Trotzphase: "Ich will aber!"

Veröffentlicht von: Till von Bracht

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Eine typische Situation aus der Trotzphase: Draußen liegt kniehoher Schnee: Das dreijährige Kind jedoch weigert sich mit allen Mitteln, die warmen Stiefel anzuziehen. Es möchte lieber die dünnen Ballerinas tragen. Ein Drama.

Die Trotzphase stellt viele Eltern vor eine echte Belastungsprobe: Lief das Kind in der einen Sekunde noch brav an der Hand, wirft es sich im nächsten Moment schreiend zu Boden, weil es an der Supermarktkasse keine Schokolade bekommt. Solche Wutanfälle sind typisch für die Trotzphase.

Die gute Nachricht: Die Trotzphase ist tatsächlich genau das: nur eine Phase! Etwa im Alter von vier Jahren hat Ihr Kind die Trotzphase hinter sich. Dann weiß es, wie weit es gehen kann, wo die Grenzen sind und dass seine Fähigkeiten nicht unbegrenzt sind.

Die Trotzphase beginnt etwa im Alter von eineinhalb Jahren. Am stärksten trotzen die Kleinen zwischen zwei und drei Jahren. Doch so anstrengend es für die Eltern auch sein mag: Für das Kind ist die Trotzphase eine enorm wichtige Entwicklungsphase – und ebenfalls sehr anstrengend!

Wenn sich Ihr Kind an der Supermarktkasse auf den Boden wirft und Sie anschreit, dann nicht, um Sie zu ärgern. Ihr Kind ist verunsichert. Es weiß nicht genau, wie es mit seinen Gefühlen umgehen soll.

Wichtig: Eltern dürfen das trotzige Verhalten ihres Kindes nicht persönlich nehmen!

In der Trotzphase erkennt Ihr Kind zunehmend, dass es ein eigener Menschen ist. Nach und nach versteht es, dass es einen eigenen Willen hat – und versucht oft mit allen Mitteln, diesen auch durchzusetzen. Trotzdem kann oder darf es nicht alles machen, was es will. Entweder weil Sie es verbieten oder weil Ihr Kind dazu noch nicht in der Lage ist.

Doch gerade in der Trotzphase möchten die Kleinen schon möglichst alles alleine und selbstständig machen. Kinder möchten sich alleine anziehen, bei der Schleife jedoch benötigen sie noch Hilfe. Im Supermarkt wollen sie unbedingt das neue Spielzeugauto, einfach mitnehmen dürfen sie es aber nicht.

Diese Erfahrung erzeugt Wut. Die Folge: Das sonst so entspannte Kind ist in der Trotzphase manchmal völlig außer sich, wenn es seinen Willen nicht durchsetzen kann. Es

Da hilft oft nur: Schauen, staunen und die Nerven behalten. Geben Sie nicht nach – denn nur wenn Sie konsequent bleiben, lernt es, dass Trotz auf Dauer nicht wirkt.

Versuchen Sie stattdessen, die Situation aufzulösen – zum Beispiel indem Sie mit Ihrem Kind an einen ruhigeren Ort gehen, wo es sich wieder beruhigen kann. Erklären Sie Ihrem Kind mit einfachen Sätzen, warum es in dieser Situation seinen Willen nicht durchsetzen darf oder kann.

Hinzu kommt in der Trotzphase das Austesten der Grenzen: Das Kleinkind muss immer wieder kontrollieren, ob Sie es auch ernst meinen, wenn Sie sagen, dass es nicht auf den Herd fassen darf.

Für Ihr Kind ist es nicht immer einfach, damit klarzukommen, dass die Eltern Dinge verbieten. Denn betrachtet man die Trotzphase mal aus den Augen des Kindes, sind es vor allem die Eltern, die trotzen! Die Großen wollen einfach nicht so, wie es die Kleinen gerne hätten.

Zusammenfassung:
Damit es in der Trotzphase nicht immer wieder "kracht" zwischen Ihnen und Ihrem Kind, sollten Sie möglichst ruhig und gelassen bleiben – auch wenn das schwer fällt!

Ihr Kind will Sie mit seinem Wutausbruch nicht ärgern. In der Trotzphase weiß es noch nicht, wie es mit seinen Gefühlen umgehen soll. Die Folge: Es trotzt. Zeigen Sie Verständnis und erklären Sie Ihrem Kind, warum es seinen Willen nicht immer durchsetzen kann.

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