Impfschutz auffrischen

Veröffentlicht von: Astrid Clasen

Jupiterimages/Hemera
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Werfen Sie ab und zu einen Blick in Ihren Impfpass, um zu überprüfen, ob noch ein ausreichender Impfschutz besteht oder ob Sie ihn auffrischen sollten! In der Regel sind mehrere Impfungen nötig, um eine ausreichende Immunisierung zu erreichen.

Um bei Kindern rechtzeitig für einen ausreichenden Impfschutz zu sorgen, ist es ratsam, im Säuglings- und Kleinkindalter so früh wie möglich mit der Grundimmunisierung zu beginnen und sie unverzögert zu Ende zu bringen. Danach besteht außerdem in jedem Lebensalter die Möglichkeit, bei Bedarf gegen weitere Infektionskrankheiten zu impfen. Die genauen Impfempfehlungen der STIKO, Stand August 2015, finden Sie in unserem Impfkalender für Babys und Kleinkinder beziehungsweise im Impfkalender für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Damit ein einmal aufgebauter Impfschutz nicht wieder verloren geht, muss man Impfungen unter Umständen regelmäßig auffrischen. Beispiele für Impfstoffe, die lebenslang Impfauffrischungen erfordern, um einen wirksamen Schutz zu gewährleisten, sind der Impfstoff gegen Tetanus und Diphtherie. Wichtig bei jeder Impfung beziehungsweise Auffrischung ist es, den im Impfkalender angegebenen oder auf dem Beipackzettel vermerkten Mindestabstand zwischen zwei Impfungen nicht zu unterschreiten. Solche zeitlichen Abstände sind für den Impferfolg vor allem bei Impfungen mit einem Lebendimpfstoff sehr wichtig.

In Bezug auf die Frage, wie groß Impfabstände sein dürfen, herrscht häufig viel Verwirrung. Dies führt nicht selten zu einer Wiederholung der vollständigen Grundimmunisierung. Dabei ist bereits seit vielen Jahren bekannt:

Es gibt keine unzulässig großen Abstände zwischen Impfungen. Jede Impfung gilt. Auch über mehrere Jahre unterbrochene Grundimmunisierungen muss man nicht neu beginnen!

Bei lückenhafter Schutzimpfung ist es jedoch empfehlenswert, den Arzt zur Notwendigkeit einer Impfauffrischung zu befragen. Um herauszufinden, ob Sie oder Ihre Kinder eine Auffrischimpfung benötigen (z.B. eine Masern-, Polio- oder Tetanus-Auffrischung), nehmen Sie am besten zum Arztbesuch den Impfausweis mit. Gegebenenfalls überprüft der Arzt auch den Antikörperspiegel im Blut: Dieser gibt sichere Auskunft darüber,

Der Zweck von Impfungen besteht darin, einen Immunschutz gegen eine bestimmte Krankheit zu entwickeln, um sich und andere nicht mehr anstecken zu können. Wenn viele Menschen geimpft sind, nützt ihr Impfschutz also auch denjenigen, die nicht geimpft sind (z.B. Babys, die noch zu klein für eine Impfung sind), weil sich die jeweiligen Krankheiten in der Bevölkerung dann kaum noch ausbreiten können: Dies bezeichnet man als Herdenimmunität.

Je mehr Menschen ausreichend geimpft sind, desto höher sind auch die Chancen, die betreffenden Krankheiten vollständig auszurotten. Wer hingegen umgeimpft ist oder seinen Impfschutz nicht auffrischen lässt, ist nicht nur selbst ungeschützt, sondern gefährdet auch andere.

So sterben in Deutschland immer wieder Kinder an einer Gehirnentzündung namens SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis): Dies ist eine stets tödlich endende Spätkomplikation der Masern, die meist erst Jahre nach der Infektion auftritt. Bei einer Maserninfektion in den ersten Lebensjahren scheint das Risiko für diese Komplikation besonders hoch zu sein. Die erste Masernimpfung findet aber frühestens im zwölften Lebensmonat statt.

Dass Babys sich anstecken, kann man demnach nur durch Ausrottung der Masern sicher verhindern. Voraussetzung hierfür ist, dass möglichst viele Menschen einen ausreichenden Impfschutz gegen Masern haben (sog. Herdenimmunität). Dies ist nur ein Beispiel dafür, weshalb Schutzimpfungen zu den bedeutendsten und wirkungsvollsten vorbeugenden Maßnahmen in der Medizin gehören.
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