Nachtschreck (Pavor nocturnus) bei Kindern

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Der sogenannte Nachtschreck (Pavor nocturnus) bei Kindern sieht schlimmer aus, als er ist: Wenn ein Kind plötzlich voller Panik und mit einem lauten Schrei aus dem Tiefschlaf hochschreckt, sind die Eltern in der Regel sehr beunruhigt, was da mit ihrem Sprössling vor sich geht. Das Kind ist jedoch, obwohl seine verängstigten Augen weit aufgerissen sind, nicht richtig wach – und hat am nächsten Morgen meist alles vergessen.

Der Nachtschreck (lat. Pavor nocturnus = nächtliche Angst) ist eine Schlafstörung, die zu den sogenannten Parasomnien zählt. Als Parasomnie bezeichnet man Auffälligkeiten während des Schlafs, die den Schlaf und die Erholsamkeit nicht direkt beeinträchtigen. Neben dem Nachtschreck gehört beispielsweise auch das Schlafwandeln zu den Parasomnien.

Im Allgemeinen tritt der Nachtschreck bei Kleinkindern auf – besonders zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr. Seltener ist der Nachtschreck schon beim Baby zu beobachten. Insgesamt sind bis zu 20 Prozent aller Kinder schon einmal aus dem Schlaf aufgeschreckt. Allerdings kommt der Nachtschreck bei den meisten Kindern nur vereinzelt vor: Weniger als 1 Prozent der Kinder schreckt mehr als einmal pro Woche aus dem Schlaf hoch. In seltenen Fällen kann der Pavor nocturnus auch Erwachsene treffen.

Wie äußert sich ein Nachtschreck bei Kindern?

Oft beginnt der Nachtschreck mit einem angstvollen Schreien oder Weinen: Das Kind befindet sich im Tiefschlaf und schreckt ganz plötzlich in Panik hoch – oft verschwitzt und mit schneller schlagendem Herz. Es hat keine Orientierung und ist nicht ansprechbar, obwohl die Augen weit geöffnet sind. Es sitzt aufrecht im Bett, manchmal springt es aber auch auf oder schlägt um sich. Andere Personen erkennt das Kind in der Regel nicht. Nach 5 bis 15 Minuten ist der Spuk vorbei – und das Kind schläft normal weiter.

Meist tritt der Nachtschreck in der ersten Nachthälfte auf, oft schon eine Stunde nach dem Einschlafen. Nur selten zeigt sich ein Pavor nocturnus mehrmals pro Nacht.

Der Nachtschreck hat viele Namen. Manche Menschen kennen den Pavor nocturnus auch als:

Dabei ist der Nachtschreck wohl vor allem ein Schreck für Außenstehende, die solche Schlafstörungen nicht kennen: Wenn jemand gerade scheinbar erwacht und ohne ersichtlichen Grund vor Angst außer sich ist, ist dieser Anblick zunächst bedrohlich. Die Betroffenen selbst können sich später hingegen nicht oder nur sehr vage an das nächtliche Vorkommnis erinnern. Nur gelegentlich bleiben einzelne Traumbilder im Gedächtnis – zum Beispiel eine herabstürzende Wand oder ein Angreifer. Wenn man eine Person während des Pavor nocturnus weckt, ist sie verwirrt und desorientiert.

Fast immer ist der Nachtschreck bei Kindern ein vorübergehendes, harmloses Phänomen. Nur wenn der Pavor nocturnus sehr ausgeprägt oder häufig vorkommt, ist eine Behandlung oder eine weiterführende Untersuchung notwendig. In bis zu 50 Prozent der Fälle kann es nach einem Anfall zum Schlafwandeln kommen – auch an das Schlafwandeln kann sich das Kind im Nachhinein nicht mehr erinnern.

Ein gelegentlicher Nachtschreck (seltener als 1 Mal pro Woche) bei Kleinkindern ist kein Grund zur Beunruhigung: Meist legen sich die Pavor-nocturnus-Anfälle im Laufe der Zeit von selbst.

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