Sterilisation: Vasektomie (Sterilisation beim Mann)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Die Vasektomie (Sterilisation beim Mann) ist eine dauerhaft wirksame Form der Empfängnisverhütung: Der Arzt führt die gewünschte Unfruchtbarkeit herbei, indem er die Samenleiter des Mannes durchtrennt. Vor dem chirurgischen Eingriff erhält der Mann eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie).

In Deutschland lassen sich jedes Jahr etwa 30.000 bis 50.000 Männer sterilisieren.

In der Regel findet die Sterilisation beim Mann ambulant (in einer Praxis der Urologie) statt. Wer sich ohne medizinische Gründe für eine Vasektomie entscheidet, muss die Kosten für den Eingriff selbst tragen.

Schwanger trotz Sterilisation des Mannes – geht das?

Die Antwort lautet ja, denn: Die Zeugungsfähigkeit bleibt noch etwa drei Monate nach der Sterilisation bestehen, da sich beim Mann noch etliche befruchtungsfähige Samenfäden in dem Gangsystem und in der Samenblase halten können. Wer eine Schwangerschaft sicher verhindern möchte, muss in dieser Zeit also unbedingt weiterhin normal verhüten. Mit einer Nachuntersuchung stellt der Arzt später fest, ob noch Spermien austreten – erst bei negativem Befund gilt der Mann nach der Vasektomie als unfruchtbar.

Folgen

Auch die Sterilisation beim Mann hat keine direkten Folgen für die Qualität der Sexualität oder für den Hormonhaushalt: Ein sterilisierter Mann kann nach wie vor ganz normal Lust empfinden, Erektionen bekommen und beim Orgasmus eine Ejakulation haben. Nur die Zusammensetzung des Spermas verändert sich, wenn ein Mann sich sterilisieren lässt: Nach der Vasektomie enthält das Sperma keinen Samen mehr. Das Ejakulat besteht dann aus der Flüssigkeit, die sich in der Prostata (Vorsteherdrüse) bildet.

Zudem ist es – anders als bei einer sterilisierten Frau – einfacher, eine Sterilisation beim Mann rückgängig zu machen und die Samenleiter mikrochirurgisch irgendwann wieder zu vereinigen. Allerdings sinkt die Erfolgsaussicht dieser sogenannten Refertilisierung ("Wiederfruchtbarmachung"), je länger die Vasektomie zurückliegt:

Die Entscheidung für eine Sterilisation sollte jeder Mann daher gründlich durchdenken: Schätzungen zufolge wünschen sich etwa 5 bis 10 Prozent der Männer nach einer Vasektomie doch noch einmal Kinder.

Für wen kommt eine Vasektomie infrage?

Die Frage, für wen die Vasektomie infrage kommt, lässt sich nur individuell beantworten. Da die Sterilisation beim Mann in der Regel endgültig ist, geht dem Eingriff zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt voraus.

Bei Männern, die unter 30 Jahre alt sind und noch keine Kinder haben, rät der Arzt in der Regel von der Vasektomie ab, da sich der Kinderwunsch im Lauf des Lebens noch stark verändern kann.

Sicherheit

Die Sterilisation beim Mann gilt als sehr sichere Methode der Empfängnisverhütung. Der Pearl-Index, der die Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode angibt, beträgt für die Vasektomie 0,1. Das bedeutet, dass nur 1 von 1.000 Frauen, deren Partner sich haben sterilisieren lassen, schwanger wird.

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