Gallensteine: Oft bleiben sie unentdeckt

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Gallensteine müssen nicht unbedingt mit den typischen Gallenkoliken einhergehen. Im Gegenteil: Drei von vier Betroffenen haben Gallensteine, ohne etwas davon bemerken. Bereiten Gallensteine Beschwerden oder führen sie zu Komplikationen, kann ein operativer Eingriff nötig werden.

Was sind Gallensteine?

Gallensteine sind feste kristallartige Ablagerungen, die sich in der Gallenblase oder in den Gallengängen bilden. Sie entstehen, wenn Bestandteile der Gallenflüssigkeit nicht im richtigen Verhältnis zueinander stehen, sodass sie verklumpen.

Ein Gallensteinleiden bezeichnet man auch als Cholelithiasis (von griech. chole = Galle, lithos = Stein).

Gallensteine können unterschiedlich groß sein: Ihr Ausmaß reicht von einigen Millimetern (auch Sludge oder Grieß genannt) bis hin zu zentimetergroßen Steinen. Manchmal bleibt es bei einem einzelner Gallenstein, oft treten aber mehrere Gallensteine gleichzeitig auf. Nicht nur in der Größe, auch in der Zusammensetzung können sich Gallensteine unterscheiden. Die meisten Gallensteine enthalten Cholesterin, seltener bestehen sie aus dem Gallenfarbstoff Bilirubin.

Wie häufig sind Gallensteine?

In Deutschland haben etwa 15 von 100 Frauen und circa 7,5 von 100 Männern Gallensteine. Die meisten von ihnen wissen davon nichts. Je älter eine Person, desto höher ist das Risiko, Gallensteine zu bekommen.

Die Galle: Wichtiger Verdauungshelfer

Gallensteine entstehen in der Gallenblase oder in den Gallengängen und können dort zu Beschwerden führen (Cholelithiasis). Doch wofür sind Gallenblase und Gallengänge überhaupt zuständig und wo befinden sie sich genau?

Die menschliche Leber bildet jeden Tag kontinuierlich Gallenflüssigkeit, kurz Galle genannt.

Die Hauptbestandteile der Galle sind

Die in der Leber produzierte Galle fließt über Gallengänge in einen größeren Hauptgallengang, der in den Zwölffingerdarm mündet. Dort unterstützt die Galle die Fettverdauung. Außerdem hilft sie dabei, Abfallprodukte des Körpers zu beseitigen.

Die Gallengänge transportieren Gallenflüssigkeit aus der Leber in den Zwölffingerdarm.

Wenn sich gerade keine Nahrung im Verdauungstrakt befindet, benötigt der Darm auch weniger Gallenflüssigkeit. An diesem Punkt kommt die Gallenblase ins Spiel: Wenn keine Gallenflüssigkeit gebraucht wird, gerät sie nicht in den Darm, sondern wird in die Gallenblase umgeleitet. Die Gallenblase (Vesica biliaris) ist ein birnenförmiger Sack, der sich an der Unterseite der Leber befindet. Bei Bedarf kann sie die gespeicherte Gallenflüssigkeit jederzeit wieder freigeben: Isst der Mensch etwas, zieht sich die Gallenblasenmuskulatur zusammen, sodass die Gallenflüssigkeit in den Hauptgallengang entweicht.

Sowohl die Gallenflüssigkeit aus der Leber als auch die zwischengespeicherte Galle aus der Gallenblase fließen in den Hauptgallengang. Der Hauptgallengang mündet gemeinsam mit dem Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse im Zwölffingerdarm.

Die Gallenblase ist eine Art Reservoir für Gallenflüssigkeit, die der Körper gerade nicht benötigt.

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Die Gallenblase ist ein Speicher für die in der Leber gebildete Galle. Sie fasst durchschnittlich 50-60 Milliliter Gallenflüssigkeit. Durch Wasserentzug wird die Galle in der Gallenblase eingedickt.

Ursachen

Gallensteine entstehen, wenn Stoffe in der Gallenflüssigkeit (Galle) verklumpen. Vermutlich geschieht das, wenn die Zusammensetzung der Galle nicht mehr im Gleichgewicht ist. Die Ursachen für dieses Ungleichgewicht sind vielfältig.

Gallensteine können sich auf verschiedenen Wegen bilden:

Darüber hinaus gibt es sogenannte Mischsteine. Sie entstehen, wenn Cholesterin- oder Pigmentsteine verkalken. Dabei entsteht eine Mischung aus Cholesterin, Pigment und Kalk.

8 von 10 Gallensteinen bestehen überwiegend aus Cholesterin (sog. Cholesterinsteine).

Warum genau die Verklumpungen entstehen und sich Gallensteine bilden, ist noch nicht abschließend geklärt – die genaue Ursache ist bislang unklar.

Risikofaktoren

Wenn die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit aus der Balance gerät und sich zum Beispiel zu viel Cholesterin bildet, kann das viele Ursachen haben. Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für ein Gallensteinleiden (Cholelithiasis). Dazu zählen Eigenschaften wie etwa das Geschlecht, aber auch bestimmte Erkrankungen.

„6F-Regel“: Wichtige Risikofaktoren für Gallensteine

Einen Überblick über die wichtigsten Risikofaktoren bietet die sogenannte "6F-Regel":

  • female: Frauen
  • forty: über 40 Jahre
  • fertile: mit mehreren Kindern,
  • fat: Übergewicht
  • fair: und hellem Haar (nordischer Typ) ...

... bekommen besonders häufig Gallensteine. Das sechste „F“ steht für „family“ (Familie), da Gallensteine in manchen Familien gehäuft auftreten.

Geschlecht

Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Zusätzlich steigt das Risiko für eine Cholelithiasis unter anderem mit der Anzahl der Schwangerschaften. Ursache ist möglicherweise ein Zusammenhang mit der Einnahme von Östrogenen nach den Wechseljahren oder durch die Antibabypille.

Alter

Je älter eine Person, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Gallensteine: Ab dem Alter von 40 Jahren steigt das Risiko für ein Gallensteinleiden (Cholelithiasis) deutlich.

Vererbung

Auch erbliche Faktoren können eine Rolle spielen: Bestimmte Genveränderungen begünstigen, dass Cholesterinsteine entstehen. Menschen mit genetisch bedingten Fettstoffwechselstörungen, bei denen der Körper neben dem Cholesterin in der Nahrung zu viel eigenes Cholesterin bildet, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für ein Gallensteinleiden.

Ernährung

Eine cholesterinreiche Ernährung kann dazu führen, dass der Cholesterinspiegel im Blut steigt. Die Folge: Es können sich eher Cholesterinsteine bilden. Auch eine ballaststoffarme Ernährung erhöht das Risiko für Gallensteine. Zu wenig Ballaststoffe führen dazu, dass die Nahrung länger im Darm verbleibt, sodass mehr Fette ins Blut gelangen und der Blutcholesterinspiegel steigt.

Eine extrem kalorienarme Ernährung und / oder eine schnelle Gewichtsabnahme begünstigen ebenfalls, dass Gallensteine entstehen – ebenso wie eine künstliche (parenterale) Ernährung.

Übergewicht

Übergewicht gilt heutzutage in den westlichen Industriestaaten als wichtigster Risikofaktor für Gallensteine. Ein Übergewicht von etwa 20 Prozent verdoppelt das Risiko für Gallensteine.

Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyceridämie) können Gallensteine begünstigen, indem sie die Konzentration von Stoffwechselprodukten im Blut und somit auch in der Galle verändern.

Medikamente

Selten sind Medikamente die Ursachen von Gallensteinen. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Antibiotika.

Zu wenig Gallensäuren

Sind zu wenig Gallensäuren vorhanden, können sich leichter Gallensteine bilden.

Wenn die Gallensäuren ihre Aufgabe bei der Fettverdauung erfüllt haben, werden sie vom Darm wieder aufgenommen (resorbiert). Nur ein kleiner Anteil der Gallensäuren geht mit dem Stuhl verloren, der Rest gelangt zurück in die Leber.

Bei entzündlichen Erkrankungen des Darms, beispielsweise Morbus Crohn, ist die Wiederaufnahme der Gallensäuren durch die Darmschleimhaut gestört. Die Folge: Es gehen vermehrt Gallensäuren über den Stuhl verloren. Die Leber kann diesen Verlust nicht ausgleichen, sodass der Anteil der Gallensäuren in der Galle sinkt und das Risiko für Gallensteine steigt. Auch nach einer operativen Entfernung größerer Darmabschnitte kann dieser Prozess gestört sein.

Zu viel Bilirubin

Wenn die Gallenflüssigkeit zu viel Bilirubin enthält, entstehen ebenfalls leichter Gallensteine: die sogenannten Pigmentsteine. Bilirubin ist ein rot-orangener Gallenfarbstoff, der beim Abbau des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) aus den roten Blutkörperchen entsteht. Alle Erkrankungen, bei denen der Abbau der roten Blutkörperchen erhöht ist, steigern die Bildung von Bilirubin.

Bestimmte angeborene oder erworbene Erkrankungen der Leber können den Bilirubinstoffwechsel durcheinanderbringen und Pigmentsteine begünstigen. Auch Erkrankungen, die den Abfluss der Galle aus der Gallenblase behindern, oder häufig auftretende Infektionen der Gallenwege mit Bakterien oder Parasiten stellen Risikofaktoren dar.

Symptome

Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie Gallensteine haben: Etwa drei von vier Betroffenen bemerken keine Symptome. Man spricht dann von stummen Gallensteinen. Treten Symptome auf (sog. Cholelithiasis), steht ein Beschwerdebild im Vordergrund: die Gallenkolik.

Erste Anzeichen: Unspezifische Symptome

Machen sich Gallensteine bemerkbar, können zunächst uncharakteristische Beschwerden auftreten – meist treten sie direkt oder während einer fettreichen Mahlzeit auf. Dazu zählen zum Beispiel Symptome wie

Auch kann es sein, dass die Betroffenen bestimmte Speisen nicht mehr so gut vertragen – etwa Kaffee, Gebratenes oder blähende Nahrungsmittel.

Solche Symptome sind keine typischen Anzeichen für Gallensteine, denn sie können auch im Rahmen vieler anderer Erkrankungen vorkommen.

Gallenkolik

„Das“ Symptom eines Gallensteinleidens (Cholelithiasis) ist die Gallenkolik. Sie entsteht, wenn sich die Gallenblase zusammenzieht, um Gallenflüssigkeit in den Darm abzugeben, ein Gallenstein jedoch im Weg liegt. So kann es sein, dass ein Gallenstein den Ausgang der Gallenblase oder den eigentlichen Gallengang versperrt. Die Muskeln in der Wand der Gallenwege ziehen sich zusammen, um den Stein weiterzubefördern. Der Druck in den Gallenwegen steigt – heftige krampfartige Schmerzen sind die Folge.

Symptome einer Gallenkolik sind

  • heftige, krampfartige Schmerzattacken unter dem rechten Rippenbogen oder unter dem Brustbein, die 15 Minuten bis zu 5 Stunden anhalten können und in Wellen auftreten
  • die Schmerzen können bis in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen
  • begleitende Übelkeit und / oder Erbrechen
  • Blähungen, Aufstoßen

Beachten Sie: Wenn die Symptome über mehrere Stunden anhalten oder wenn sie sehr stark sind, sollten Sie in jedem Fall einen (Not-)Arzt aufsuchen!

Symptome von Gallengangsteinen

Befindet sich ein Gallenstein nicht in der Gallenblase, sondern in einem Gallengang, kann die Gallenflüssigkeit möglicherweise nicht mehr richtig in den Darm abfließen. Die Folge: Der gelbe Gallenfarbstoff wird nicht ausreichend abgebaut und lagert sich im Gewebe ab. Neben einer Gallenkolik bekommt der Patient dann häufig Fieber und entwickelt eine sogenannte Gelbsucht (Ikterus). Typische Symptome der Gelbsucht:

Diagnose

Unspezifische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl oder Blähungen können viele Ursachen haben – eine Gallenkolik in der Vorgeschichte ist hingegen bereits ein deutliches Anzeichen für Gallensteine. Um herauszufinden, ob sein Patient Gallensteine hat, wird der Arzt ihn zunächst gründlich untersuchen. Zudem wird der Arzt vorab einige Fragen stellen. So wird er zum Beispiel wissen wollen, ob andere Familienmitglieder Gallensteine haben.

Bei der körperlichen Untersuchung entstehen oft Schmerzen im rechten Oberbauch, wenn der Arzt den Bauch abtastet (sog. Druckschmerz).

Die einfachste Methode, um Gallensteine zu diagnostizieren, ist die Ultraschalluntersuchung (Sonographie).

Im Ultraschall kann der Arzt unter anderem erkennen, ob die Gallenblase durch Gallensteine vergrößert oder ihre Wand verdickt ist.

Hat der Arzt den Verdacht, dass ein Gallenstein die Gallenwege verlegt oder dass eine Entzündung vorliegt, wird er meist auch eine Blutuntersuchung veranlassen. In bestimmen Fällen ist zudem eine Computertomographie (CT) notwendig – etwa, um weitere mögliche Ursachen der Beschwerden auszuschließen.

Weiterführende Untersuchungen: Diagnose von Steinen im Gallengang

Vermutet der Arzt einen Stein im Gallengang, kann die Diagnosestellung etwas komplizierter sein. Nicht immer lässt sich im Ultraschall ein Stein im Gallengang gut erkennen. Daher können weitere Untersuchungsmethoden nötig sein. Dazu zählen vor allem:

Behandlung

Gallensteine erfordern nicht immer eine Behandlung. Solange sie keine Beschwerden bereiten, ist eine Therapie in den meisten Fällen nicht notwendig.

Bei geringen Symptomen verschaffen schmerzstillende oder krampflösende Medikamente Linderung. Die Gallensteine werden durch eine solche Behandlung jedoch nicht beseitigt. Treten die Beschwerden häufiger auf oder kommt es zu Komplikationen, wird der Arzt möglicherweise empfehlen, die Gallensteine samt Gallenblase zu entfernen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung von Gallensteinen:

Gallensteine, die sich in den Gallengängen befinden, kann der Arzt in einer Operation oder im Rahmen einer Gallenwegspiegelung entfernen.

Die Gallenblasen-OP gilt als Standardtherapie zur Behandlung von Gallensteinen in der Gallenblase.

Leben ohne Gallenblase: Spezielle Ernährung nötig?

Ohne Gallenblase fehlt dem Körper das Reservoir, in dem er die Gallenflüssigkeit speichern kann. Dadurch fließt kontinuierlich etwas Galle aus dem Hauptgallengang in den Darm, auch dann, wenn er eigentlich gerade keine Galle benötigt. Umgekehrt stehen nach einem üppigen Essen keine größeren Gallenreserven mehr zur Verfügung, die in den Darm geleitet werden können.

Eine spezielle Ernährung oder Diät ist ohne Gallenblase jedoch in den meisten Fällen nicht nötig. Es kann aber sein, dass einige Betroffene bestimmte Mahlzeiten nicht mehr so gut vertragen, so zum Beispiel üppiges, fettreiches Essen. Es kann vorkommen, dass der Stuhlgang etwas weicher ist oder dass die Stuhlfrequenz erhöht ist. In diesem Fall gilt: Achten Sie bei der Ernährung darauf, das zu essen, was Ihnen bekommt. Hilfreich ist oft eine fettarme Ernährung mit reichlich Ballaststoffen. Nur sehr selten ist die Fettverdauung nach dem Eingriff so gestört, dass chronische Durchfälle die Folge sind.

In der Regel kann der Mensch auch ohne Gallenblase gut leben. Meist ist es nicht nötig, die Ernährung stark umzustellen oder es sind nur kleine Anpassungen erforderlich

Verlauf

In drei von vier Fällen verursachen Gallensteine keinerlei Beschwerden. Machen sie sich bemerkbar, können sie in der Regel leicht beseitigt werden.

Zwei von drei Patienten, die bereits eine Gallenkolik hatten, bekommen im weiteren Verlauf erneut eine Kolik. Meist wird der Arzt bei Beschwerden vorschlagen, die Gallenblase zu entfernen – zum einen ist der Patient damit die Koliken los, zum anderen können durch eine Operation Komplikationen verhindert werden.

Eine entferne Gallenblase ist keine Garantie dafür, dass man nie wieder Gallensteine bekommt – denn es können sich auch Steine in den Gallengängen bilden.

Komplikationen

Zu möglichen Komplikationen von Gallensteinen zählen zum Beispiel:

Sehr selten durchbrechen Gallensteine die Gallenblasenwand und gelangen in den Dünndarm oder in die freie Bauchhöhle. Eine mögliche Folge ist eine Bauchfellentzündung (Peritonitis).

Erhöhtes Krebsrisiko

Das Risiko für Gallengangskrebs oder Gallenblasenkrebs ist bei Menschen mit Gallensteinen etwas höher als bei Personen ohne Gallensteine. Das gilt insbesondere, wenn die Gallensteine sehr groß sind oder wenn die Gallenblase schon sehr oft entzündet war.

Insgesamt kommen Krebserkrankungen der Gallenblase bzw. der Gallengänge jedoch selten vor. Schätzungen zufolge erkranken 5 von 1000 Personen, die Gallensteine haben, später an Gallenblasenkrebs.

Vorbeugen

Dass Gallensteine entstehen, lässt sich meist nur schwer verhindern. Allerdings können Sie einige Risikofaktoren positiv beeinflussen, so unter anderem durch eine angemessene Ernährung.

So beugen Sie Risikofaktoren für Gallensteine vor:

Gallensteine und Ernährung

Während bei Pigmentsteinen bisher kein Zusammenhang mit der Ernährung bekannt ist, spielt bei der Entstehung der Gallensteine, die vorwiegend Cholesterin enthalten, die Ernährung eine wichtige Rolle. Denn: Die Cholesterinwerte lassen sich wiederum zumindest teilweise durch eine entsprechende Ernährung beeinflussen.

Günstig ist eine ballaststoffreichefettarme Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse.

Übergewicht kann Gallensteine begünstigen. Mithilfe einer ausgewogenen Ernährung können Sie dazu beitragen, dass Ihr Gewicht im Normalbereich bleibt.

Nicht nur Übergewicht, auch Nulldiäten, strenges Fasten oder eine zu schnelle Gewichtsabnahme erhöhen das Gallensteinrisiko. Wenn Sie etwas abnehmen möchten, empfiehlt sich keine Radikaldiät, sondern eine langsame Gewichtsabnahme, die Sie am besten durch viel Bewegung und eine gesunde Ernährung erreichen.

Auch Personen, bei denen sich bereits Gallensteine gebildet haben, sollten auf ihre Ernährung achten. Sehr fettreiche Mahlzeiten können etwa eine Gallenkolik hervorrufen und sind deshalb bei Gallensteinen nicht empfehlenswert.

Betroffene, denen die Gallensteine mit der Gallenblase entfernt wurden, sind in ihrer Ernährung kaum eingeschränkt. Da jedoch mit der Gallenblase das Speicherorgan für die Gallenflüssigkeit fehlt, gelangen immer nur kleine Mengen Galle in den Darm. Sehr fettreiche Mahlzeiten können daher zu Fettverdauungsstörungen führen. Um vorzubeugen, sollten Sie daher auf eine zu fette und üppige Ernährung verzichten. 

Weitere Informationen


Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Cholelithiasis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 16.5.2017)

Gallensteine. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 25.1.2017)

Sauerbruch, T., Neubrand, M.: Ratgeber Gallensteine. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V. Online-Publikation: www.gastro-liga.de (Stand: Januar 2017)

Müller, M., et al.: Chirurgie. Für Studium und Praxis. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014

Arastéh, K., et al.: Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen und der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie: Diagnostik und Therapie von Gallensteinen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/008 (Stand: Juli 2007)

Aktualisiert am: 31. Mai 2017

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