Blasenentzündung: Können Hausmittel helfen?

Veröffentlicht von: Astrid Clasen

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Eine Blasenentzündung kann sehr unangenehm sein. Hilfe verspricht eine Behandlung mit Antibiotika: Dadurch verschwinden das Brennen und die Unterbauch­schmerzen beim Wasserlassen sowie der ständige Harndrang normalerweise schnell wieder. Manche Menschen nehmen aber ungerne Antibiotika ein und setzen bei einer Blasenentzündung lieber auf Hausmittel. Wie sinnvoll ist das?

Tatsache ist: Antibiotika helfen nachweislich bei einer akuten Blasenentzündung. Dass Hausmittel gegen eine Blasenentzündung wirken, ist hingegen bislang wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Viele Tipps gegen Blasenentzündungen wurden allerdings noch gar nicht wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Darum ist nicht auszuschließen, dass manche Hausmittel die Heilung durchaus unterstützen können.

Wenn eine Blasenentzündung nur leichte Beschwerden verursacht, können Sie versuchen, zunächst auf Antibiotika zu verzichten. Stattdessen können Sie (z.B. mit Schmerzmitteln) nur die Beschwerden der Blasenentzündung behandeln, unterstützend Hausmittel anwenden und abwarten, ob die Entzündung abklingt.

Es empfiehlt sich aber in jedem Fall, diese Entscheidung für oder gegen Antibiotika zusammen mit Ihrem Arzt zu treffen!

Denn wenn Sie sich bei einer Blasenentzündung zu sehr auf Hausmittel verlassen, können Sie den Infekt dadurch womöglich verschleppen. Im schlimmsten Fall steigt die Entzündung dann von der Harnblase über die Harnleiter weiter auf und löst Komplikationen aus (wie Nierenbeckenentzündung, Blutvergiftung, …).

Welche Hausmittel gibt es?

Häufig empfohlene Hausmittel gegen eine akute Blasenentzündung sind Wärme und eine erhöhte Trinkmenge.

Eine Blasenentzündung kann trotz Behandlung immer wieder auftreten. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Oft findet der Arzt dann mit den gängigen Untersuchungsmethoden keine Ursache, die sich beseitigen ließe. In dem Fall können Sie mithilfe folgender Tipps und Hausmittel versuchen, einer erneuten Blasenentzündung vorzubeugen:

Essen & Trinken:

Kleidung:

Wasserlassen:

Intimhygiene:

Sex:

Für Frauen, bei denen die Blasenentzündung immer wiederkehrt, ist noch ein Hausmittel verfügbar: die Blasenspülung. Sie soll verhindern, dass sich Keime in der Blase festsetzen. Ob solche Spülungen wirklich helfen, ist bislang jedoch nicht ausreichend untersucht. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür jedenfalls nicht.

Cranberrys: Bei Blasenentzündung als Hausmittel unwirksam

Die oft als Hausmittel gegen Blasenentzündung empfohlene Cranberry bietet – anders als lange geglaubt – keinen Schutz: Cranberrys zeigen bei Blasenentzündungen weder eine vorbeugende noch eine heilende Wirkung. Das gilt sowohl für den Saft der Cranberry-Frucht als auch für andere Cranberry-Produkte (z.B. in Tabletten- oder Kapselform).

Fazit: Vorbeugen ist besser als heilen! Viel trinken, regelmäßig zur Toilette gehen, sich besonders in der kalten Jahreszeit warm anziehen und bestimmte Hygieneregeln beachten: Diese Hausmittel können eine Blasenentzündung womöglich weitgehend verhindern.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Blasenentzündung (Zystitis)
Brennen beim Wasserlassen
Harndrang
Harnwegsinfekt
Die richtige Intimpflege
Arzneimittelinformationen zu Harnwegsinfekten

Quellen:

Zystitis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 18.4.2017)

Nieren- und Harnwegsinfektionen. Online-Informationen des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (Hrsg.): www.urologenportal.de (Stand: 6.4.2017)

Blasenentzündung. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 30.11.2016)

Jepson, R.G., Williams, G., Craig, J.C.: Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database of Systematic Reviews, Iss. 10, Art.-Nr. CD001321 (17.10.2012)

Aktualisiert am: 3. Juli 2017

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