Harngewinnung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Um den Urin beziehungsweise Harn untersuchen zu können, gibt es verschiedene Methoden, ihn "zu gewinnen".

Am bekanntesten ist sicherlich der Urinbecher in der Arztpraxis, in dem der sogenannte Mittelstrahlurin aufgefangen wird. Daneben gibt es aber noch weitere Möglichkeiten der Harngewinnung.

Viele Erkrankungen lassen sich mithilfe einer Urinuntersuchung erkennen. Dazu brauchen der Arzt beziehungsweise das medizinische Labor, das die Untersuchungen vornimmt, eine genügende Menge Urin des Patienten. Diese Urinprobe kann auf unterschiedliche Weise gewonnen werden.

Welche Methode der Harngewinnung am ehesten geeignet ist, entscheidet sich danach, was untersucht werden soll: Hat der Arzt zum Beispiel den Verdacht, dass der Patient an Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") oder einer bakteriellen Harnwegsinfektion leidet, kann im ersten Schritt ausreichen, dass der Patient in der Arztpraxis-Toilette eine Urinprobe auffängt und zur weiteren Untersuchung bei den Arzthelferinnen abgibt. Die weiteren Untersuchungen zeigen dann, ob zu viel Zucker oder viele Bakterien im Harn vorhanden sind. Bei anderen Fragestellungen, genügt diese Form der Harngewinnung nicht: Um beispielsweise genau errechnen zu können, ob die Nieren noch voll leistungsfähig sind, wird mehr Urin benötigt – sollte Ihr Arzt eine entsprechende Untersuchung bei Ihnen planen, müssen Sie Ihren Urin dann über einen Zeitraum von 24 in einem speziellen Gefäß sammeln.

Aber nicht nur eine vermutete Erkrankung gibt den Ausschlag, welche Form der Harngewinnung im Einzelfall geeignet ist. Auch Ergebnisse aus vorigen Untersuchungen oder der Gesundheitszustand des Patienten sind wichtige Kriterien, so dass in manchen Fällen die Harngewinnung mithilfe von Kathetern erfolgen muss. Auch dabei gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten: Der Urin kann zum Beispiel per Katheter durch die Harnröhre gewonnen werden. Manchmal ist es aber sinnvoller, die Harnblase durch die Bauchdecke mit einer feinen Hohlnadel zu punktieren und den Urin abzuziehen.

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