Schutzimpfung kontrovers diskutiert

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Nutzen und Risiko der Schutzimpfung werden oft kontrovers diskutiert: Zwar machen uns Impfungen nachweislich gegen viele Erreger immun und schützen uns so vor teils lebensbedrohlichen Krankheiten. Jedoch waren die Standardimpfungen der letzten Jahrzehnte dabei so erfolgreich, dass die Bedrohlichkeit mancher (Kinder-)Krankheiten mehr und mehr aus unserem Bewusstsein verschwunden ist.

Eine Schutzimpfung hat viele Vorteile: In einer flächendeckend geimpften Bevölkerung reißt die Infektionskette ab und es kommt nur vereinzelt zu Neuinfektionen. Ausschließlich vom Menschen übertragene Krankheiten können sich somit nicht weiter ausbreiten.

Eine konsequente Durchimpfung bedeutet demnach die Chance, dass die Infektionskrankheit völlig verschwindet (wie bei den Pocken bereits geschehen). Je nach Krankheitserreger ist hierzu eine Durchimpfungsrate von 85 bis 95 Prozent erforderlich. Bereits wenige Prozent Nichtgeimpfter genügen also, um dieses Ziel zu verfehlen und die Ausrottung der Infektionskrankheit zu verhindern.

Die Impfquoten bei den Schulanfängern sind in den letzten Jahren zwar stetig gestiegen (Deutschland hat z.B. bei der 1. Masernimpfung das Ziel einer 95%igen Impfquote erreicht). Dennoch gehört Deutschland bei der Verhinderung und Ausmerzung von Infektionskrankheiten im internationalen Vergleich allenfalls zum Mittelfeld (in Skandinavien und in den USA beispielsweise sind die Impfraten deutlich höher, weswegen dort die entsprechenden Krankheiten sowie deren Komplikationen so gut wie unbekannt sind). Dies liegt zumindest teilweise daran, dass Teile der Bevölkerung Impfungen kategorisch ablehnen. Die Motive der Ablehnung sind sehr unterschiedlich und meist in eine bestimmte Weltanschauung eingebettet.

Die Zahl der Impfgegner in Deutschland ist mit etwa drei bis fünf Prozent zwar gering, durch die Vernetzung und Verbreitung teils massiver, zumeist unwissenschaftlicher Impfkritik mithilfe moderner Informationstechnologie kann sie aber einen großen Einfluss auf die Impfakzeptanz der Bevölkerung ausüben.

Hinzu kommt, dass die Fortschritte auf dem Gebiet der Ernährung, Hygiene und Medizin zusammen mit den Schutzimpfungen zu einem starken Rückgang der Erkrankungs- und Sterblichkeitsziffer durch Infektionskrankheiten geführt hat. Infolge dieses Rückgangs nimmt die Öffentlichkeit nicht mehr wahr, welche Gefahren von Infektionserkrankungen ausgehen, während gleichzeitig die sehr seltenen Impfkomplikationen in den Blickpunkt der öffentlichen Diskussion rücken. Daher betrachten viele Menschen Schutzimpfungen trotz der nach wie vor bestehenden Risiken vieler Infektionskrankheiten skeptisch.

Im Internet finden sich zahlreiche Auseinandersetzung zum Thema Schutzimpfung beziehungsweise Impfrisiko. Bei kritischer Betrachtung gelingt es häufig schnell, die dort durch Impfgegner angeführten Argumente zu widerlegen.

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