Aphasie: durch Hirnschaden erworbene Sprachstörung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Jupiterimages/Hemera
Anzeige

Eine Aphasie ist eine Sprachstörung, die durch einen teilweisen oder völligen Verlust der bereits erlernten Sprache entstanden ist. Zu einem solchen Sprachverlust kann es kommen, wenn bestimmte Bereiche im Gehirn geschädigt sind.

Am häufigsten entsteht eine Aphasie infolge von Gefäßveränderungen, die im Gehirn zu Durchblutungsstörungen führen. Als Ursachen hierfür kommen beispielsweise Arteriosklerose oder Diabetes mellitus infrage. Ist die Durchblutung in einem Hirngefäß gestört, kann es zu einem Schlaganfall kommen, der rund vier von zehn Betroffenen zum Aphasiker macht.

Weitere mögliche Auslöser einer Aphasie sind:

Bei Erwachsenen ist der Schlaganfall die mit Abstand häufigste Ursache für Aphasie.
Bei Kindern entsteht die Sprachbehinderung hingegen meist durch ein Schädel-Hirn-Trauma.

Eine Aphasie kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Meist sind alle Bestandteile der Sprache betroffen, sodass es beim Sprachgebrauch – mit unterschiedlichen Schwerpunkten – zu Regelabweichungen in der Wortfindung (Lexik), dem Verstehen der Bedeutung von Wörtern (Semantik), der Grammatik (Syntax) und der Lautbildung (Phonologie) kommt. Darüber hinaus können das Sprechen, Schreiben, Verstehen und Lesen aphasische Störungen aufweisen.

Weil eine Aphasie die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt, können Aphasiker – je nach Ausprägung ihrer Sprachstörung – psychisch oder geistig behindert wirken. Aber: Aphasien deuten nicht auf eine psychische oder geistige Behinderung hin, sondern sind reine Sprachstörungen!

Je nachdem, welche Symptome bei einem Aphasiker vorherrschen, unterscheidet man verschiedene Formen der Sprachstörung. Die wichtigsten Formen von Aphasie, die man größtenteils vergleichsweise eindeutig Schädigungen bestimmter Hirnregionen zuordnen kann, sind:

Eine plötzlich auftretende Aphasie bessert sich häufig von selbst – vor allem in den ersten sechs Monaten nach einer Hirnschädigung, die durch eine Minderdurchblutung entstanden ist. Erworbene Sprachstörungen können jedoch auch länger andauern. In jedem Fall gilt:

Bei jeder Aphasie ist es ratsam, so früh wie möglich mit einer Sprachtherapie zu beginnen, da sich dadurch die sprachliche Kommunikationsfähigkeit der Aphasiker oft wesentlich verbessert.

Um einer Aphasie vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, das Schlaganfallrisiko und das Risiko für Kopfverletzungen gering zu halten (also z.B. beim Fahrradfahren einen Schutzhelm zu tragen).

Anzeige