Lernen und Bewegung bei Kindern

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

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Lernen und Bewegung bei Kindern gehören eng zusammen, obwohl viele Menschen das Thema Lernen mit stundenlangem Sitzen am Schreibtisch, so wie man es in der Schule gewöhnt ist, verbinden. Bewegung, Herumtoben, Laufen oder Tanzen werden in der Regel weniger damit assoziiert.

In den ersten Lebensjahren begreifen Kinder die Welt im wahrsten Sinne des Worts mit allen Sinnen. Kleine Kinder gewinnen durch Handlungen Erkenntnisse über ihre Umwelt. Durch Anfassen und Bewegen lernen sie zum Beispiel, dass ein Ball rollt, während eckige Gegenstände liegenbleiben. Dabei wird sowohl die geistige als auch die körperliche Entwicklung angeregt. Regelmäßige Bewegungen haben nicht nur positive Auswirkungen auf die motorische Entwicklung des Kindes, sondern auch auf das kognitive Verständnis und auf den Umgang mit Emotionen.

Nie lernt man so viel wie in den ersten Lebensjahren. Gerade in dieser Zeit entdecken Kinder ihre Umwelt und lernen verstärkt durch Bewegung, Handlung und Wahrnehmung. Sie lernen, Probleme zu lösen, indem sie verschiedene Dinge in der Praxis ausprobieren und somit Ursache und Wirkung begreifen. Auch in der Entwicklungspsychologie geht man davon aus, dass Bewegung für die Entwicklung von Kindern eine große Rolle spielt. Der Schweizer Psychologe Jean Piaget entwickelte die sogenannte Interaktionstheorie. Er war der Ansicht, dass einfache Handlungen und Tätigkeiten des Kindes die Basis für seine Erkenntnisgewinnung darstellen. Nur durch die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt kann ein Kind demnach lernen und sich weiterentwickeln.

Nicht zuletzt kennen auch viele Erwachsene die Wirkung von Bewegung: Nach einem kurzen Spaziergang kommen einem oft bessere Ideen als nach Stunden am Schreibtisch.

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Bewegung tut Kindern gut.
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