Clostridium-difficile-Infektion

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Clostridium difficile – das ist der Name eines Bakteriums, das in den letzten Jahren immer häufiger zu teils schweren Darminfektionen führt.

Gesunde Menschen, die sich mit Clostridium difficile anstecken, haben in der Regel keine Beschwerden. Zum Problem wird eine Clostridium difficile-Infektion (CID) meist erst, wenn die  Darmflora gestört ist, etwa nach langer Antibiotikaeinnahme. Die Symptome reichen von leichten Durchfällen bis hin zu schweren Darmentzündungen und damit einhergehenden Komplikationen.

Das Bakterium Clostridium difficile tragen bis zu fünf von hundert gesunde Erwachsene in sich, ohne etwas davon zu bemerken. Sie sind infiziert, werden durch den Erreger aber nicht krank. Anders sieht es bei Personen aus, deren Darmflora stark geschädigt ist. Bei ihnen kann sich das Bakterium im Darm ausbreiten und zu Beschwerden führen. Bestimmte Giftstoffe (Toxine), die die Bakterien produzieren, greifen dabei die Darmschleimhaut an.

Nicht jeder Mensch, der sich mit Clostridium difficile angesteckt hat, wird dadurch krank. Gefährdet sind vor allem Personen, die vor Kurzem Antibiotika eingenommen haben oder ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Besonders häufig kommt es zu Infektionen im Krankenhaus.

Clostridium difficile ist ein widerstandsfähiges Bakterium. Es ist in der Lage, in Form von Sporen für lange Zeit in der Umwelt zu überdauern – etwa auf Türklinken oder Telefonhörern. Über solche kontaminierten Gegenstände kann sich eine Person mit dem Keim anstecken. Auch die Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, denn Clostridium difficile wird mit dem Stuhl ausgeschieden und kann zum Beispiel beim Händeschütteln weitergegeben werden.

Beschwerden durch Clostridium-difficile-Infektionen nehmen weltweit zu – insbesondere in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sind Durchfallerkrankungen durch das Bakterium keine Seltenheit. Dabei berichten Wissenschaftler auch über eine Zunahme besonders schwerer Verläufe. Seit Beginn der 2000er Jahre beobachten Forscher einen neuen Stamm von Clostridium difficile (sog. Riboytyp 027), der besonders viele Giftstoffe bildet und schwer zu bekämpfen ist.

Nicht immer bedarf eine Clostridium-difficile-Infektion einer medikamentösen Therapie – haben beispielsweise Antibiotika die Infektion begünstigt, klingen die Symptome manchmal von selbst ab, wenn die Antibiotika abgesetzt werden. In anderen Fällen verläuft die Erkrankung jedoch so schwer, dass Medikamente oder chirurgische Eingriffe nötig sind. Insbesondere die sogenannte pseudomembranöse Kolitis kann mit Komplikationen wie etwa einem Darmdurchbruch verbunden sein. Die pseudomembranöse Kolitis ist eine schwere Darmentzündung, die in über 95 Prozent aller Fälle durch Clostridium difficile ausgelöst wird.

Etwa 20 von 100 Durchfallerkrankungen, die im Zusammenhang mit einer Antibiotikaeinnahme entstanden sind (sog. Antibiotika-assoziierte Diarrhö), sind auf eine Clostridium-difficile-Infektion zurückzuführen.

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