Sozialkompetenz & Sozialverhalten

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel

Jupiterimages/iStockphoto
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Bewegung ist nicht nur für die körperliche Entwicklung von Kindern wichtig. Durch Bewegung – gerade beim Spielen und Toben mit anderen – entwickeln sie auch die Sozialkompetenz.

Das Sozialverhalten eines Kinds wird gefördert, wenn es lernt, mit anderen zu kooperieren sowie auf die Wünsche und Gefühle anderer Rücksicht zu nehmen. Gleichzeitig lernt es aber auch, sich in der Gruppe zu behaupten und Kontakte mit anderen zu knüpfen!

Das Spielen eines Kinds ändert sich mit dem Alter – auch in Bezug auf das Sozialverhalten. Schon mit sechs bis zwölf Monaten interessieren sich die Kleinen für andere Kinder und machen damit die ersten sozialen Erfahrungen. Sie beobachten sich etwa und versuchen, den anderen nachzuahmen. Trotz dieses Interesses spielen Kinder bis zum Alter von zwei Jahren eher alleine oder nebeneinander, aber nicht als Partner. Sie können sich oft hervorragend allein beschäftigen.

Etwa ab dem dritten Lebensjahr setzt dann eine neue Phase ein, bei der aus einem Nebeneinander ein Miteinander wird: Die Kinder lernen, mit Gleichaltrigen zu kooperieren, aber auch, sich durchzusetzen. Sie entwickeln zunehmend Sozialkompetenz. Dies geschieht häufig auch in Form von Rollenspielen.

Gemeinsames Spielen macht Spaß – und nicht nur das! Mit etwa fünf Jahren sind gemeinschaftliche Spiele möglich und die Kinder fangen an, sich und ihre Umgebung in Regel- und Wettspielen zu erproben. Dabei gestalten sie durch die Regeln ihre Umwelt selbst und lernen sich und ihre Umwelt dadurch besser kennen. Für das Kind steht nun im Vordergrund, dass es selbst die Spielregeln einhält – ebenso wie auch alle anderen Beteiligten. Das können zwar mitunter auch schon Dreijährige, die Bedeutung des Ganzen erfassen die meisten Sprösslinge meist aber erst gegen Ende des Kindergartenalters.

Wettspiele sind dabei eine Sonderform der Regelspiele, bei denen Kinder ihrem Bedürfnis nachgehen können, sich mit Gleichaltrigen zu vergleichen. Im Regel- und Wettspiel kann das Kind seine Persönlichkeit, seine Selbstständigkeit und seine Fähigkeit, mit anderen Kindern zu interagieren, entfalten. Es lernt, dass im Umgang miteinander und im Zurechtkommen mit seiner Umwelt Regeln und Rücksichtnahme wichtig sind. Es erfährt sich selbst und andere in der Bewegung und bildet dabei Sozialkompetenz aus.

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