CUP-Syndrom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Bei etwa drei bis fünf Prozent der Personen mit einer diagnostizierten Krebserkrankung finden sich Metastasen (Tochtergeschwulste), deren Ursprungsherd trotz moderner Diagnoseverfahren unbekannt bleibt. Dies bezeichnet man als CUP-Syndrom. CUP steht für den englischen Begriff "Cancer of Unknown Primary", was in etwa "Krebs unbekannten Ursprungs" bedeutet.

Warum werden bei den Betroffenen nur die Metastasen, nicht aber der Primärtumor selbst entdeckt? Auf diese Frage gibt es verschiedene Antwortmöglichkeiten: Es kann zum Beispiel sein, dass der Primärherd extrem klein ist und sich deshalb der Diagnostik entzieht. Oder der Tumor ist bereits zerfallen – er hat sich also aufgelöst, nachdem er in den Körper gestreut hat und bevor er beispielsweise mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen erkannt werden konnte. Manchmal entdecken die Ärzte den Primärtumor nach langem Suchen mittels verschiedener Untersuchungsmethoden.

Beim CUP-Syndrom unterscheiden sich die Beschwerden je nachdem welches Organ betroffen ist: Metastasen im Gehirn können zum Beispiel Kopfschmerzen verursachen. Ist die Lunge von Metastasen befallen, können Husten oder Atemnot dazuführen, dass die Betroffenen ihren Arzt aufsuchen.

Ein Diagnose-Ziel bei Metastasen unbekannter Herkunft ist, den Ursprungstumor (Primärtumor) mittels unterschiedlicher Verfahren doch noch zu finden. Allerdings bleibt diese Suche in 50 bis 70 Prozent der Fälle ohne Erfolg. Die Diagnostik beschäftigt sich aber nicht ausschließlich mit der Suche nach dem Primärtumor, sondern auch mit dem Metastasengewebe. So können die Ärzte auf den möglichen Ursprung des Krebses rückschließen und mögliche Behandlungsoptionen anwenden. Die Therapie richtet sich dabei individuell nach dem Zustand des Patienten. Ein vorrangiges Ziel ist oft, Schmerzen zu behandeln und die Lebensqualität des Betroffenen zu erhalten (sog. Palliativmedizin).

Beim CUP-Syndrom fällt die Prognose recht unterschiedlich aus – die durchschnittliche Überlebenszeit liegt zwischen sechs und dreizehn Monaten. Dennoch gibt es, auch dank moderner Therapieansätze, einige Fälle von Langzeitüberlebenden oder sogar Heilungen.

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