposensibilisierung zielt darauf ab, den Körper langsam an das Allergen zu gewöhnen, bis der Heuschnupfen idealerweise ausbleibt – oder sich zumindest so abschwächt, dass Ihr Medikamentenbedarf sinkt.

Bei Heuschnupfen stehen zur Hyposensiblisierung verschiedenen Methoden zur Verfügung: Bei der klassischen Methode (sog. subkutane SIT bzw. SCIT) spritzt der Arzt Ihnen das Allergen in regelmäßigen Abständen und in steigender Dosis unter die Haut. An der Einstichstelle kann es zu Juckreiz oder kleineren Schwellungen kommen.

Um sicherzustellen, dass Sie nicht doch eine stärkere allergische Reaktion entwickeln, sollten Sie nach der Injektion noch etwa eine halbe Stunde in der Arztpraxis bleiben.

Statt mit Spritzen ist eine Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen auch mit Tabletten oder Tropfen möglich: Dies bezeichnet man als sublinguale Immuntherapie (SLIT).

Eine Hyposensibilisierung dauert in der Regel drei bis fünf Jahre.

Alternative Behandlungsverfahren

Neben Medikamenten setzen manche Menschen mit Heuschnupfen auch auf alternative Behandlungsverfahren wie Akupunktur und eine Form der Eigenbluttherapie.

Wer seinen Heuschnupfen mit Akupunktur behandeln lassen möchte, unterzieht sich dieser Behandlung meist wiederholt einmal pro Jahr vor Beginn der Pollensaison. In manchen Fällen bessert sich die Pollenallergie nach einigen solchen Behandlungen. In der Regel müssen Allergiker die Kosten für die Akupunktur jedoch selbst tragen.

Ein weiteres manchmal bei Heuschnupfen eingesetztes Verfahren ist die sogenannte Gegensensibilisierung (bzw. unspezifische Desensibilisierung). Bei dieser Form der Eigenbluttherapie entnimmt der Therapeut dem Pollenallergiker Blut, um daraus ein spezielles Medikament herzustellen. Anschließend spritzt er dem Betroffenen das so aufbereitete Blut – ähnlich wie bei der Hyposensibilisierung – in steigender Dosierung. Die Wirkung dieser Therapie ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.

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