Besteht ein Impfrisiko?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Impfungen sind eine der wirksamsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Dennoch besteht beim Impfen ein gewisses Impfrisiko – und viele Menschen schrecken aus Angst vor einem Impfschaden davor zurück, sich oder ihre Kinder impfen zu lassen.

Tatsächlich ist jedoch heutzutage das Impfrisiko gering: Früher auftretende Impfkomplikationen waren überwiegend die Folge von Impfungen, die inzwischen nicht mehr zum Einsatz kommen. Die modernen Impfstoffe sind sicherer und verträglicher – dank der bei ihrer Entwicklung, Herstellung und Kontrolle erzielten Fortschritte.

Meist handelt es sich bei unerwünschten Folgen von Impfungen um harmlose, vorübergehende Nebenwirkungen. Eine Impfnebenwirkung bedeutet also noch lange kein Impfrisiko – manche Impfreaktionen sind sogar Anzeichen dafür, dass das Immunsystem des Körpers wie gewünscht auf die Impfung reagiert. Zu den häufigsten und bekanntesten Impfnebenwirkungen zählen:

Schwerwiegendere Impffolgen, die bleibende Schäden hinterlassen, sind außerordentlich selten. Dennoch kann das allgemeine Impfrisiko höher wirken, als es tatsächlich ist: Viele seltene angeborene Krankheiten zeigen sich in den ersten Lebensmonaten – genau in der Zeit, in der laufend Impfungen stattfinden. Dieser zeitliche Zusammenhang führt dazu, dass manche Eltern oder auch Ärzte schwere, scheinbar unerklärliche Erkrankungen des Säuglings mit einer kurz zuvor vorgenommenen Schutzimpfung in Verbindung bringen. In den letzten Jahren haben jedoch verbesserte Diagnosemöglichkeiten gezeigt, dass vermeintliche Impfschäden in Wirklichkeit oft auf unerkannten Krankheiten beruhten. Wenn nach einer Schutzimpfung gesundheitliche Probleme entstehen, muss es sich also nicht unbedingt um eine Impfnebenwirkung oder Impfkomplikation handeln.

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG), das seit dem 1.1.2001 in Kraft ist, soll dazu beitragen, bei der Einschätzung von Impfrisiken für mehr Klarheit zu sorgen: Danach sind Ärzte beziehungsweise Heilpraktiker dazu verpflichtet, jeden Verdacht auf Impfkomplikationen zu melden. Und § 20 Abs. 2 dieses Gesetzes beauftragt die STIKO (ständige Impfkommission), Kriterien zu entwickeln, mit deren Hilfe man eine übliche Impfreaktion und eine gesundheitliche Schädigung voneinander abgrenzen kann.

Wenn Ihre Sorge um ein Impfrisiko Sie daran zweifeln lässt, ob Sie Ihr Kind impfen lassen sollten, hilft Ihnen vielleicht Folgendes bei der Entscheidung: So bitter Impfkomplikationen im Einzelfall sein mögen, so sind doch die Risiken für Kinder ohne Impfung um ein Vielfaches höher. Bei Masern beispielsweise kommt es nach einer Infektion 500-mal häufiger zu einer Hirnentzündung (Enzephalitis) als nach einer Impfung. Und nur durch konsequentes Impfen ist es möglich, eine Krankheit völlig auszurotten.

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