Afterloading

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Afterloading ist ein Verfahren, das bei einer besonderen Form der Strahlentherapie eine wichtige Rolle spielt: der sogenannten Brachytherapie. Mithilfe von Afterloading platzieren Krebsmediziner strahlendes Material ferngesteuert in die direkte Nähe von Tumoren, um die Krebszellen zu bekämpfen. Gesundes Gewebe bleibt von der Strahlung weitgehend verschont. Außerdem sind Arzt und medizinisches Personal dank Afterloading keiner Strahlenbelastung ausgesetzt.

Die Strahlentherapie hat – neben Operation, Chemo- und Immuntherapie – seit vielen Jahren einen festen Platz in der Behandlung bösartiger Tumoren.

Es gibt aber unterschiedliche Methoden der Bestrahlung:

In den Anfängen der Brachytherapie musste das medizinische Personal das strahlende Material selbst am Körper des Patienten anbringen und fixieren – und war während dieser Tätigkeit der Strahlung ausgesetzt. Dank Afterloading ist das heutzutage anders: Bei Tumoren innerer Hohlorgane wie der Speiseröhre oder der weiblichen Geschlechtsorgane kann der Arzt den Patienten einen Führungszylinder (Applikator) in die entsprechende Körperöffnung einführen. Der Applikator kommt dadurch so dicht wie möglich mit dem Tumor in Kontakt.

Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) erhalten zum Beispiel einen Applikator durch die Scheide bis an den Gebärmutterhals. Mithilfe einer Röntgenaufnahme oder von Ultraschall kann der Strahlentherapeut kontrollieren, ob sich der Applikator an der richtigen Position befindet. Arzt und radiologisches Assistenzpersonal können dann den Behandlungsraum verlassen und vom Nebenraum aus den Applikator computergesteuert mit dem strahlenden Material nachträglich beladen. Daher heißt die Methode Afterloading – zu Deutsch: Nachladetechnik oder Nachladeverfahren.

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