Abszess-Behandlung: Ran an den Eiter!

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Wer einen Abszess hat, kommt um eine ärztliche Behandlung nicht herum. Denn bei Abszessen gilt grundsätzlich: Der Eiter muss durch einen kleinen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Die genaue Art der Behandlung richtet sich vor allem danach, wo der Abszess liegt und wie groß er ist, auch die Art der Erreger kann eine Rolle spielen.

Abszesse kapseln sich ab, bauen also eine Barriere gegenüber dem umliegenden Gewebe auf. Blut gelangt nur schlecht oder gar nicht zu dem entzündeten Gewebe. Die Folge: Abwehrzellen oder Medikamente dringen nicht bis in die sogenannte Abszesshöhle vor und können den Erreger nicht bekämpfen. Mit Antibiotika allein lässt sich ein Abszess daher nicht behandeln!

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Wichtig vor der Abszess-Behandlung: ein offenes Gespräch zwischen Patient und Ärztin.

Aus diesem Grund setzen Ärzte bei der Abszess-Behandlung auf eine Operation, wobei "Operation" wilder klingt, als es ist: In vielen Fällen – etwa bei oberflächlichen Abszessen in der Haut oder bei einem Abszess am After – reicht ein kleiner Schnitt, um den Abszess zu öffnen.

Wie läuft der Eingriff ab?

Narkose oder nicht? Es hängt davon ab, wo sich der Abszess befindet und wie weit er sich ausdehnt, ob eine örtliche Betäubung für den Eingriff ausreicht oder ob eine Vollnarkose für die Abszess-Behandlung nötig ist.

Abszesse in Organen wie der Lunge oder der Leber lassen sich oftmals durch eine sogenannte Abszessdrainage behandeln: Der Arzt führt unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle einen Katheter ein und entfernt den Eiter (Punktion). Begleitend erhält der Patient ein Antibiotikum.

Was ist ein Abszess? Im Verlauf einer Entzündung kann sich im Gewebe eine Art Hohlraum entwickeln. Sammelt sich darin Eiter, handelt es sich um einen Abszess. Der Hohlraum ist zu allen Seiten hin abgeschlossen, Fachleute sprechen von einem sogenannten Granulationswall, der den Abszess nach außen begrenzt. In den meisten Fällen bilden sich Abszesse an der Oberfläche des Körpers – sie können sich aber auch in Organen wie Lunge, Leber oder Gehirn entwickeln. Häufige Ursache sind Bakterien namens Staphylokokken.

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