Impfstoff-Verabreichungs­formen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Impfungen unterscheiden sich unter anderem anhand ihrer Verabreichungsform. Die häufigste Form der Impfung ist die Injektion: Hierbei spritzt man den Impfstoff in den Muskel (intramuskulär), unter die Haut (subkutan) oder in die Haut (intradermal).

Bei den meisten heute verwendeten Impfstoffen ist es üblich, die Impfung intramuskulär zu verabreichen. Als die beste Impfstelle hierfür gilt grundsätzlich der Deltamuskel am Oberarm – bei Babys, deren Deltamuskel noch zu klein ist, kann man den Impfstoff stattdessen auch in den Oberschenkel spritzen.

Impfstoffe per Injektionen in den Gesäßmuskel zu verabreichen gilt allgemein nicht als empfehlenswert, da die Impfung nicht so gut wirkt und es dort häufiger zu Komplikationen kommt.

Dass von allen Impfstoff-Verabreichungsformen die intramuskuläre Injektion am weitesten verbreitet ist, steht allerdings im Widerspruch zu der Tatsache, dass die Zellen, die unmittelbar für den Aufbau einer Immunreaktion verantwortlich sind, in höchster Konzentration in der äußersten Schicht der Haut (= Oberhaut bzw. Epidermis) liegen.

Bei Schluckimpfungen nimmt der Körper den Impfstoff über den Magen-Darm-Trakt auf. Zu den Erreger, die über die Schleimhautoberfläche in den Körper eindringen, gehört zum Beispiel der Erreger der Kinderlähmung (Polio). Zur Polio-Schutzimpfung stehen zwei Impfmethoden zur Verfügung – die Schluckimpfung nach Sabin und die Injektionsimpfung nach Salk:

Eine neue Entwicklung ist die Spray-Impfung: Hierbei gelangt der Impfstoff über die Atemwege in den Körper. So steht zum Beispiel neben dem herkömmlichen Impfstoff gegen Grippe (Influenza) ein vergleichbar wirksames Nasenspray zur Grippeimpfung zur Verfügung. Auch bei der Impfung gegen Masern könnte in Zukunft das Spray die Spritze ersetzen, da der eingeatmete Masern-Impfstoff besser wirkt als der per Nadel verabreichte Impfstoff. Außerdem ist die Spray-Impfung eine schnelle und schonende Methode, bei der die, wenn auch geringen, Infektionsrisiken durch verunreinigte Nadeln wegfällt.

Eine weitere Entwicklung sind essbare Impfstoffe aus gentechnisch veränderten Pflanzen (wie z.B. ein Cholera-Impfstoff aus Bananen): Hierbei sollen die Pflanzen direkt einen Impfstoff bilden. Der Vorteil dieses Impfstoffs bestünde in seiner einfachen Verabreichungsform: Er würde einfach durch den Verzehr der Pflanze in den Organismus aufgenommen. Außerdem hätte der Impfstoff eine natürliche und umweltfreundliche "Verpackung".

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