Anenzephalie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Die Anenzephalie (wörtlich übersetzt: "ohne Gehirn") ist eine schwere angeborene Fehlbildung: Den betroffenen Kindern fehlen große Teile des Gehirns und das Schädeldach, wodurch der Kopf eine typische (einem Froschkopf bzw. Krötenkopf ähnelnde) Form hat.

Die Anenzephalie ist, wie die Spina bifida, ein sogenannter Neuralrohrdefekt. Beide Neuralrohrdefekte kommen etwa gleich häufig vor und entstehen infolge einer Entwicklungsstörung des Nervensystems während der dritten bis vierten Schwangerschaftswoche.

Normalerweise bildet sich etwa am 18. Entwicklungstag – durch Verschmelzung von paarig angelegten Nervenwülsten – das Neuralrohr: Dies ist ein Frühstadium des Zentralnervensystems (ZNS: Gehirn und Rückenmark) und seiner Umgebung (d.h. Knochen, Muskeln, Bindegewebe), aus dessen oberem Abschnitt sich Gehirn und Schädeldach entwickeln, während aus dem unteren Abschnitt das Rückenmark und die Wirbelsäule entstehen. Entsprechend sind

Die genauen Ursachen für die Entstehung der Anenzephalie sind nicht bekannt. Als mögliche Auslöser für einen Neuralrohrdefekt gelten zum Beispiel:

Jede schwangere Frau kann das Risiko für eine Anenzephalie beim Kind deutlich verringern, indem sie in der Frühschwangerschaft zusätzlich Folsäure einnimmt! Allerdings wissen werdende Mütter anfangs oft gar nicht, dass sie schwanger sind. Darum ist es ratsam, Folsäure schon bei bestehendem Kinderwunsch einzunehmen.

Die Diagnose einer Anenzephalie ist schon während der Schwangerschaft mithilfe einer Ultraschalluntersuchung möglich. Daneben bietet sich zur Früherkennung eine Blutuntersuchung bei Schwangeren in der 16. Schwangerschaftswoche (sog. Triple-Test) an.

Eine wirksame Behandlung gegen die Anenzephalie steht bisher nicht zur Verfügung. Die betroffenen Kinder kommen meist tot zur Welt oder sterben kurz nach der Geburt.

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