HPV-Impfung (Gebärmutterhalskrebs-Impfung)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

iStock
Anzeige

Die HPV-Impfung (auch: "Gebärmutterhalskrebs-Impfung") soll vor allem junge Frauen vor einer Infektion mit bestimmten Typen von humanen Papillomviren (HPV) schützen. Eine solche Infektion mit HPV ist in vielen Fällen die Ursache von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und seinen Vorstufen. Humane Papillomviren können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Es gibt verschiedene HPV-Typen – als Hauptrisikofaktor für Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs gelten HPV 16 und HPV 18: Zusammen verursachen sie etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Die HPV-Impfung schützt gegen diese beiden Typen.

Doch es gibt weitere HPV-Typen, die ebenfalls krebserregend sind. Vor ihnen schützt die Gebärmutterhalskrebs-Impfung nicht. Daher ist es sehr wichtig, dass auch Frauen, die die HPV-Impfung in Anspruch nehmen, weiterhin regelmäßig zur Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt gehen. Sie trägt dazu bei, Krebsvorstufen oder bereits bestehenden Krebs möglichst früh zu entdecken. Die Chancen auf Heilung sind bei Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs in aller Regel sehr gut.

Die Gebärmutterhalskrebs-Impfung wirkt am besten, wenn eine Frau noch keinen Kontakt zu den humanen Papillomviren hatte, also vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

Es gibt derzeit zwei Impfstoffe für die HPV-Impfung, die einen Schutz vor den HPV-Typen 16 und 18 bieten:

In den meisten Fällen heilt eine Infektion mit HPV zwar folgenlos aus. Bleibt die Infektion jedoch bestehen, kann sie im weiteren Verlauf zu Gewebsveränderungen (Dysplasien) führen, die wiederum nach vielen Jahren oder Jahrzehnten in Gebärmutterhalskrebs übergehen können. Problematisch ist, dass über lange Zeit keine Beschwerden und somit keine Warnzeichen auftreten, die Frau also ihre HPV-Infektion nicht bemerkt. Die Gebärmutterhalskrebs-Impfung hat zum Ziel, die Häufigkeit von Krebsvorstufen und Krebs am Gebärmutterhals zu reduzieren.

Bei der Krebsfrüherkennung kann der Arzt mit dem sogenannten zytologischen Abstrich oder Pap-Abstrich (Pap-Test) erste Zell- und Gewebsveränderungen (leicht / mittelschwer / schwer) feststellen. Sie heißen fachsprachlich zervikale intraepitheliale Neoplasien oder kurz CIN.

Ergibt sich ein krankhafter Befund, schließt sich gegebenenfalls eine Gewebeentnahme (Biopsie) an. Mit ihrer Hilfe gelingt es, auszuschließen oder zu bestätigen, dass eine Krebsvorstufe oder Krebs vorliegt. Hiernach richtet sich auch die weitere Therapie. Zudem kann der Arzt einen HPV-Test durchführen, um eine Infektion nachzuweisen.

Humane Papillomviren sind außerdem für Krebsvorstufen der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane (Vulva) und der Scheide (Vagina) verantwortlich und können entsprechend zu Vulva- und Scheidenkrebs führen.

In Deutschland erkrankten im Jahr 2010 rund 4.600 Frauen an einem Zervixkarzinom.

Anzeige