Meningokokken-Impfung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel

Jupiterimages/iStockphoto
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Eine Meningokokken-Impfung schützt vor Erkrankungen durch Meningokokken, wie etwa der Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, also durch Husten, Niesen oder Küssen.

Unter der Bezeichnung Meningokokken versteht man die Bakterienart Neisseria meningitidis. Die Bakterien unterscheiden sich untereinander leicht in der äußeren Struktur – das nutzt man zur Einteilung in sogenannte Serogruppen. In Europa entstehen die meisten Meningokokken-Infektionen durch die

MenC-Impfung

Bereits seit einigen Jahren gibt es die sogenannte MenC-Impfung, die vor Erkrankungen durch C-Meningokokken schützt. Es stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung:

Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt eine Impfung mit dem 4-valenten Konjugatimpfstoff gegen die Serogruppen A, C, W135 und Y ab einem Alter von 12 Monaten oder älter. Ab dem 2. Lebensmonat ist bereits eine Impfung mit dem konjugierten Einzelimpfstoff gegen die Serogruppe C möglich.

Polysaccharid- oder Konjugatimpfstoff – was ist der Unterschied?
Polysaccharid-Impfstoffe
enthalten gereinigte Bruchstücke der Bakterienhülle (Mehrfachzucker bzw. Polysaccharide). Bei Konjugatimpfstoffen sind die Polysaccharide an Trägereiweiße gebunden (konjugiert). Konjugatimpfstoffe gelten als vorteilhafter, da:

  • der Impfschutz länger anhält.
  • das Immunsystem ein immunologisches Gedächtnis ausbildet.
  • die Zahl der "Erreger-Träger" verringert wird: Einige Menschen tragen unbemerkt Meningokokken mit sich und erkranken nicht, können aber andere anstecken. Eine Meningokokken-C-Impfung mit Konjugatimpfstoff schützt jedoch nicht nur vor der Erkrankung durch die Bakterien, sondern verhindert auch, dass diese den Nasen-Rachen-Raum besiedeln können.

MenB-Impfung

Erst seit 2013 gibt es auch einen Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe B beziehungsweise die sogenannte Meningokokken-B- oder MenB-Impfung. Für diese Impfung hat die STIKO jedoch noch keine offizielle Impfempfehlung veröffentlicht, sie zählt daher nicht zu den Standardimpfungen.

Dennoch kann eine Meningokokken-B-Impfung im Einzelfall sinnvoll sein – etwa für Personen, in deren Haushalt Betroffene eine Meningokokken-B-Infektion aufweisen. Hier muss der betreuende Arzt Nutzen und Risiko der Impfung in Bezug auf die jeweilige Situation abwägen. Die Meningokoken-B-Impfung ist prinzipiell ab dem 2. Lebensmonat möglich. Unklar ist noch, wie lange der Impfschutz bei dieser Impfung anhalten wird.

Aufgrund der noch geringen Studienzahl hat sich die STIKO bislang gegen eine generelle MenB-Impfung ausgesprochen. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um den Nutzen und die möglichen Risiken des neuen Impfstoffes abschließend klären zu können.

Im Unterschied zu den MenC-Impfstoffen enthält der MenB-Impfstoff keine Polysaccharide, sondern Proteine (Eiweiße) der äußeren Membran, die eine Immunantwort hervorrufen.

Schutz auch für andere

Eine Meningokokken-Impfung schützt die geimpfte Person nicht nur vor dem Ausbruch einer Meningokokken-Erkrankung (wie einer Meningitis), sondern verhindert auch, dass ein Mensch unbemerkt Träger des Erregers wird und diese an andere weitergeben kann. Über den Schutz des Geimpften hinaus schützt die Meningokokken-Impfung also auch nichtgeimpfte Mitmenschen. Mediziner bezeichnen dies als Herdenimmunität.

Dieser Schutz ist umso größer, je mehr Menschen sich impfen lassen und dadurch kein Erregerreservoir mehr bilden. Seit Einführung der Meningokokken-C-Impfung für Kinder im ersten Lebensjahr im Jahr 2006 ist die Zahl der Meningokokken-C-Erkrankungen bei Kleinkindern deutlich gesunken.

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