Wassergeburt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Viele Frauen stellen sich unter einer möglichst schmerzfreien, entspannten Geburt eine Wassergeburt vor. Tatsächlich kann das warme Wasser entspannend wirken und die Geburtsschmerzen in vielen Fällen lindern.

Mittlerweile gibt es kaum mehr einen Kreißsaal ohne Gebärwanne. Viele Kliniken und Geburtshäuser verfügen inzwischen über ein spezielles Geburtsbecken und über auf diesem Gebiet erfahrene Ärzte und Hebammen. Jährlich nehmen fast 5.000 Schwangere, also mehr als vier Prozent aller werdenden Mütter, das Angebot einer Wassergeburt wahr.

Die Wassergeburt hat eine lange Geschichte. Viele Naturvölker schrieben dem Wasser eine heilende und entspannende Wirkung zu. Deshalb war es bei ihnen selbstverständlich, für eine Geburt ins Wasser zu gehen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die medizinische Technik in der Geburtshilfe weiter und die Wassergeburt trat immer mehr in den Hintergrund. Seit einiger Zeit steigt die Beliebtheit aber wieder an.

Was spricht für eine Wassergeburt?

Befürworter der Wassergeburt propagieren, dass das Baby auf diese Weise einen leichteren und stressfreieren Start ins neue Leben erfährt. Aus der Geborgenheit der mit Fruchtwasser gefüllten Fruchtblase gleitet es ins warme Wasser und wird so behutsam auf seinen ersten Atemzug vorbereitet.

Vorteile einer Wassergeburt:
  • Die werdende Mutter kann optimal entspannen.
  • Es gibt weniger Dammschnitte oder -risse.
  • Es sind weniger Schmerzmittel nötig.

Was spricht gegen eine Wassergeburt?

Als Nachteile der Wassergeburt sehen Kritiker, dass es im Notfall länger dauert, bis die werdende Mutter oder das Kind medizinisch versorgt werden können, wenn die Frau zunächst aus der Wanne steigen muss, dass man Infektionen nicht gänzlich ausschließen kann und dass es zu Problemen kommen kann, wenn das Kind (in seltenen Fällen) noch unter Wasser den ersten Atemzug tut.

Tatsächlich gibt es bei Wassergeburten keine erhöhte Rate an Infektionen von Mutter oder Kind oder einer Aspiration (also Verschlucken oder Einatmen von Wasser).

Also besser Wassergeburt oder eine normale Geburt?

Ob die Schwangere im Wasser oder normal entbinden möchte, ist – von gesundheitlichen Faktoren abgesehen – zunächst ihr selbst überlassen. Für immer mehr Schwangere ist die entspannende Wirkung des warmen Wassers ein Grund, ihr Kind in der Wanne zu gebären. Das warme Bad entlastet die Mutter vom Gewicht des Bauchs, fördert die Entspannung und kann die Wehentätigkeit erleichtern.

Oft reicht es der Schwangeren auch, eine zeitlang die Gebärwanne zu nutzen, um dann das Baby außerhalb der Wanne zu gebären. In anderen Fällen soll die Wanne während der Geburt lediglich für Entspannung sorgen, doch dann kommt das Kind als Wassergeburt zur Welt, weil die Geburt in der Wanne einfacher und schneller fortschreiten konnte.

Es gibt aber auch Frauen, die sich im Wasser unwohl fühlen und daher eine andere Art der Geburt wählen.

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