Mammographie: Ablauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Bei einer Mammographie röntgt man die weibliche Brust. Die Mammographie erfolgt dabei stets in zwei Ebenen, das heißt, einmal durchdringen die Strahlen das Brustgewebe von oben nach unten (Fachbegriff: kraniokaudal), einmal aus schräg-seitlicher Position (Fachbegriff: mediolateral oblique).

Insgesamt entstehen bei der Untersuchung meist vier Aufnahmen: zwei je Brust. Wenn der Arzt unklare Veränderungen an der Brust sieht, setzt er mitunter spezielle Zusatzaufnahmen ein (z. B. Vergrößerungsmammographie), um weitere Informationen zu erhalten.

Die Mammographie stellt andere Anforderungen an die Gerätetechnik, Bildqualität und Aufnahmetechnik als etwa eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax). Die bei der Mammographie von der Röntgenröhre erzeugte Strahlung ist daher erheblich energieärmer ("weicher") als in der allgemeinen Röntgendiagnostik. Dort kommt häufig eine sogenannte Hartstrahldarstellung zum Einsatz. Die Weichstrahltechnik der Mammographie hält die Strahlenbelastung möglichst gering und macht feinste Mikroverkalkungen und kleinste Strukturen des Brustgewebes von bis zu 0,1 Millimeter Durchmesser sichtbar. Das entstehende Röntgenbild heißt Mammogramm und bildet die inneren Strukturen der Brust in Schwarz-Weiß-Kontrasten ab.

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Mithilfe der Mammographie lassen sich unklare Befunde abklären.

Da die Belichtungszeit für Aufnahmen der Brust im Sekundenbereich liegt, sollte sich die Frau möglichst nicht bewegen, weil das Bild sonst unscharf wird. Um das zu vermeiden und um das dichte Brustgewebe für die Röntgenstrahlen durchlässiger zu machen, fixiert man die Brust während der Aufnahme in einer speziellen Halterung. Die Brust wird dabei zwischen zwei Plexiglasscheiben möglichst flach zusammen gedrückt. Das kann unangenehm, manchmal auch schmerzhaft sein – besonders bei schon vorher empfindlichen, spannenden Brüsten. Aber: Je flacher die Brust bei der Mammographie gedrückt wird, umso geringer ist die notwendige Strahlendosis und desto aussagekräftiger die Aufnahme. Die Sorge, dass das Zusammendrücken der Brust Krebs auslöst, ist unbegründet.

Gutartige Tumoren erscheinen auf dem Bild meist als gleichmäßig dichte Struktur, die glatt begrenzt ist. Bösartige Tumoren hingegen haben häufig sternförmige Ausläufer (sog. "Krebsfüßchen") und sind unscharf begrenzt. Einen sicheren Hinweis, ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist, kann die Mammographie nicht erbringen. Hierzu muss der Arzt Gewebe entnehmen (Biopsie), das anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird. Nur dies lässt eine sichere Aussage zu. Die Befürchtung, dass beim Entnehmen der Gewebeprobe Tumorzellen gestreut werden können, ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar.

Digitale Mammographie

Der Großteil der Mammographien in Universitätskliniken und in den sogenannten Screening-Einheiten des Mammographie-Screening-Programms wird heute als digitale Mammographie angefertigt. Etwa seit Ende der 1990er Jahre löst die digitale Mammographie die analoge Form (sog. Film-Folien-Mammographie) immer mehr ab. Die digitale Mammographie erfolgt entweder mit kassettenbasierten Speicherfoliensystemen (engl. computed radiography, CR) oder mit Systemen mit integrierten digitalen Bildempfangssystemen (engl. direct radiography, DR).

Viele Fachleute sind der Meinung, dass die digitale Mammographie der analogen überlegen oder zumindest gleichwertig ist. Ein wesentlicher Vorteil der digitalen Variante: Die Bilder lassen sich gut archivieren.

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